Meldung vom 09. November 2017

Mehr Ausbildungsplätze in Herne – Bündnis für Arbeit zieht positive Bilanz

Das Bündnis für Arbeit in Herne hat für das Ausbildungsjahr 2016/17 eine verhalten positive Bilanz gezogen. Mit 1657 Bewerbern haben sich in diesem Ausbildungsjahr 40 junge Menschen weniger für eine Ausbildung beworben als im vorigen Ausbildungsjahr.

Gestiegen ist dafür das Angebot an Ausbildungsstellen: 670 waren der Agentur für Arbeit gemeldet. Das sind 7,5 Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr.

Mehr Ausbildungsplätze

„Wir haben einen leichten Anstieg der Ausbildungsstellen. Damit fällt Herne in Nordrhein-Westfalen positiv auf“, so Dr. Regine Schmalhorst, Leiterin der Agentur für Arbeit Bochum und Herne. „Der Anstieg um 7,5 Prozent der Ausbildungsstellen zeigt, dass das gute Miteinander der Partner im Bündnis für Arbeit Erfolge bringt“, resümiert Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda. Partner im Bündnis für Arbeit – das sind außer der Stadt Herne die Agentur für Arbeit, die Kreishandwerkerschaft, IHK und die Arbeitgeberverbände.

„Eine unfassbare Differenz“

Trotz aller Bemühungen gibt es in Herne noch deutlich weniger Ausbildungsplätze, als gebraucht werden: „Es ist eine unfassbare Differenz: Wenn wir 100 gemeldete Bewerber haben, haben wir nur 40 Ausbildungsplätze. Das ist krass“, findet Schmalhorst. Schon seit Jahren blieben in Herne viele Bewerber unversorgt, ein Problem, das sich nur schrittweise lösen lässt.

Trotzdem warten derzeit nur noch 76 Bewerber aus Herne auf einen Ausbildungsplatz. Die übrigen, die in diesem Jahr leer ausgegangen sind, haben entweder einen Helfer-Job angenommen, gehen weiter zur Schule oder probieren ein Studium aus. Obwohl es noch viele Bewerber gibt, sind auch 60 Ausbildungsstellen unbesetzt geblieben. „Es passt nicht jeder Bewerber auf die Stelle“, weiß Schmalhorst. Oft würde es an Zeugnisnoten oder anderen Voraussetzungen der Bewerber haken. Wer flexibel sei und sich auch in den Nachbarstädten bewerbe, fände deutlich leichter eine Stelle. Auch wer bereit sei, seine Wünsche dem Stellenangebot anzupassen, käme schneller unter.

„Bildet endlich aus!“

„Wenn ich mir Herne angucke, kann ich den Betrieben nur sagen: Bildet endlich aus! Es ist eine unternehmerische Fehlentscheidung, nicht auszubilden. Es ist viel teurer, fertige Fachkräfte zu suchen, als selbst auszubilden. Neue junge Menschen kommen in das Unternehmen und bringen neue Impulse mit“, betont Erik Weik, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Mittleres Ruhrgebiet (IHK). Er findet, dass auch die Unternehmen ihre Wünsche an die Bewerber überdenken sollten: „Wir dürfen nicht die Azubis suchen, die genau so sind wie wir, sondern wir brauchen junge Menschen, die anders sind als wir. Die bringen neue Ideen mit.“

Motivation ist wichtiger als Noten

Auch Martin Klinger, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bochum, Herne und Castrop-Rauxel ermutigt Unternehmen, Bewerber einzustellen, die nicht hundertprozentig zu den Wunschvorstellungen passen. „Wir haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht, uns zuerst den Menschen anzugucken und dann erst das Zeugnis. Wichtig für eine erfolgreiche Ausbildung ist die Motivation.“ Für schwächere Auszubildende bieten sowohl die Agentur für Arbeit, als auch die IHK, die Kreishandwerkerschaft und die Arbeitgeberverbände Nachhilfe und weitere Unterstützung an.

Arbeitgeber sind zufrieden mit Azubis

Insgesamt aber hätten die derzeitigen Auszubildenden wenig Schwierigkeiten, mitzuhalten: „Die Arbeitgeber sind zufrieden mit ihren Azubis. In unserer Umfrage geben sie ihnen die Note „gut““, weiß Alexander Füten, Pressesprecher der Arbeitgeberverbände Ruhr/Westfalen. Er rechnet damit, dass bald auch im Ruhrgebiet die Nachwuchskräfte knapp werden könnten – und die Betriebe sich deswegen bald anstrengen müssten, um Auszubildende zu finden. „Wir befinden uns im Wettrennen um die Auszubildenden.“ Selbst für dieses Jahr ist es noch nicht zu spät: Betriebe, die Azubis suchen und Bewerber, die noch einen Ausbildungsplatz brauchen, können sich bei der Agentur für Arbeit melden, unter 0800/4 55 55 00, bei der IHK unter Telefon 0234/ 9 11 30 oder bei der Kreishandwerkerschaft unter Telefon 02323/ 9 54 10.