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Sanierungsmaßnahmen am Herner Gasometer

Architekt Frank Günther auf dem Dach des Gasometers vor der sogenannten Laterne

Architekt Frank Günther aus Herten hat die Sanierung des Gasometers geleitet.

Blick auf den sonnendurchfluteten Ausgang im Gasometer unterhalb der Scheibe

Überwältigend: die Scheibe über einem, der Ausgang 25 Meter entfernt, ein Viereck Sonne.


Einige kleine Abschlussarbeiten müssen noch getätigt werden - die Endreinigung zum Beispiel -, doch das Gros der Maßnahmen im, am und um den Gasometer herum sind nach 15-monatiger Sanierungszeit abgeschlossen.
Architekt Frank Günther befindet sich im Innern des Gasometers, über ihm die Scheibe und schaut zufrieden auf das vollbrachte Werk. Da die Bodenplatte, auf der er steht, ein leichtes Gefälle aufweist, sammelt sich an manchen Stellen im Eingangsbereich überschüssiges Öl. "Da müssen wir noch Wartungsbehälter einsetzen, in denen sich das Öl sammelt und dann leicht entsorgt werden kann", erklärt der auf Denkmalschutz spezialisierte Experte, den die LEG für das Vorhaben mit der Bauleitung beauftragte.

Bodenplatte des Gasometers aus Stahlblech

Der Boden des Gasometers besteht aus Stahlblech, das sich unter der Last des Menschen bewegt.

Blick auf ein Bullauge in der Scheibe des Gasometers

Die Scheibe des Gasometers enthält auch ein Sichtfenster. Es wirkt wie das Bullauge eines Schiffes.


Als die Scheibe im Innern des Gasometers stückchenweise - jeweils um 15, 20 Zentimeter - angehoben wurde, war Günther täglich mit einem Statiker vor Ort. Der normale "leitender Architekt"-Rhythmus führte ihn etwa zweimal in der Woche auf das Herner Hibernia-Gelände. Es war sein erster Gasometer. Seine Spuren hinterlassen hat der Hertener Diplom-Ingenieur zuvor unter anderem an der Zeche Zollverein in Essen und den Düsseldorfer Häfen.

Detailaufnahme einer Stahlrolle

Die Scheibenführung im Gasometer besteht aus diversen Rollen und Rollenträgern.

Rollenträger im Gasometer

Im Originalton wurden die industrietechnischen Details des Gasometers neu gestrichen.


Wichtiger Auftrag der Instandsetzungsmaßnahme war die Entsorgung von Altlasten. Außerdem sollte der Gasometer hinterher nicht aussehen wie ein Motiv aus der Lego-Abteilung. Wert wurde auf Originaltreue gelegt - und zwar auf Originaltreue zum Zeitpunkt des letzten Zustandes vor Einstellung des Betriebs.
Außen und innen wurde alles gereinigt (in erster Linie von Unmengen von Taubenkot), Öl- und Fettrückstände wurden entfernt. Etliche Gerüst- und Stahlbauarbeiten mussten durchgeführt werden (wer erinnert sich nicht an den verhüllten Gasometer?). Farbreste wurden analysiert, um zu erfahren, welche Farbe der Gasometer tatsächlich einmal in all seinen Winkeln hatte. Außen erstrahlt er nun wieder in einem dunklen Grasgrün, die fünf Umgänge leuchten in Gelb. Sowohl innen als auch auf dem Dach fand ein metallischer Farbton Anwendung, der wie reiner Stahl wirkt. Auch Klarlack kam zum Einsatz, um den industriellen Charakter herauszustreichen. 25 Punkte umfasst eine weitere Liste: die der Korrosionsschutzarbeiten.

Nach 15 Monaten und 1,5 Millionen Euro lässt sich nun sagen: In den nächsten zehn, 15 Jahren sind Instandsetzungskosten nicht zu erwarten.

Fotos: Thomas Schmidt




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