Im neuen Dokumentationszentrum von Belsen löst sich die Gruppe auf. Jeder geht seinen eigenen Weg, beschäftigt sich mit den historischen Dokumenten, lauscht per Video den Erinnerungen von Überlebenden oder sieht sich die erschütternden Filmsequenzen an, die britische Kameramänner unmittelbar nach der Befreiung des Lagers im April 1945 aufgenommen haben.
Nach fast drei Stunden auf dem Gelände zeigt sich auch Norbert Gresch, Organisator des
KiJuPa, von der Gesamtkonzeption der Gedenkstätte beeindruckt: „Das Gelände, das Gebäude und die Ausstellung bilden eine eindrucksvolle Einheit. Dadurch wird das historische Lager für den Besucher inhaltlich erschlossen und wirklich wieder begreifbar.“ Gerade in der Arbeit mit Kinder- und Jugendlichen hält er es für besonders wichtig, dass in der Ausstellung vielen Einzelschicksale rekonstruiert werden. „Aus der schreckliche Anonymität der ermordeten Masse lösen sich so Biografien von Menschen heraus, die kaum anders waren als wir heute“, so Gresch.
Am Ende des Gedenkprojektes steht für die Mitglieder des
KiJuPa dann im Herbst die Fahrt nach Auschwitz an. Dort soll im Auftrag der Stadt Herne ein Gedenkstein hinterlegt werden. „Das wird als Erfahrung noch einmal härter, gerade weil in Auschwitz das alte Lagergelände und die Gaskammern zum Teil erhalten geblieben ist“, befürchtet Darius Ribbe. Aber für ihn lohnt sich das freiwillige Engagement in diesem Projekt allemal: „Gerade durch den Besuch an den historischen Ort vertieft sich die Beschäftigung mit dem Thema. Man spricht ja immer von einer Gedenkkultur, vom weiter tragen der Erinnerung in die nächste Generation. Ich kann jetzt schon sagen, dass ich die Eindrücke allein hier von Bergen-Belsen nicht vergessen werde.“