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altes Bügeleisen

Bügeleisen "Amsterdammertje"


Ein Bügeleisen? Ein Bügeleisen! – auch wenn nur die dreieckige Form der Sohle und die Form des Griffes entfernt an einen heute gebräuchlichen Bügelautomaten erinnern.
Das vorgestellte Bügeleisen, ein sogenanntes „Amsterdammertje“, gehört zur Gruppe der Kohleneisen, die bereits im 17. Jahrhundert benutzt wurden. Seinen Namen erhielt es von der Stadt Amsterdam, die Hauptproduktionszentrum dieser charakteristischen Form von Bügeleisen war.

Ein Amsterdammertje besteht aus einem ovalen Hohlkörper aus Messing. Dieser ist mit einem Deckel verschließbar, auf dem sich zwei Stützen für den Holzgriff befinden. Die dreieckige Sohle besteht aus Eisen. Mit einem Gewicht von circa 1 kg ist das Eisen relativ leicht.

Erhitzt wurde das Amsterdammertje mit glühender Holzkohle, die man in den Hohlkörper einfüllte. Die Sohle erhitzte sich dabei ungleichmäßig. Der unmittelbar unter dem mit der heißen Holzkohle gefüllte Hohlkörper liegende Teil wurde heiß, die vorn liegende, dreieckige „kalte Spitze“ hingegen bliebt wesentlich kühler. Ihrer Form und der geringeren Hitze wegen bügelte man mit ihr empfindliche Stoffe und kompliziert genähte Kleidungspartien, wie Falten, Rüschen, Bänder, Seide oder Spitze. Die erzeugte Hitze ermöglichte etwa eine Stunde Bügelarbeit.

Das Amsterdammertje ermöglichte ein relativ sauberes Bügeln. Anders sah dies bei seinen Nachfolgemodellen aus. Diese wurden an Stelle von Holzkohle mit Steinkohle erhitzt, und die umherfliegenden Ruß- und Aschepartikel sorgten zum Leidwesen der Büglerinnen für eine ärgerliche Verschmutzung des sauberen Bügelgutes. Infolge des sich entwickelnden Kohlenmonoxids bargen sie darüber hinaus nicht unbeträchtliche Gesundheitsrisiken. Und nicht zuletzt wogen sie schwer: Da sie aus gegossenem Eisen bestanden, erreichten sie in gefülltem Zustand je nach Modell ein Gewicht zwischen 4 und 12 kg.

Gleich, ob man das kleine, leichte Amsterdammertje aus Messing oder sein schweres Nachfolgemodell benutzte: Das Bügeln erforderte großes Geschick und viel Erfahrung, besonders was Feststellung und Wahl der Temperatur zum Bügeln der verschiedenen Stoffe betraf. Infolge des mehrfach notwendigen Wechsels des Heizgutes war Bügeln eine zeitaufwendige Tätigkeit, es war anstrengend und schweißtreibend. Heutzutage profitieren wir von leichten, sauberen, effizienten und sicheren Bügelautomaten, deren Verwendung, bedingt durch die Entwicklungen bügelfreier Stoffe der Textilindustrie, vielfach bereits überflüssig ist.

Bügeleisen, sogenanntes Amsterdammertje
Niederlande, um 1800.
Messing, Eisen, Holz.
Länge 17,9 cm, Höhe 14,7 cm.


© Stadt Herne, Emschertal-Museum, Dr. Gabriele Wand-Seyer
 
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