Im Kulturhauptstadtjahr 2010 war Herne nicht nur dabei, sondern mit vielen Veranstaltungen, zahlreichen Projekten und einer Menge
Events mittendrin. In einem
Interview mit Regina-Dolores Stieler-Hinz, Kulturhauptstadtbeauftragte der Stadt Herne, blickt Herne2010.de auf das Jahr 2010 zurück.
Das Kulturhauptstadtjahr ist zu Ende und Sie haben Wort gehalten, denn Herne war nicht nur dabei sondern mittendrin. Wie fällt Ihr Fazit aus?
Stieler-Hinz: Wir verdanken der Kulturhauptstadt Bilder, die noch lange in uns nachwirken werden. Nicht nur bei den einheimischen Bürgerinnen und Bürgern, sondern auch bei den zahlreichen Gästen, die sich durch die Ruhr.2010-Aktivitäten ein erweitertes Bild von dieser spannenden Region machen konnten. Das hat das Selbstbewusstsein und Selbstverständnis in den Köpfen der Menschen nachhaltig verändern können. Dazu kommen Bauten und Projekte, die nur mit dem Rückenwind der Ruhr.2010 realisiert werden konnten. Die neu geschaffenen Orte der Kunst und Kreativität, Projekte, die im Kulturhauptstadtleben geboren wurden und weitergeführt werden und die neu gewonnene Qualität der Zusammenarbeit unter den Städten werden auch weiterhin zeigen, dass sich die einstige Kohle- und Stahlregion in eine pulsierende Kulturlandschaft gewandelt hat.
Welche Projekte werden Ihnen ganz besonders in Erinnerung bleiben?
Stieler-Hinz: Für mich waren insbesondere die Jugendkulturprojekte wie Pottporus,
Pottfiction, der
U20-
Poetry-Slam oder die Nacht der Jugendkultur ganz besonders wichtig. Diese Projekte haben die heimische Szene ganz schön aufgewirbelt. Alle Jugendlichen, die wir mit diesen Projekten erreichen konnten, konnten wir größtenteils für zukünftige Kulturangebote gewinnen. Eine bessere Form von Nachhaltigkeit gibt es nicht.
Die Macher von Ruhr.2010 sprechen von über 10 Millionen Besucher, die die Veranstaltungen im Kulturhauptstadtjahr besucht haben, wie hat sich Herne mittendrin behauptet?
Stieler-Hinz: Herne war mit vielen interessanten, unterhaltsamen und anregenden Veranstaltungen mittendrin im Kulturhauptstadtjahr: Ob zu Wasser, auf der Autobahn, im Bunker oder auf ehemaligen Schächten – an bekannten, aber auch an bisher unentdeckten oder an ganz neu geschaffenen Orten. Große Netzwerkprojekte wie der "KulturKanal", die "RuhrKunstMuseen" oder "Aufruhr1225!" haben uns darüber hinaus gezeigt, dass Herne ein wichtiger und lebendiger Teil der Metropole Ruhr ist. Wir wurden im Kreis der anderen 52 Städte sehr positiv wahrgenommen. Diese, für unsere Stadt wichtige Imageaufwertung beruhte unter anderem auch auf der Aus
einander
setzung und Aufarbeitung der eigenen Geschichte. Arbeit und Kultur gehören "mittendrin" im Revier immer noch eng zusammen und die Menschen konnten sich in vielen Projekten wiedererkennen und neu mit ihrer "Heimat" identifizieren.
Was wird von der Kulturhauptstadt 2010 bleiben?
Stieler-Hinz: Gemeinsam mit den anderen Anrainern sind wir stolz darauf, dass der "KulturKanal" so nachhaltig wirkt und dass dieses "Herner"-Projekt als ein verbindendes Element nun auch über das Kulturhauptstadtjahr fortgeführt werden kann. Ebenso wie das Projekt der RuhrKunstMuseen, an dem wir mit der Städtischen Galerie und den Flottmann-Hallen weiterhin teilnehmen werden. Auch die Künstlerbünde werden in Zukunft weiter zusammenwirken, ebenso wie die Herner Jugendkultureinrichtungen über die Stadtgrenzen hinaus zusammen arbeiten werden. Darüber hinaus werden die neu geschaffenen Kulturorte für ein erweitertes Angebot sorgen und damit die Attraktivität des Kunstraumes steigern.
Bleiben Großveranstaltungen wie das Klangkonzert oder Still-Leben einzigartige Erinnerungen oder gibt es eine Neuauflage?
Stieler-Hinz: Großveranstaltungen wie das Stillleben oder das Hornkonzert waren wichtig für Herne und das gesamte Ruhrgebiet, um Bilder zu generieren, die für ein neues Bewusstsein gesorgt haben. Doch wie das gesamte Kulturhauptstadtjahr einmalig war, so waren auch diese
Events einmalig. Dennoch haben diese erfolgreichen Veranstaltungen gezeigt, dass solche
Events nicht nur gewünscht, sondern auch von der Bevölkerung mitgetragen werden. Deswegen wird es mit Sicherheit wieder ähnliche Veranstaltungen geben, die zwar keine 1:1-Kopien darstellen, sondern sich weiter entwickeln und erneut für Begeisterung sorgen werden. Daran arbeitet derzeit die RUHR.2010
GmbH zusammen mit den verschiedenen Akteuren der Region. Lassen Sie sich überraschen.