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Welturaufführung
Kinofilm mit Herner Protagonisten

Tontechniker mit Mikrophon in der Hand, Regisseur Rauch und Kameramann auf einem Hochhausdach

50 Tage mit der Kamera leben

Drehorte waren neben Duisburg und Bochum auch Herne – und hier die Städtische Musikschule mit ihrem Leiter Christian Ribbe sowie den Schülerinnen Joana und Esragül (beide neun Jahre). Die Mädchen besuchen die Regenbogenschule und spielen Gitarre und Geige. Das Kamerateam begleitete Musikschüler und Lehrer an 50 Drehtagen in den Klassen, beim Musikunterricht und auch in ihrem Alltag.

Regisseur Rauch, der schon mit Dokus wie "Alvaros großer Auftritt" und "Stille Post" auf sich aufmerksam machte, erfuhr durch eine kurze Zeitungsnotiz von dem Projekt. Nach umfangreicher Recherche war er sich sicher: „Man unternimmt zuerst eine ‚Probebohrung‘, um zu sehen, ob die für eine Langzeitbeobachtung wichtigen Dinge aufeinander treffen. Die Beteiligten brachten uns Vertrauen entgegen und die Bereitschaft, dass wir immer wieder zu den Schauplätzen wiederkehren durften.“
Hauptdarstellerin Esraguel

Wie die Fliege an der Wand

Vor allem am Anfang mussten sich die Schüler an die Gegenwart der Kamera gewöhnen, obwohl das Team alles tat, um unsichtbar zu werden: „Wir wollten so wenig auffallen wie die Fliege an der Wand“. Aber mit der Zeit schwanden Schüchternheit und Neuigkeitswert. Das Phänomen „Filmteam“ wurde für Joana und Esragül zum gewohnten Anblick. Danach gefragt, was am meisten in ihrer Erinnerung haften geblieben sei, sagte Joana: „Die Frage: Könnt ihr das noch mal wiederholen?“

Produzent Detlef Ziegert wollte mit dem Vorhaben „eine Lanze brechen für einen ambitionierten Film“. Es wäre eine „Katastrophe, wenn daraus eine Reportage geworden wäre“. Die Absicht, den Film ins Kino zu bringen, sei mit einem kleinen Risiko behaftet, aber: „Das ganze Leben ist ein Wagnis.“ Das Zielpublikum sind laut Produzent Joachim Kühn „Leute, die im weitesten Sinne mit Bildung zu tun haben, Familien, deren Kinder ein Instrument spielen, aber natürlich auch Jeki-Kinder und ihre Eltern, die an der Produktion nicht beteiligt wurden.“
Musikunterricht mit Christian Ribbe bei laufender Kamera

Viel besser als DSDS

Musikschulleiter Christian Ribbe, der selbst eine tragende Rolle spielt, sagte: „Ich bin beeindruckt von der Authentizität. Nichts ist gestellt oder reißerisch. Ich fühle mich in meiner Arbeit verstanden.“ Dennoch sei das Projekt nicht als pure Werbung für „Jeki“ zu verstehen, obwohl Kindern und Eltern neue Vorbilder vermittelt würden. Nachdem er das Jeki-Projekt kennen lernte, weiß auch der Produzent: „DSDS versaut den Musikunterricht“. „Jeki“ vermittelt den Umgang mit Instrumenten auf umwerfende Weise gut fürs Kind und nicht für den Kommerz.
Joana mit ihrer Geige in der Hand spielt eine tragende Rolle





Uraufführung

Die 90-Minuten-Produktion „Jedem Kind ein Instrument – Ein Jahr mit vier Tönen“ mit einem Etat von 600.000 Euro erlebt ihre Welturaufführung am Mittwoch, 2. Juni, in der Filmwelt Herne in Anwesenheit des Regisseurs, des Kulturhauptstadt-Chefs Fritz Pleitgen, von Oberbürgermeister Horst Schiereck und anderen geladenen Gästen. Nach weiteren Premieren in anderen Revierstädten kommt das Werk in die Kinos und anschließend ins Fernsehen.



www.jeki-derfilm.de
Viele Kinder stehen auf einem Klettergerüst. Im Vordergrund stehen und sitzen vier Kinder mit ihren Musikinstrumenten.

 
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