Begrünungsverfahren
Bei der Auswahl der Begrünung ist auf das vorhandene Klima, die Dachkonstruktion sowie die biologischen Besonderheiten der einzelnen Vegetationsräume zu achten. Folgende Begrünungsverfahren können unterschieden werden:
Extensivbegrünungen
Extensivbegrünungen sind naturnah angelegte Vegetationsformen, die sich weitgehend selbst erhalten und weiter entwickeln. Es werden Pflanzen mit besonderer Anpassung an die jeweiligen Standortbedingungen und hoher Regenerationsfähigkeit verwendet.
Die Pflanzen sollten dem mitteleuropäischen Florenraum entstammen. Die weitgehend geschlossenen, flächigen Vegetationsbestände werden aus Moosen, Sukkulenten, Kräutern und Gräsern gebildet. Extensivbegrünungen sind kostengünstig herstellbar (geringer Pflegeaufwand, ohne zusätzliche Bewässerung, Schichtaufbau d = 2 bis 19 Zentimeter).
Einfache Intensivbegrünungen
Einfache Intensivbegrünungen werden in der Regel als bodendeckende Begrünungen mit Gräsern, Stauden und Gehölzen ausgebildet. Die Nutzungs- und Gestaltungsvielfalt ist im Vergleich zu aufwändigen Intensivbegrünungen eingeschränkt. Die verwendeten Pflanzen stellen geringe Ansprüche an den Schichtaufbau sowie an Wasser- und Nährstoffversorgung. Pflegemaßnahmen sind in reduziertem Umfang erforderlich. Die Herstellungskosten sind niedriger als bei aufwändigen Intensivbegrünungen (mittlerer Pflegeaufwand, periodische Bewässerung, Schichtaufbau d = 8 bis 19 Zentimeter).
Aufwändige Intensivbegrünungen
Aufwändige Intensivbegrünungen umfassen Pflanzen und Stauden und Gehölze sowie Rasenflächen, im Einzelfall auch Bäume. Sie können flächig, höhendifferenziert oder punktuell ausgebildet sein. In den Möglichkeiten der Nutzungs- und Gestaltungsvielfalt sind sie bei entsprechender Anpassung mit bodengebundenen Freiräumen vergleichbar. Die verwendeten Pflanzen stellen hohe Ansprüche an den Schichtaufbau und an eine regelmäßige Wasser- und Nährstoffversorgung. Diese Begrünungsart ist nur durch regelmäßige Pflege dauerhaft zu erhalten (hoher Pflegeaufwand, periodische Bewässerung, Schichtaufbau d ab 8 Zentimeter).
Hinweise zur Dachbegrünung
Dächer werden nach ihrer Bauweise in verschiedene Gruppen eingeteilt. Die jeweils sinnvolle Konstruktion ist von einem Fachplaner, Architekten oder Systemanbieter zu wählen. Es sind hierbei zahlreiche baufachliche Gesichtspunkte (Statik, Bauphysik) zu beachten. Die Dachbegrünung sollte bereits in der Planung berücksichtigt werden und im ersten Entwurf enthalten sein (Einfluss auf die architektonische Gestaltung). Jedes bestehende Dach lässt sich nachträglich begrünen; aber meistens mit höherem finanziellen Aufwand.
Schichtenaufbau
Der Aufbau der Vegetationsflächen oberhalb der Dachdichtung besteht meist aus folgenden Funktionsschichten:
- Vegetation
- Vegetationsschicht
- Filterschicht
- Dränageschicht
- Schutzschicht
- Wurzelschutzschicht
- Trennschicht
Verschiedene Schichten können auch zusammengefasst werden. Dies ist abhängig von den verwendeten Baustoffen oder Produkten des Baustoffhandels.
Pflanzenauswahl
Die Auswahl der Pflanzen erfordert ebenso umfangreiches Fachwissen. Die Faktoren Niederschlagsmenge, Schichtaufbau, Schichtdicke, Lichtverhältnisse, Wuchshöhe und Geselligkeitsstufe sowie die Aggressivität gegenüber der Wurzelschutzschicht/Dachbau müssen berücksichtigt werden. Geeignete Pflanzen können der
Fachliteratur entnommen werden.