Meldung vom 18. Dezember 2017

Gut gerüstet für das Abenteuer Integration - neue Broschüre vorgestellt

Eine große Aufgabe für die ganze Stadtgesellschaft ist die Integration von Neuzugewanderten. Aber wer übernimmt welchen Teil? Und wer sind die richtigen Ansprechpartner? Das zeigt eine Broschüre, die Dezernentin Gudrun Thierhoff mit ihrem Projektteam am Donnerstag, 14. Dezember 2017, im Herner Rathaus vorgestellt hat.

Das Abenteuer beginnt

„Wir haben Mitte 2016 den großen Schritt geschafft, die Unterbringung von Geflüchteten zu organisieren. Jetzt steht das große Abenteuer an, die Menschen zu integrieren“, erklärt Thierhoff. Dazu hat sich die Stadtverwaltung gemeinsam mit Organisationen wie der Caritas, Behörden wie der Agentur für Arbeit und auch mit ehrenamtlich engagierten Bürgern zusammengesetzt. Im Projekt „Integration von Neuzugewanderten“ erarbeiten sie gemeinsam Strukturen, in denen Integration gelingen kann.

Gerechte Chancen

„Es geht darum, Chancengerechtigkeit in der Integration zu schaffen“, so Dr. Annette Frenzke-Kulbach. „Wichtig war uns auch, festzulegen: Was muss sofort passieren? Was ist unabdingbar für eine gelingende Integration? Und was kann noch warten?“ So haben die Projektteilnehmer Prioritäten gesetzt und Abläufe in eine sinnvolle Reihenfolge gebracht.

Alleine geht es nicht

Das war nicht immer einfach, denn zunächst mussten die Beteiligten klären, welche gesetzlichen Vorgaben es gibt und wer wofür zuständig ist. Dann haben sie zusammen getragen, welche Angebote für Neuzugewanderte bereits laufen und welche fehlen. Übersichtlich darzustellen, wer der jeweils richtige Ansprechpartner ist, war einerseits eine Herausforderung, andererseits für die Fachkräfte eine große Hilfe. Denn nicht nur städtische Mitarbeiter sind an der Integration von Geflüchteten beteiligt: Viele Aufgaben gelingen nur im Zusammenspiel verschiedener Stellen.

Damit dieses Zusammenspiel funktioniert, mussten die verschiedenen Stellen einander erst einmal kennen lernen. So möchten die Projekt-Teilnehmer Doppelstrukturen verhindern. „Wir haben gelernt, dass Integration nicht alleine von der öffentlichen Hand gesteuert werden kann“, erklärt Rainer Bodenschatz vom Ehrenamtsbüro. Allerdings lief die Zusammenarbeit von ehrenamtlichen Helfern und hauptberuflichen Fachkräften nicht immer reibungslos. Mitunter packten Helfer spontan mit an, ohne zu wissen, wie sie gezielt unterstützen konnten. Und manche Fachkraft war irritiert, dass plötzlich Helfer vor ihrer Tür standen. Um das zu strukturieren, gibt es nun eine Vereinbarung und eine Datenbank, wo sich engagierte Bürger über Einsatzmöglichkeiten informieren können – und das nicht nur in der Flüchtlingsarbeit. Auch Projekte für alteingesessene Herner werden nun einfacher umzusetzen.

Keiner darf verloren gehen

„Unser Anspruch ist es, langfristige Strukturen zu etablieren, damit keiner verloren geht“, betont Eva Neweling, die gemeinsam mit Radojka Mühlenkamp das Teilprojekt sprachliche und berufliche Integration leitet. Konkret kann das bedeuten: Was passiert, wenn ein Geflüchteter den Integrationskurs abgeschlossen hat? Wo muss er sich melden? Besonders wichtig sei Unterstützung für junge Erwachsene, die zwar nicht mehr schulpflichtig seien, aber auch noch nicht in der Lage, eine Ausbildung zu absolvieren. „Gut vernetzt“ sieht sie die Stadt Herne mit Partnern wie der Agentur für Arbeit, Schulen und anderen Bildungsträgern.

Schnelle Unterstützung für kleine Projekte

Um kleinere Projekte schnell finanzieren zu können, hat die Stadt im Jahr 2017 200.000 Euro für einen Verfügungsfonds bereitgestellt. Von diesem Geld haben zum Beispiel ehrenamtlich arbeitende Ärzte Medikamente gekauft, mit denen sie neu Angekommene versorgen. Auch für 2018 möchte die Stadt Herne Geld für solche unbürokratischen Hilfen bereitstellen.

Wer sich einen Überblick über Zuständigkeiten in der Integration verschaffen will, kann die Broschüre als PDF-Dokument (PDF, 641 KB) herunterladen.

  • Die neue Broschüre der Stadt Herne.