Sonderausstellungen im Schloss

Zwischen allen Stühlen – Kleine Geschichte der Sitzkultur

Ausstellungsdauer: 25. Juni 2017 bis 21. Januar 2018

Das Emschertal-Museum in Herne thematisiert in seiner neuen Sonderausstellung im Schloss Strünkede die Kulturtechnik des Sitzens, die der Mensch schon früh als bequem entdeckte, perfektionierte und heute übertreibt.

Der Mensch sitzt. Ständig. Zumindest in der westlichen Welt verbringen wir unsere Zeit größtenteils sitzend. Es gibt Stühle und Sitze für alle Anlässe und Lebensphasen. Sitzen ist Alltag.

Ausgewählte Exponate aus der ansehnlichen Sammlung von Sitzmöbeln des Emschertal-Museums sowie Leihgaben belegen in einem kulturhistorischen Querschnitt des Sitzens und seiner Möbel die Vielfalt und Entwicklung des Stuhls und gleichzeitig die Bedeutung des Sitzens in unserem Kulturkreis: Ob zweckmäßige Schul- oder Küchenstühle, Designklassiker wie der Frankfurter Stuhl oder die Thonet-Stühle, reich verzierte repräsentative historische Exemplare, unbequeme aber unverzichtbare Schemel und Hocker, der Ohrensessel, ein Kinderstuhl, der „Toilettenstuhl“ oder auch die Küchenbank – Besucher werden vieles wiedererkennen und über so manches staunen.

Spezielle Blickfänge sind die in aufwendiger Kleinarbeit hergestellten Miniatur-Sitzmöbel für das Puppenhaus.

Als eine der Grundhaltungen des Menschen neben Stehen und Liegen hat sich das Sitzen im Laufe der Jahrtausende in verschiedenen Kulturen ganz unterschiedlich entwickelt.

Besucher können diverse Sitzarten ausprobieren, wie das Sitzen ohne Stuhl, also das Kauern oder Knien. Während sich in Europa das Sitzen auf Sitzmöbeln durchsetzte, lässt sich die halbe Erdbevölkerung auf dem Boden nieder.

Früher saßen nur mächtige oder wohlhabende Menschen auf einem richtigen Stuhl, der Rest stand, lag oder kauerte, bestenfalls gab es Schemel: Sitzen auf Sitzmöbeln war Ausdruck von Hierarchie, ein Privileg und eine Machtdemonstration. Wer auf einem Stuhl oder Thron sitzt, wie beispielsweise dem aus der Dauerausstellung im Museum entliehenen Strünkeder Thron, nimmt eine erhabene Position ein, „thront“ über denjenigen, die sich zu seinen Füßen auf dem Boden niederlassen. Im alten Ägypten saßen nur die Pharaonen. Ihr Thron war das Symbol der Götter.

Erst im 18. Jahrhundert wurde der Stuhl zum Volksmöbel, wird vom Machtsymbol zum Gebrauchsgegenstand, vom Luxus zum Alltag. Das Bürgertum machte es sich gerne drinnen gemütlich und legte Wert auf entsprechend schöne Sitzmöbel: In Salons und Wohnzimmern standen schicke Sofas und plüschige Sessel.

Wunderkammer

Städtischer Kunstbesitz präsentiert im Schloss Strünkede
Ausstellungsdauer: 12. Mai 2017 bis 26. Mai 2019

Das Emschertal-Museum zeigt regelmäßig zeitgenössische, regional- und überregional bekannte KünstlerInnen und beheimatet eine umfangreiche Kunstsammlung mit Zeichnungen, Arbeiten auf Papier, Werken der Klassischen Moderne und regionaler Künstlergruppierungen.
Mit der Eigenbestandsausstellung „Wunderkammer_Städtischer Kunstbesitz präsentiert im Schloss Strünkede“ gibt das Emschertal-Museum einen Überblick über seine Sammeltätigkeit. Es zeigt nach welchen Kriterien ausgewählt, angekauft und gesammelt wurde und gewährt Einblick in die Vielfältigkeit des Herner Kunstbestandes.

„Luther was here – 456 Jahre Reformation in Herne“

Eröffnung: Donnerstag, 21. September, 18 Uhr

Als Luther vor 500 Jahren seine Thesen in Wittenberg verkündete, veränderte dies unsere Gesellschaft. 44 Jahre später erreichte die Reformation auch Herne. Obwohl Luther nie wirklich in Herne war, beeinflussten seine Lehren dennoch die hiesige Bevölkerung.

Ausschlaggebend für die Reformation in Herne war Pfarrer Krafft Messing. Der Großteil der Gemeinde schloss sich ihm an. Die Herren von Strünkede, die das Patronatsrecht besaßen, ließen ihn gewähren.

In Herne fand jedoch nicht nur eine Reformation statt. So wurde im 17. Jahrhundert unter der Initiative von Sibylla Gertrud von Strünkede von der Reck zur Horst die Strünkeder Gemeinde erneut reformiert. Diesmal schloss sich jedoch nur ein kleiner Teil der Gemeinde an.

In der Ausstellung „Luther was here – 456 Jahre Reformation in Herne“ wird gezeigt, wie sich die Reformation in Herne verbreitet hat. Exponate zeigen, was von den Orten, an denen sie ihren Ursprung fand, übrig blieb: beispielsweise ein Modell und die Reste der Ausgrabungen der Dionysiuskirche, sowie Ansichten der Johanneskirche in Eickel.

Ein Teil der Ausstellung zeigt, welchen Einfluss Luther heute noch auf unsere Gesellschaft hat. Ob als Werbefigur für Bier oder als Playmobil-Figur, die mittlerweile in Kinderzimmern Einzug gehalten hat, überall sind Spuren seines Lebenswerkes auch heute noch zu finden.

Einladung zur Eröffnung (PDF, 1.478 KB)