Meldung vom 04. September 2017

Eine Symbiose zwischen Malerei und Skulptur

"Zwei bis Drei Dimensional" heißt die Ausstellung mit Jürgen Buhre und Michael Kortländer, die ab Samstag, 2. September 2017, in den Flottmann-Hallen zu sehen ist.

Der Gelsenkirchener Künstler Jürgen Buhre ist in Herne bekannt, weil er ein Atelier in der Künstlerzeche hat und schon häufiger in Herne ausgestellt hat. Im Düsseldorfer Kunstverein "Malkasten", zu dessem Vorstand Michael Kortländer gehört, hat Buhre zuletzt ausgestellt. Auf diese Weise kreuzten sich schon mal die Wege. Zwar nicht zum ersten Mal, aber mit Nachdruck: Dabei festigte sich ihre Auffassung, dass sich ihre Arbeiten, so unterschiedlich sie sind, gut für eine gemeinsame Auffassung eignen würden. "Wenn man allein ist, verstockt man manchmal", sagt Kortländer über die Zusammenarbeit.

Vier Meter hoher Zeus

Jochen Buhres Markenzeichen sind sich windende oder sich verlaufende Fäden, Stränge, Röhren. Zu finden sind sie in seiner Malerei, in der er schichtenweise verkrustete, in ihrer Farbigkeit reduzierte Strukturen aufbaut. Dann treten sie sozusagen als Skulpturen aus dem Bild heraus. Buhres auffälligste Plastiken in den Flottmann-Hallen sind "Zeus" und "Persephone". "Zeus" ist eine vier Meter hohe, sechs Meter breite und fünf Meter tiefe, rostbraune Figur, geformt aus Stahlröhren, die in Teile zerlegt werden musste, um sie durch die Flottmann-Türen zu transportieren. Dem griechischen Gottvater gegenüber ist eine neongrüne Unterwelt- und Fruchtbarkeitsgöttin "Persephone" platziert, die in der griechischen Mythologie einmal im Jahr der Hölle entsteigt, um den Frühling anzukündigen. Zudem präsentiert Buhre Reliefbilder, die aus alten, mit Farbe durchtränkten Mallappen bestehen.

Pappe: hart und trotzdem empfindlich

Der Düsseldorfer Kortländer zeigte seine Arbeiten aus Wellpappe und verpackt seine künstlerischen Idee in diesem Material. So verklebt er mehrere Kartonflächen und schneidet geometrische Formen heraus, wobei sich positiv und negativ spiegeln, nicht symmetrisch, sondern versetzt. Seine Plastiken wirken robuster und fester als sie tatsächlich sind. Die Skulptur, die den Ausstellungsraum dominiert, besteht aus mehreren Meter langen Kartonbahnen, die horizontal aufgestellt sind und sich gegenseitig stützen, so dass eine federnde Balance entsteht. "Mir waren die Farbräume zu blöd", sagt Kortländer, "deshalb bin ich aus der flächigen Darstellung in den Raum getreten." Pappe sei "hart, und gleichzeitig empfindlich, deshalb halte ich es für sehr geeignetes Material". Seinen Ausstellungspartner Buhre hält er "für einen wunderbaren Zeichner, dessen auf seinen Bildern dargestellten filigranen Drähte man in den Raum hineinziehen könnte".

Für Ausstellungsleiterin Jutta Laurinat ist das "eine Ausstellung, die den ganzen Raum einnimmt und jedem Künstler ermöglicht, seine Position darzustellen. Die beiden Künstler bilden eine Symbiose aus Zweidimensionalität der Malerei und Dreidimensionalität ihrer Skulpturen". Aus der Sicht von Jürgen Buhre "entwickeln die Arbeiten der beiden Künstler Spannungsfelder und ziehen sich gleichzeitig beide an".

Großes Lob für die Ausstellungshalle

Großes Lob gibt es für die Ausstellungshalle. Kortländer: "Ein wunderbarer Raum, um Kunst zu zeigen. Obwohl er dafür nicht gebaut ist. In Düsseldorf haben wir so einen Raum nicht." Im Katalog, der zur Finissage erscheint, wird eine Fotografie veröffentlicht, die den Ausstellungsraum als Ganzes abbildet.

www.flottmann-hallen.de