Meldung vom 07. November 2017

Seit 25 Jahren für Kinder da

Seit 25 Jahren setzt sich die Kinder-Anwältin Bibi Buntstrumpf für die Belange von jungen Menschen in Herne ein. Ob bei Ärger zuhause oder bei der Gestaltung von Spielplätzen: Bibi Buntstrumpf möchte „als Ohr und Stimme der Kinder und Jugendlichen deren Anliegen in die Welt der Erwachsenen transportieren.“

Als der Rat der Stadt Herne am 23. Oktober 1990 die Entscheidung zur „Errichtung eines Kinderbüros und eines Kinderanwalts in Herne“ traf, sollte es zunächst eine „Modellmaßnahme für zwei Jahre“ sein. Jetzt ist Kinder-Anwältin Bibi Buntstrumpf seit 25 Jahren im Einsatz, genau seit dem 1. Februar 1992. Sie arbeitet mit einzelnen Kindern, aber auch mit Kindergruppen und in Projekten. Dabei kann es um Fragen gehen wie: Wie gestaltet man Spielplätze so, dass Kinder sie gerne nutzen? Wie muss ein Stadtplan aussehen, damit er gerade Kindern hilft, sich in ihrer Stadt zurecht zu finden? Wie surfen Kinder ohne Risiko im Internet? Bibi Buntstrumpf organisiert Spielplatzpaten, bietet Deeskalationstrainings für Kinder an, damit Streitereien nicht ausarten. Sie geht in Schulen und erklärt den Schülern die Kinderrechte oder trainiert mit ihnen ihre Sozialkompetenz.

Gemeinsam mit Kindern, Eltern und Schulen

Hinter dem bunten Namen steckt Nuray Sülü, die vor 15 Jahren die erste Kinder-Anwältin ablöste. Sie ist Pädagogin, Deeskalationstrainerin, Moderatorin, Kinderschutzfachkraft. Für ihre Arbeit hat sie sich speziell weitergebildet unter anderem in Systemischer Familienberatung und Therapie und in Lösungs- und Ressourcenorientierter Beratung. Denn ihre Arbeit als Kinder-Anwältin ist nicht so sehr eine juristische, sondern vielmehr eine pädagogische Aufgabe – wer die Interessen von Kindern vertritt, muss sich vor allem mit der Entwicklung und den Bedürfnissen von Kindern auskennen, arbeitet oft mit Familien, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen zusammen. Um die Interessen von Kindern einzubringen, kooperiert Bibi Buntstrumpf mit Gremien, Vereinen, Verbänden und Medien. Auch das Kinder- und Jugendparlament, die Herner Stadtverwaltung oder der Kinderschutzbund sind Partner von Bibi. Gemeinsam versuchen sie, die Lebenswelt der jungen Herner zu verbessern. Das kann bedeuten, gemeinsam mit der Stadt Herne Spielplätze zu planen, Skater- oder Parcoursanlagen zu bauen.

Hilfe bei Stress zuhause und in der Schule

Aber nicht nur in der Stadt, auch im direkten Umfeld von Kindern tritt Bibi Buntstrumpf für die Interessen von Kindern ein. Wenn Kinder zuhause oder in der Schule Ärger haben, wenn die Eltern sich trennen oder es Streit in der Nachbarschaft gibt, wenn das Umfeld, wo die Kinder wohnen, nicht kinderfreundlich ist, dann unterstützt und berät die Kinder-Anwältin. Die wichtigsten Prinzipien sind dabei: Die Kinder sollen teilhaben an der Suche und Umsetzung einer Lösung, sie sollen mitbestimmen können.

Um ihr Angebot den Kindern vorzustellen, besucht Bibi Buntstrumpf regelmäßig Grundschulen und bietet dort ihre Sprechstunde an. Mit Erfolg. Auch der Kinderstadtplan für Herne ist inzwischen über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt.