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Wahlsplitter zur Landtagswahl 2010

Ein grünes Schild mit der Aufschrift 'Wahlleitung - Kein Zutritt'

16 Uhr: Die Wahl in Herne läuft reibungslos, sagt Cornelia Sorci vom städtischen Wahlteam. Alle Wahllokale haben geöffnet. Anstelle von Gaststätten, die nicht mehr als Abstimmungsorte genutzt werden, sind zwölf neue Wahllokale eingerichtet worden. In Herne liegen zwei Wahlkreise. In Wahlkreis 109 treten zehn Bewerber um das Mandat im Landtag an. Er umfasst Teile Bochums und auf Herner Stadtgebiet Eickel. Im Wahlkreis 110 gibt es sieben Kandidaten. Fast 118.000 Menschen sind in Herne wahlberechtigt. 14.235 von ihnen haben Briefwahlanträge gestellt. 

16:20 Uhr: Unter anderem dienen drei Autohäuser und vier Filialen der Sparkasse als Stimmraum, auch in der Künstlerzeche Unser Fritz ist ein Wahllokal eingerichtet worden. Falls ein Wahllokal wider Erwarten ausgefallen wäre, hätte der städtische Bücherbus als mobiler Ersatz bereit gestanden. Kurzzeitig sah es am Morgen so aus, als müsste er zum Einsatz kommen, doch schnell konnte Entwarnung gegeben werden, so dass die Schmökermolly einen ruhigen Sonntag hat. Der Grund: An einem Wahllokal traf der Mann mit dem Schlüssel 15 Minuten zu spät ein. Ein Wähler, der schon seine Stimme abgeben wollte, wartete solange geduldig. Zwei Wahlhelfer haben sich krank gemeldet, 1172 Wahlhelfer sind damit im Einsatz. 

Besucher der Ergebnispräsentation im Herner Rathaus

Um 17:30 Uhr füllt sich langsam der Bereich in der ersten Etage des Rathauses, wo die Ergebnisse präsentiert werden. Neben Verwaltungsmitarbeitern und Medienvertretern gehört SPD-Kandidat Alexander Vogt zu den Gästen. Um 16 Uhr lag die Wahlbeteiligung bei rund 47 Prozent, 2005 hatten zu diesem Zeitpunkt 48,5 Prozent bereits abgestimmt. Damit liegt Herne unter dem NRW-Durchschnitt von 53 Prozent Beteiligung um 16 Uhr. Rainer Overath, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung, berichtet, dass man den Wahlteams an den Abstimmungsorten anmerkt, dass sie inzwischen sehr gut eingespielt sind. Das überrascht nicht, immerhin ist es für viele Helfer auch die fünfte Wahl in zwölf Monaten.
Die Wahlleitung erzählt von einer älteren Dame, die sich telefonisch dafür entschuldigte, dass sie heute nicht zur Wahl gehen könne, weil eine Magenverstimmung dies unmöglich mache.  

Wahlumschläge auf einem Tisch.

Erste Ergebnisse aus den Wahllokalen werden gegen 18:15 Uhr erwartet, mit einem vorläufigen Endergebnis für Herne kann frühestens um 19:30 Uhr gerechnet werden. Die ARD-Prognose sieht SPD und CDU mit je 34,5 Prozent gleichauf. Die Grünen erreichen 12,5 Prozent, die FDP kommt laut Prognose auf 6,5 Prozent. Die Linke erhält 6 Prozent. 

Cornelia Sorci und Holger Otto vom städtischen Wahlteam.

18:15: Uhr: Rund 30 Interessierte verfolgen im Rathaus die Ergebnispräsentation, auch Bürgermeisterin Tina Jelveh schaut aufmerksam zu. Die Prognose wird eifrig diskutiert. Erste Hochrechnungen von ARD und ZDF sehen die SPD knapp vor der CDU.
Einen kuriosen Fall meldet die Wahlleitung. Ein Paar ist im Laufe des Tages im Herner Rathaus aufgetaucht und hat sich darüber beschwert, dass es die beantragten Unterlagen für die Briefwahl nicht erhalten habe. Ein Blick in den Computer ergab, dass die Papiere aber sehr wohl versandt worden sind. Einige Zeit später gab das Paar dann Entwarnung und entschuldigte sich im Rathaus für den Protest. Die Briefwahlunterlagen waren aufgetaucht - versteckt in einer Jugendzeitschrift der Tochter. Der Stimmabgabe der beiden stand damit nichts mehr im Wege. 

Eine Runde von Wahlhelferinnen an einem Tisch im Herner Rathaus.

Gegen 18:30 Uhr sind erste Ergebnisse für Herne da. Nach der Auszählung von vier der 155 Stimmbezirke sind die Stimmen so verteilt: SPD 49,6 Prozent, CDU 22,4 Prozent, Grüne 6,8 Prozent, Linke 8,6 Prozent und FDP 3,7 Prozent.
Um 18:45 Uhr ist jeder zehnte Herner Stimmbezirk ausgezählt. Das Ergebnis für die Stadt verfestigt sich. Eine Hochrechnung der ARD sieht um 18:43 Uhr die CDU um 0,1 Prozent vor der SPD. Nach ZDF-Kalkulation hat die SPD die Nase knapp vorn. Der Wahlabend bleibt auf Landesebene spannend.  

Ein Fernseher steht vor einer Leinwand. Auf Bildschirm und Leinwand sind Balkendiagramme mit Wahlergebnissen zu sehen.

Im Herner Rathaus treffen die ersten Wahlvorstände aus den Stimmlokalen ein und liefern die Endergebnisse schriftlich ab. Zuvor waren die Resultate bereits per telefonischer Schnellmeldung ins Rathaus übertragen worden. Etwa die Hälfte der Herner Stimmen ist um kurz nach 19 Uhr ausgezählt. So ist der Zwischenstand: SPD 49 Prozent, CDU 21,6 Prozent, Grüne 8,1 Prozent, Linke 8,3 Prozent, FDP 3,8 Prozent. Zu den aufmerksamen Zuschauern der Berichte aus Düsseldorf gehört auch Oberbürgermeister Horst Schiereck.
Inzwischen bereitet sich das Statistikteam der Stadt auf eine Nachtschicht vor. Es erstellt nach jedem Urnengang die umfangreiche Wahlanalyse. Sie wird bereits morgen vorgestellt. 

Das vorläufige amtliche Endergebnis liegt um 21:35 Uhr vor. Ein schwerer Software-Fehler hatte zu der zeitlichen Verzögerung geführt. Die Ergebnisse aus den Stimmbezirken waren zwar längst ins System eingegeben worden, ausgeworfen wurde aber leider zunächst nichts - weder auf der Leinwand im Rathaus noch im Internet.
So sieht die Stimmenverteilung der Erststimmen in Herne bei der Landtagswahl 2010 aus: SPD 50,7 Prozent, CDU 25,1 Prozent, Grüne 7,2 Prozent, Linke 8,7 Prozent, FDP 3,7 Prozent. Aus dem Wahlkreis 109 zieht Serdar Yüksel (SPD) in den Landtag ein. Alexander Vogt (SPD) gewinnt das Mandat im Wahlkreis 110. Die Wahlbeteiligung lag bei 56,1 Prozent.

Bei den Zweitstimmen ergibt sich folgendes Bild: SPD 47,8 Prozent, CDU 22,9 Prozent, Grüne 8,5 Prozent, Linke 7,9 Prozent, FDP 4 Prozent, Piratenpartei 2,2, REP 1,2, NPD 1,1. 

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