Am 15. März 1994 starb der Charakterdarsteller und Volksschauspieler Jürgen von Manger in Herne, im Herzen des Ruhrgebiets, wo er die letzten 30 Jahre seines Lebens zusammen mit seiner Frau Ruth verbrachte. 1923 in Koblenz geboren, zog er als Neunjähriger mit seiner Familie zunächst nach Hagen. Als Theaterschauspieler stand Jürgen von Manger ab 1947 unter Saladin Schmitt für drei Jahre auf der Bühne des Bochumer Schauspielhauses, anschließend ging er zu den Städtischen Bühnen Gelsenkirchen. Seine größte Popularität erlangte er praktisch über Nacht mit seiner selbst kreierten Kunstfigur 'Adolf Tegtmeier', mit der er 1961 zum ersten Male im Fernsehen auftrat und sogleich einen Riesenerfolg feierte. In dieser Rolle des kleinen Mannes von der Straße, der dem Volk liebevoll 'auf's Maul schaute', avancierte er alsbald bundesweit zur Kultfigur eines sympathischen, ruhrgebietstypischen Originals.
Markenzeichen gab es einige: seine Kappe, sein Schnäuzer, die buschigen Augenbrauen, die - durch einen ersten, leichten Schlaganfall verursachte - 'schiefe Schnute', seine unnachahmliche Mimik und Gebärde schlechthin, vor allem aber seine Aussprache, die zum häufig kopierten Prototyp eines Ruhrgebietsdialektes wurde, in Wirklichkeit aber keine spezifische Reviermundart war, sondern eine eigene Kunstsprache, die auch in anderen Ländern verstanden wurde. Dass Jürgen von Manger mit großem Erfolg auch in der Schweiz oder gar in Italien auftrat, wissen wohl die wenigsten. Noch erstaunlicher aber ist, dass er einige Auftritte sogar in italienischer Sprache vortrug. Ein Indiz dafür, dass 'Signore Tegtmeier' etwas zu erzählen hatte, seine Themen und Inhalte, aber auch sein hintergründiger Wortwitz grenzüberschreitend waren.
Geschichten wie "Der Schwiegermuttermörder" oder "Die Fahrschulprüfung" sind legendär, zeit- und grenzenlos.
Kein Wunder, dass sich noch heute viele Komödianten an Jürgen von Manger erinnern. Einige, die aus dem Großraum Ruhrgebiet stammen, wie Helge Schneider, Götz Alsmann oder die Missfits, können sich sogar ihre eigene Karriere ohne ihn kaum vorstellen. So kann man mittlerweile Jürgen von Manger und seine Figur des 'Adolf Tegtmeier' guten Gewissens als Vorreiter oder gar Zieh- bzw. Großvater einer ganzen Komödiantengeneration bezeichnen.
1997, drei Jahre nach Jürgen von Mangers Tod, wurde anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Stadt Herne eine Projektidee aus den Flottmann-Hallen aufgenommen und der Wettbewerb für Bühnenoriginale "Tegtmeiers Erben" ins Leben gerufen.
Die in zweijährigem Rhythmus angelegte Veranstaltung erinnert an die herausragende Künstlerpersönlichkeit, den Volksschauspieler und Komödianten Jürgen von Manger und seine unvergessene Figur des Adolf Tegtmeier und ist der erste Kleinkunstpreis Deutschlands, der einer Person gewidmet ist.
Die Paten- bzw. Schirmherrschaft für das Projekt hat Ruth von Manger, die Witwe des Künstlers, übernommen.
Ursprünglich richtete sich der Wettbewerb an Solo-Künstler, die im Rahmen eines circa 15-minütigen Auftritts eine eigenständig Charaktere oder Type überzeugend darstellen. Der Begriff 'Bühnenoriginal' wurde aber alsbald wesentlich weiter gefasst zugunsten einer größeren Vielfalt und umfasst mittlerweile den gesamten Bereich der Wortschöpfenden – ob gesprochen oder gesungen. Einen wesentlichen Stellenwert hat neben der sprachlichen und inhaltlichen Leistung der Kurzbeiträge nach wie vor das schauspielerische Können und in diesem Zusammenhang ganz besonders die Ausstrahlung, Originalität und der Wiedererkennungswert der Akteure. Die Kriterien 'Originalität' und 'Eigenständigkeit' bedeuten allerdings auch, dass keine Tegtmeier-Parodisten gesucht werden. Mundarten und Dialekte jeglicher Couleur sind jedoch erlaubt !!!
