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Eine Themenausstellung des Westdeutschen Künstlerbundes
Jochem Ahmann, Erich Füllgrabe, Setsuko Fukushima, Sylvie Hauptvogel, Gitta van Heumen-Lucas, Harald Hilscher, Gunther Keusen, Ulrich Langenbach, Renate Löbbecke, Rolf Nickel, Marlies Obier, Christoph Platz, Gerhard Reinert, Matthias Schamp, Gunhild Söhn, Karel Studnar, Timm Ulrichs, Ike Vogt, Suse Wiegand und Carola Willbrand
Der Westdeutsche Künstlerbund präsentiert die Ausstellung wortgewand, ein Vorschlag von Marlies Obier, in der Reihe seiner Themenausstellungen. Es werden an fünf Ausstellungsorten jeweils zwanzig künstlerische Positionen zu sehen sein. Da der Mensch seine Wahrnehmung und sein Denken im Rahmen seiner individuellen sprachlichen Möglichkeiten vollzieht, bestimmt die Sprache in ganz wesentlicher Weise das Denken. So ist die Sprache in der Kunst der teilnehmenden bildenden Künstler eine beständige ’Ingredienz’, ein nicht weg zu denkender Bestandteil ihrer Arbeit. Die ausgestellten Werke sind nicht erst jetzt eigens zu dieser Wanderausstellung ein aufgegriffenes Thema der Künstler, sondern zwanzig authentische Sprachen, die nicht abwechslungsreicher sein könnten. Durch die Unterschiedlichkeit der kooperierenden Orte und dem sich erstreckenden Zeitraum ist das Ausstellungsprojekt so konzipiert, dass in den verschiedenen Häusern durchaus unterschiedliche Kunstwerke zu sehen sein werden, Lesungen, Aktionen und Performances stattfinden und das Projekt damit komplettiert wird. Sprache in der Kunst als ein sich wandelndes Phänomen, das folgerichtig in einem weiterführenden, sich ergänzenden Katalogheft festgehalten wird.
Einladung zur Ausstellung als pdf-Format
Wilhelm Wulff gehört zu Unrecht zu den heute vergessenen Künstlern der klassischen Moderne. Er begann in Soest mit seinem Freund Wilhelm Morgner als Zeichner und Graphiker. 1913 machte er eine Ausbildung zum Holzschnitzer, die er nach dem Krieg fortsetzte. Erstaunlich ist, wie er abseits der großen Kunstzentren sich mit den avantgardistischen Strömungen von Expressionismus, Kubismus und Konstruktivismus auseinandersetzte und in seine Kunst aufnahm. In seien Holzschnitten, Reliefs und Holzplastiken gelang es Wulff, eine qualitativ bemerkenswerten eigenständigen Beitrag zur Rezeption der Moderne zu leisten, der ihn 1920/30 zu einem der führenden Bildhauer Westfalens machte. Ende der zwanziger Jahre ging Wulff in eine ruhigere, realistischere Formensprache über, nicht zuletzt auch bedingt durch die zahlreichen Auftraggeber, die Porträts bei ihm bestellten. Dieser Stilwandel ermöglichte es ihm, Bildnisse und Aktdarstellungen auch während der nationalsozialistischen Diktatur weiter ausstellen zu können. Daneben schuf er zwischen 1933 und 1958 zahlreiche Denkmäler für verunglückte Bergleute im Ruhrgebiet. Nach 1945 bis zu seinem Lebensende trat er vor allem mit realistischen Auftrags-Porträts an die Öffentlichkeit.
Wilhelm Wulffs künstlerisches Gesamtwerk spiegelt nicht nur die Entwicklung der modernen Kunst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wider, und zwar auf einem künstlerischen Niveau, das ihn außergewöhnlich macht. Sondern es zeigt auch exemplarisch, wie sehr man als freischaffender Künstler zwischen den Polen künstlerischer Avantgarde, konventioneller Auftragskunst und national-sozialistischer Kunstdiktatur manchmal nur mühsam seinen eigenen Weg gehen konnte.