1907
Der Bochumer Verein erwirbt von der Gewerkschaft Teutoburgia ein Grubenfeld zwischen Herne und Castrop. Mit dem Bau der Zechenbahn zum Bahnhof Börnig wird begonnen.
1909
Im August beginnt das Abteufen des Schachtes, ab Oktober werden nach den Plänen des Architekten Berndt 51 Wohnhäuser für 120 Familien entlang der Baarestraße und Laubenstraße gebaut.
Zu dieser Zeit gehörten die Zechen einzelnen Bergbauaktiengesellschaften, die in unmittelbarer Nähe des Betriebes Häuser sowohl für die Arbeiter als auch für die Angestellten und Steiger errichten ließen. Zu den Häusern gehörten immer große Nutzgärten, mit denen die Bergleute ihre Versorgung mit Lebensmitteln sicherstellen konnten. Die Gebäude selber waren als Reihen- oder Einzelhäuser mit Stallanbauten konzipiert. Eine Familie bewohnte separat ein Erd- und Obergeschoss und hatte die Möglichkeit, einen zahlenden Logiergast unterzubringen.
1911
Der volle Betrieb wird unter Tage aufgenommen. Die Beamten- und Steigerhäuser entlang der Schadeburgstraße werden ergänzt, die Geschosswohnungen an der Castroper Straße gebaut.
1912
Erweiterung der Siedlung mit der Bebauung entlang der Teutoburgiastraße und der Schreberstraße (früher: Gartenstraße).
1913
Bebauung entlang der Schlägelstraße und am östlichen Abschnitt der Castroper Straße. Während des ersten Weltkriegs werden die Bauarbeiten eingestellt.
1918
Die Wohnanlage "Teutoburgia-Hof" wird gebaut.
1921 - 1923
Die Bergmannssiedlung
GmbH Herne erschließt den letzten Abschnitt der Siedlung mit der Bebauung an der Straße Teutoburgiahof (früher: Barbarastraße).
1925
Schwierigkeiten im gesamten Ruhrbergbau. Der Bochumer Verein schließt die Zeche Teutoburgia wegen Unwirtschaftlichkeit. Die Belegschaft (etwa 1.500 Bergarbeiter) wird auf Nachbarzechen untergebracht, ebenso die Beamten. Aus den Nachbarzechen ziehen pensionierte Beamte in die freigewordenen Beamtenhäuser in Teutoburgia.
Nach Gründung der Vereinigten Stahlwerke
AG werden die Anlagen der Zeche Teutoburgia mit der Zeche Erin in Castrop-Rauxel zusammengefasst und von dort ausgebeutet. Teutoburgia wird als Wetter- und Seilfahrtschacht genutzt, die Tagesanlagen werden zum Teil abgebrochen.
1942/43
Auf dem Zechengelände werden Baracken für ein Kriegsgefangenenlager gebaut. Die Gefangenen ersetzen Bergleute, die als Soldaten eingezogen sind. Nur wenige Wohnhäuser werden im Krieg beschädigt, sie werden nach Kriegsende durch Neubauten ersetzt, die Baracken wieder abgerissen.
1945/46
Auflösung der Vereinigten Stahlwerke
AG.
1948/49
Eine neue elektrische Fördermaschine wird auf Teutoburgia eingebaut, die Förderung übersteigt 1.000 Tonnen proTag. Das ehemalige Verwaltungsgebäude wird zu einem Wohnheim für ledige Belegschaftsmitglieder umgebaut.
1954
Gründung der
VEBA AG,
u. a. als Rechtsnachfolgerin der Vereinigten Stahlwerke
AG.
1961/62
Fünfzig Jahre nach dem Bau der Siedlung werden die Straßen- und Kanalisationsverhältnisse grundlegend erneuert, das Beleuchtungsnetz ausgebaut und instandgesetzt. Die Stadt Herne übernimmt Eigentum und Unterhaltung der Erschließungsflächen.
1983
Die
VEBA-Wohnstätten
AG garantiert den Mietern das Dauerwohnrecht und erklärt, dass sie die Siedlung langfristig erhalten will: "Ein Abriss ist nicht geplant und wird auch nicht stattfinden."
1984
Mit Erstellung des Abschlussbetriebsplans werden nach dem Torhaus der Zeche auch die übrigen Gebäude bis auf das Schachtgerüst und die Maschinenhalle abgebrochen. Förderturm und Halle stehen heute unter Denkmalschutz.
1988
Beginn der Modernisierung aller Wohneinheiten unter dem Aspekt des Erhalts der Siedlung in ihren städtebaulichen Merkmalen und auch in der baulichen Gestalt der Häuser.
1989/90
Mit Aufnahme des Projekts in die
IBA (Internationale Bauausstellung Emscher Park) erweiterte sich die Aufgabenstellung von der reinen Wohnungsmodernisierung zur Wohnumfeldverbesserung.
9. Mai 1998
Mit einem großen Siedlungsfest wird nach Vollendung des vierten Bauabschnitts der Abschluss der Maßnahmen gefeiert.