Der Wettbewerb ist mit insgesamt 8.000 Euro dotiert, geteilt in einen Publikums- und einen Jurypreis zu jeweils 4.000 Euro. Der Publikumspreis wird aus den Stimmen aller Zuschauer der Tourneeorte ermittelt. Den Jury-Preis vergibt eine unabhängige, in der Regel fünfköpfige Jury, in der nur eine Person des Auswahlgremiums sitzt und die ausschließlich am Finalabend in Herne zusammenkommt.
Das Preissymbol für beide ist die Tegtmeier-Kappe aus Stoff.
Neben den Förderpreisen vergibt die Stadt Herne regelmäßig einen ideellen Preis, den 'TEGTMEIER', an herausragende Künstlerpersönlichkeiten und Bühnenoriginale aus der aktuellen Kleinkunstszene bzw. TV-Branche mit überregionalem Bekanntheitsgrad.
Das Preissymbol ist eine circa acht Kilogramm schwere "Tegtmeier-Kappe" aus Bronze, gestaltet vom Recklinghäuser Künstler Heinrich Brockmeier. Jede 'Bronze'-Kappe ist ein Unikat, da für jeden Guss eine neue Form erstellt werden muss.
In besonderen Fällen wird ein zusätzlicher ideeller Preis, der 'Ehren-Tegtmeier für ein Lebenswerk', verliehen. 2007 bekommt diese Auszeichnung den Namen Jürgen-von-Manger-Preis. Das Preissymbol ist hier ebenfalls die 'Tegtmeier-Kappe' aus Bronze.
Das Finale wird seit der ersten Veranstaltung 1997 regelmäßig von WDR Radio 5 aufgezeichnet und ausgestrahlt.
'Tegtmeiers Erben' wird als Förderwettbewerb für Bühnenoriginale aus dem Ruhrgebiet ausgeschrieben. Bewerben dürfen sich alle Solokünstler, egal ob Profis oder Amateure.
66 Kandidatinnen und Kandidaten, die im Ruhrgebiet leben oder geboren sind, bewerben sich. Ein 10-köpfiges Auswahlgremium, bestehend aus Veranstaltern und Pressevertretern des Reviers, nominiert 7 Kandidaten vorab und lädt 20 Kandidaten zu zwei öffentlichen Vorausscheidungsrunden, sogenannten Castings, in die Herner Flottmann-Hallen ein. Aus den Vornominierungen und den Casting-Teilnehmern wählt das Gremium anschließend 6 Teilnehmer für das Finale in den Flottmann-Hallen.
Am 8. November 1997 treten folgende Künstler zum Finale an:
Hans-Martin Eickmann aus Recklinghausen, Heinz-Peter Lengkeit aus Bochum, Klara Vöcklinghaus aus Essen, Ralf Lambrecht aus Bochum, Martin F. Risse aus Dortmund und Kattrin Kupke aus Sessenbach.
Die Jury (nicht identisch mit dem Gremium für die Vorauswahl !) teilt den ersten Preis und vergibt ihn zu gleichen Teilen von jeweils 5.500 DM an Hans-Martin Eickmann und Martin F. Risse. Der zweite Preis in Höhe von 4.000 DM geht an Heinz-Peter Lengkeit.
Den 'Tegtmeier' erhält Helge Schneider, den Ehrenpreis für ein Lebenswerk die Herner/Bochumer Schauspielerin und Ruhrgebietsduse Tana Schanzara.
Der spontane gemeinsame Auftritt beider Originale wird zum umjubelten Höhepunkt der Veranstaltung.
Die Bewerbungsmodalitäten werden insofern geändert, als der Wettbewerb nunmehr NRW-weit ausgeschrieben wird und von den Bewerbern zumindest Bühnenerfahrung in Form von mehreren öffentlichen Auftritten nachzuweisen ist. Der Fördercharakter bleibt bestehen.
Trotz der Ausweitung vom Revier auf das gesamte NRW-Gebiet sinkt die Zahl der Bewerber aufgrund der erhöhten künstlerischen Anforderungen auf 39.
26 Künstlerinnen und Künstler treten zu drei Vorausscheidungsrunden an, die allerdings verteilt in verschieden Veranstaltungsorten (Zeche Carl Essen, Bahnhof Langendreer Bochum, Ringlokschuppen Mülheim) stattfinden. Der Wettbewerb wird somit ruhrgebietsweit verankert und erfüllt damit auch die Förderkriterien Regionaler Kulturarbeit.
Das Gremium wählt wiederum sechs Künstlerinnen und Künstler für das Finale am 23. Oktober 1999 in den Flottmann-Hallen aus: Marc Breuer aus Erkelenz, Carsten Eichler aus Bochum, Stani aus Paderborn, Michael Hummel aus Emsdetten, Sascha Korf aus Köln und Franziska Mense-Moritz aus Dortmund.
Die Jury vergibt einen ersten Preis in Höhe von 10.000 DM an den Künstler Stani aus Paderborn. Ein zweiter Preis in Höhe von 5.000 DM geht an Sascha Korg aus Köln.
Den 'Tegtmeier'-Ehrenpreis erhält das Kabarett-Duo 'Missfits' für ihre Bühnenfiguren 'Matta & Lisbeth'. Der Preis für ein Lebenswerk wird in diesem Jahr nicht vergeben.
Der Wettbewerb wird weiterhin NRW-weit ausgeschrieben. Die Bewerbungskriterien bleiben unverändert. Zusätzlich zu den eingehenden Bewerbungen behält sich das Auswahlgremium erstmalig das Recht vor, drei Kandidatinnen und Kandidaten direkt für das Finale zu nominieren.
35 Bewerbungen treffen ein, neun werden vom Gremium für die restlichen drei Finalplätze zum öffentlichen Casting eingeladen, das dieses Mal wieder nur in Herne stattfindet.
Die ruhrgebietsweite Verankerung des Wettbewerbs findet auf einer anderen, verstärkten Ebene statt: Erstmalig wird in diesem Jahr direkt vor der Endausscheidung in Herne eine Ruhrstadt-Tour mit allen 6 Finalisten durch fünf weitere Städte durchgeführt. Als zusätzlicher Preis wird der Ruhrstadt-Publikumspreis eingeführt. Dabei werden die Publikumsstimmen aller Tourneeorte und des Finales in Herne zusammengezählt. Das gesamte Preisgeld des Wettbewerbs bleibt unverändert 15.000 DM, davon nun 10.000 DM für den Jury- und 5.000 DM für den Publikumspreis. Die Moderation übernimmt erstmalig Jochen Malmsheimer.
Die vom Auswahlgremium nominierten Finalisten sind: Cordula Stratmann alias „Annemie Hülchrath“, Gigi Herr, Johann Könich und Achim Knorr (allesamt aus Köln) sowie Hennes Bender und Dr. Welf Haeger aus Bochum.
Hennes Bender wird zum großen Gewinner und erhält sowohl den Jury- als auch den Publikumspreis.
Den "Tegtmeier" erhält Piet Klocke.
Der "Ehren-Tegtmeier für ein Lebenswerk" wird an Hanns Dieter Hüsch verliehen.
Die Ehrenpreisverleihung steht in diesem Jahr allerdings unter keinem guten Stern: beide Preise müssen in Abwesenheit der Künstler vergeben werden. Hanns Dieter Hüsch erleidet wenige Tage zuvor einen weiteren Schlaganfall, von dem er sich leider nicht mehr erholt. Piet Klocke muss mit Fieber das Bett hüten, kann sich dafür aber das entscheidende Qualifikationsspiel zur Fußball-Weltmeisterschaft 2002, Deutschland – Ukraine, im TV anschauen.
Konzeption und Ausschreibungsmodalitäten bleiben unverändert. Der Jury- und der Publikumspreis sind ausgeschrieben in Höhe von jeweils 3.750 Euro. 41 Bewerbungen liegen vor, aus denen wieder drei Kandidaten direkt nominiert werden. Acht weitere Künstler sind zur Öffentlichen Vorausscheidung am 20. Mai 2003 in die Flottmann-Hallen Herne eingeladen, von denen das Gremium drei weitere ausgewählt. Durchgesetzt haben sich letztendlich: Christian Ehring aus Düsseldorf, Hagen Rether aus Essen, Ludger K. aus Duisburg, Ausbilder Schmidt aus Köln, Marius Jung aus Köln und Kai Magnus Sting aus Duisburg.
Erstmals in diesem Jahr ist der Spielort Ebertbad einer der fünf weiteren Veranstalter der Ruhrstadt-Tournee, stellvertretend für das Zentrum Altenberg. Die Moderation übernimmt erneut Jochen Malmsheimer.
Den Publikumspreis erhält Kai Magnus Sting aus Duisburg.
Den Jurypreis erhält Hagen Rether aus Essen. Der bisher zumeist nur als Pianist des Essener Kabarettisten Doktor Stratmann in Erscheinung getretene Künstler ist die Entdeckung des Festivals. Die Auszeichnung mit dem Tegtmeier-Förderpreis ist für Hagen Rether und sein erstes Solo-Programm "Liebe" das Katapult zu einem Traumstart in die deutsche Kabarett-Szene. In nur wenigen Monaten Abstand erhält er anschließend 2004 weitere renommierte Auszeichnungen, so den Jurypreis beim Prix Pantheon in Bonn, 'Paulaner Solo' in München, den Jury- und Publikumspreis des 'Stuttgarter Besen', Tollwood-Preis München 2004, den Bayrischen Kabarettpreis sowie den Förderpreis der Stadt Mainz im Rahmen des Deutschen Kleinkunstpreises.
Den "Tegtmeier"-Ehrenpreis erhält Hape Kerkeling.
Der "Ehren-Tegtmeier für ein Lebenswerk" wird in diesem Jahr nicht vergeben.
Finale: Samstag, 26. November 2005, Flottmann-Hallen Herne
Vorgeschaltete Tournee durch weitere 5 Ruhrgebietsstädte: 21. bis 25. November 2005
Ebertbad Oberhausen / Zeche Carl Essen / Fritz-Henßler-Haus Dortmund / Bahnhof Langendreer Bochum / Ringlokschuppen Mülheim
Konzeptionelle Änderungen:
Der Wettbewerb wird ausgedehnt auf den gesamten deutschsprachigen Raum. Das Auswahlgremium schlägt Kandidaten vor (maximal 5 Namen pro Gremiumsmitglied) und wählt erstmals 8 Finalisten direkt aus. Dafür entfallen sowohl die öffentliche Ausschreibung, die Bewerbungsmöglichkeit sowie die öffentliche Vorausscheidung.
Aus einem Pool von 40 vornominierten Kandidaten wurden folgende acht Künstlerinnen und Künstler direkt für "Tegtmeiers Erben 2005" nominiert:
Fatih Cevikkollu, Rainald Grebe, Christian Hirdes, Sven Kemmler, Barbara Kuster, Kay Ray, Dagmar Schönleber und Olaf Schubert.
Den Jurypreis erhält Olaf Schubert aus Dresden. Der Publikumspreis mit den meisten Stimmen aller sechs Tourneeorte im Ruhrgebiet geht an Christian Hirdes aus Bochum.
Vier der Tegtmeier-Finalisten finden sich übrigens ein halbes Jahr später beim Prix Pantheon-Wettbewerb in Bonn wieder und räumen auch dort ab. Christian Hirdes gewinnt seinen zweiten Publikumspreis, Fatih Cevikkollu den Jury- und Kay Ray den TV-Preis.
Den Ehrenpreis 'Tegtmeier' erhält der Kabarettist Georg Schramm.
Der "Ehren-Tegtmeier für ein Lebenswerk" wird in diesem Jahr nicht vergeben.
Die Anzahl der Finalisten wird aus organisatorischen Gründen wieder von acht auf sechs reduziert.
Aus einem Pool von etwa 35 vornominierten Kandidaten wurden folgende sechs Künstlerinnen und Künstler direkt nominiert: Hans Gerzlich, Carolin Kebekus, Sebastian Krämer, Cindy aus Marzahn, Chin Meyer und Heinrich del Core.
