Versickerung des Regenwassers am Anfallort
In allen Bereichen mit hohem Versiegelungsgrad sollten bevorzugt sickerfähige Flächenbefestigungen verwendet werden. Das Regenwasser soll dort versickern, wo es anfällt. Durch die bestehenden Gebührenordnungen werden alle belohnt, deren Oberflächenwasser auf dem eigenen Grundstück versickert wird (
Beitrags- und Gebührensatzung).
Zielsetzungen eines umweltgerechten Umgangs mit Regenwasser sind:
- Flächen nur im notwendigen Umfang zu versiegeln und zu befestigen
- versiegelte Flächen zu entsiegeln
- Abflüsse von versiegelten Flächen vor Ort zu versickern.
Es dürfen keine Schadstoffe in den Untergrund gelangen. Flächen, auf denen wassergefährdende Stoffe gelagert werden, sind von den genannten Maßnahmen auszuschließen. Geeignete durchlässige Materialien zur Befestigung von Oberflächen sind für fast alle Anwendungsbereiche inzwischen verfügbar.
Für die Auswahl sind neben optischen Kriterien die Art und die Intensität der Nutzung entscheidend. So sind für stärker befahrene oder intensiv als Fußweg genutzte Flächen Befestigungen ungeeignet, die Rasenanteile aufweisen.
Naturnahe Bodenbefestigungen
Aus ökologischer Sicht sind die dargestellten naturnahen Bodenbefestigungen zu empfehlen. Sie weisen Versickerungsleistungen zwischen 30 und 100 Prozent auf und besitzen zusätzlich die gute Eigenschaft, Regenwasser zu speichern und wieder verdunsten zu lassen. Dadurch wird das Klima im Umfeld verbessert. In Sonderfällen kann auch eine Kombination von beschränkt belastbarer, wasserdurchlässiger und wasserspeichernder Flächenbefestigung mit sehr stark belastbaren, herkömmlichen Betonsteinplatten angezeigt sein.
Wasserdurchlässige Flächenbefestigungen
Es ist durch Untersuchungen belegt, dass auch die bisher üblichen Pflasterbeläge aufgrund der Fugen nicht vollständig "versiegeln". Ein Optimum an Sickerfähigkeit wird jedoch durch zahlreiche in den letzten Jahren entwickelte Beton-Bauteile ermöglicht. Betonpflastersteine eignen sich für eine wasserdurchlässige Flächenbefestigung besonders gut. Unter dem Begriff "Öko-Pflaster" stehen mehrere Systeme zur Auswahl.
Einsatzbereiche
Wasserdurchlässige Flächenbefestigungen sind überall möglich, wo sie sich aufgrund bodenmechanischer, geohydrologischer und sonstiger Bedingungen eignen. Das Sickerwasser muss unbelastet sein, das heißt, es darf nicht zu einer Gefährdung von Boden, Vegetation oder Grundwasser führen. Die Versickerung von Oberflächenwasser ist außerhalb von Wasserschutzgebieten generell zulässig.
Folgende Flächen sind für wasserdurchlässiges Betonpflaster geeignet:
- alle privaten Haus- und Garagenzufahrten sowie Stellplätze für Fahrzeuge,
- Land- und Forstwirtschaftswege, Hofflächen,
- öffentliche Parkflächen, Park & Ride-Plätze an der Autobahn und an Bahnhöfen,
- verkehrsberuhigte Zonen (Anliegerstraßen),
- Fußgängerzonen,
- Rad- und Gehwege.
Schadstoffbelastetes Oberflächenwasser muss in Abwasserkanäle geleitet werden.
Flächenbefestigungen, die im Winter eisfrei gehalten werden müssen, sollten nicht mit wasserdurchlässigem Pflaster ausgeführt werden.