Die ausgewählten Künstler touren vom 26. bis 30. November 2007 erneut durch die fünf beteiligten Ruhrgebietsstädte. Das große Finale inklusive Preisverleihungen findet am Samstag, 1. Dezember 2007 wieder in den Flottmann-Hallen Herne statt.
Den Ehrenpreis Tegtmeier erhält 2007 der Künstler Horst Schroth, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Bühnenjubiläum als Kabarettist feiert und trotz seiner Körpergröße von 1,70m seit vielen Jahren zu den ganz Großen der deutschsprachigen Satiriker gehört.
Die Laudatio hält Ulrich Waller, Autor sowie Regisseur zahlreicher Theater- und Kabarett-Produktionen (u.a. Reichspolterabend II + III, Zeltproduktionen 'Ruhr-Revue' und 'Fußballfieber' u. v. m.) und langjähriger Weggefährte von Horst Schroth.
Der Jürgen-von-Manger-Sonderpreis für ein Lebenswerk wird erstmals seit 2001 wieder verliehen. Er geht an ein Urgestein deutschen Pol(i)t-Kabaretts: Gerhard Polt, der nicht nur wegen seiner Körperlänge von 1,90 m zu den noch Größeren seines Genres zählt.
Mit dieser Auszeichnung ehrt die Stadt Herne einen Künstler, dessen messerscharfe Karikaturen des Spießbürgertums im Allgemeinen und der kleinen Leute im Besonderen seine gesamte künstlerische Laufbahn durchzieht und somit in bester Tradition eines Jürgen von Manger steht.
Die Laudatio hält Jürgen Geers, Hörspielautor des Hessischen Rundfunks, mit dessen Hörspielproduktion 'Als wenn man ein Dachs wär in seinem Bau '1976 die Karriere von Polt begann.
Während Chin Meyer in diesem Jahr den mit 4.000 Euro dotierten Jurypreis erhalten hat, avancierte Carolin Kebekus zum Publikumsliebling und erhielt den mit ebenfalls 4.000 Euro dotierten Publikumspreis.
86 Jahre alt wäre Jürgen von Manger im Jahr 2009 geworden. Er starb 1994. Seitdem erinnert der zweijährig stattfindende Kabarettwettbewerb „Tegtmeiers Erben“ an den einzigartigen Volksschauspieler.
Am Samstag, 28. November 2009, wurden zum 7. Mal würdige Nachfolger des Ruhrgebietsprototypen gesucht und gefunden: Der aus Brandenburg stammende, heute in Berlin lebende und mit minimalistischer Virtuosität spielende Marco Tschirpke erhielt den Jurypreis; der ebenfalls mit 4.000 Euro dotierte Publikumspreis ging an den Bonner Comedian Dave Davis, der mit Toilettenmann Motombo Umbokko eine herrliche Asylantenfigur aus Afrika geschaffen hat.
Den Tegtmeier-Ehrenpreis 2009 überreichte Überraschungslaudator Fritz Pleitgen an Ludger Stratmann aus Essen, besser bekannt als Jupp Kwiatkowski.
Premiere im Kulturzentrum. Die Erben von Adolf Tegtmeier sind umgezogen. Der Saal des runderneurten Herner KUZ dient ihnen erstmals als gute Stube - und mehr Zuschauer als zuvor haben die Gelegenheit, beim stimmungsvollen Finale dabei zu sein.
Sie erleben am 19. November 2011 wie Matthias Reuter von der Jury mit der Tegtmeier-Kappe ausgezeichnet wird und sich Sebastian Pufpaff in der Addition mit den Auftritten in Bochum, Dortmund und Oberhausen, sowie des Herner Finals die meisten Zuschauerstimmen sichert und so zum Träger des Publikumspreises avanciert.
Furios sind auch die Auftritte der Ehrenpreisträger und ihrer Laudatoren Wortakrobat Jochen Malsheimer würdigt Urban Priol. Ein stark erkälteter Fritz Eckenga verlangt seiner Stimme alles ab, um Jochen Busses Lebenswerk einzuordnen. Das KUZ erlebt also eine herausragende Tegtmeier-Feuertaufe.