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„Ein schwerer Verlust für die Stadt“

Bei einer Pressekonferenz bewerten Oberbürgermeister Schiereck, Betriebsleitung und Feuerwehr den Brand im Wananas

Zur Pressekonferenz der Stadt Herne zum Großbrand des Freizeitbades Wananas kam Oberbürgermeister Horst Schiereck direkt von der Brandstelle. Gemeinsam mit der Geschäftsführung der Herner Bädergesellschaft hatte er sich ein Bild vom Ausmaß des Unglücks gemacht.

„Das Wananas war in der gesamten Region bekannt und vor allem bei Kindern sehr beliebt“, sagte Oberbürgermeister Horst Schiereck, der die Einrichtung nicht nur als Politiker, sondern auch als Vater von zwei Söhnen kennt. „Es ist ein schmerzlicher Verlust für die Stadt und für die vielen Familien, die es für Spiel und Sport genutzt haben.“
Selbst wenn an Stelle des abgebrannten Wananas alles dafür getan wird, so schnell wie möglich ein neues Freizeitbad zu bauen – in der Bäderlandschaft der Stadt Herne klafft nun für mindestens zwei Jahre eine Lücke, schätzt Schiereck. „Es wird nicht einfach sein, danach die Kunden wieder zurückzugewinnen“, so Hernes OB. „Das einzige Positive: Es hat keine Verletzten gegeben, außer Sachschäden ist nichts passiert.“
Erfreulich auch: Das Gebäude ist versichert, sein Wert wird aktuell mit 3,5 Millionen Euro beziffert. Der genaue Versicherungswert muss allerdings in den nächsten Tagen noch ermittelt werden, denn die Bädergesellschaft ist auch gegen den Betriebsausfall versichert. „Wir müssen jetzt erst einmal aufarbeiten, was heute Nacht passiert ist“, verwies der Oberbürgermeister auf die Herausforderungen, die kurzfristig zu stemmen sind.

Der Notruf ging um 1.45 Uhr bei der Feuerwehr ein, die mit zwei Löschzügen anrückte. Über den leeren Parkplatz konnten die Wagen bis zum brennenden Bad vorfahren. Zugführer Andreas Wolter: „Wir haben schnell festgestellt, dass das Gebäude in der Gesamtheit nicht zu retten war. Ein großer Teil der Dachhaut war schon durchgebrannt. Deshalb hieß es: Rettung zur Schadensbegrenzung. Wir führten Löschangriffe von allen Seiten und gaben massiv Wasser ins Feuer.“
          
Nachdem auch noch die Freiwillige Feuerwehr alarmiert war, befanden sich 70 Einsatzkräfte vor Ort. Einsatzleiter Uwe Windener: „Die Rauchschwaden sind heute Nacht zum Glück nach oben gestiegen und nicht am Boden geblieben. So stellten sie keine Belastung für die Nachbarschaft dar.“ Durch die Nebelbildung am frühen Morgen lag den Anwohnern zwar der Geruch sozusagen noch in der Nase, von der Unglücksstelle ging aber keine Gefahr aus.
Nach und nach, berichtete Windener, sei das Gebäude in sich zusammengestürzt. Nur Teile des Umkleide- und Saunabereichs seien von den Flammen nicht erobert worden, genutzt werden könnten sie aber nicht mehr. Auf den Raum, in dem sich die Chlorgas-Anlage mit 20 Chlorgas-Flaschen befand, griff das Feuer nach intensiven Löscharbeiten glücklicherweise nicht über; die Einsatzkräfte konnten die Anlage sichern. „Bei einer Explosion wären durch die Druckwelle Einsatzkräfte gefährdet gewesen und durch die Gaswolke auch die Anwohner“, erklärte der Einsatzleiter.
Bei der Nachbereitung des Brandes muss sich die Feuerwehr derzeit vor allem um die Sicherung bzw. Entfernung gesundheitsschädlicher, in Kanistern oder Behältern gelagerter Betriebsmittel kümmern. Mitarbeiter des städtischen Fachbereichs Umwelt sind ebenfalls vor Ort und unterstützen den Einsatz. „Eine akute Gefahr besteht nicht“, versichert Windener.
Auf Brandstiftung hindeutende Spuren oder gar Einbruchsspuren hat die Feuerwehr zwar nicht entdeckt, die Ermittlungen zur Brandursache obliegen allerdings der Kriminalpolizei. Sie konnte das verbrannte Gelände bislang nicht betreten.
Norbert Breitbach, Geschäftsführer der Herner Bädergesellschaft, kam um vier Uhr morgens an die Brandstelle. „Als erstes denkt man an die Mitarbeiter“, sagte er auf der Pressekonferenz. „Viele von ihnen waren schon zu Zeiten des alten Freibades dabei. Sie machen sich Sorgen um ihre Zukunft. Das wird in den nächsten Tagen mein Hauptaugenmerk sein.“ Breitbach hat aber auch die Sicherheit der Anwohner im Blick: „Die Bauruine und das Gelände werden wir absperren und von einem externen Dienst rund um die Uhr bewachen lassen.“
Die Bädergesellschaft Herne überlegt, ob sie die Mitarbeiter in zwei anderen Bädern in Herne, und zwar im „Südpool“ oder im „Lago“ unterbringen kann, wie Jörg Kämper, Kaufmännischer Leiter der Herner Bädergesellschaft, berichtet. An beiden Einrichtungen ist die Stadt Herne beteiligt. Zusammen mit der Sportverwaltung müsse ein umfassender Plan aufgestellt werden, der die nächsten Jahre regelt. Auch die Frage, ob die zahlreichen Kurse, die im Wananas angeboten wurden, nun ganz entfallen oder von anderen Bädern aufgegriffen werden, sei noch nicht geklärt.

Ältere Meldung zum Thema: Freizeitbad Wananas in Herne komplett abgebrannt +++ Zum Glück keine Verletzten +++ Schadenhöhe noch unbekannt

In der Nacht zu Donnerstag, 10. November 2011, ist das Herner Freizeitbad Wananas niedergebrannt. Verletzt wurde niemand, das Gebäude allerdings ist komplett zerstört. Die Feuerwehr bekämpfte den Großbrand in Spitzenzeiten mit 70 Einsatzkräften. Gegen 7 Uhr morgens war der Brand unter Kontrolle. Die sogenannte Brandwache zur Bekämpfung aufkeimender Brandnester hält noch an.
Die Notrufe der Anwohner gingen um 1:44 Uhr bei der Herner Feuerwehr ein. Den ersten Einsatzkräften vor Ort bot sich das Bild eines Vollbrandes. „Wir haben uns sofort auf die Sicherung der Chlorgas-Anlage konzentriert und dort den ersten massiven Löschangriff gestartet“, erklärt Einsatzleiter Uwe Windener, Berufsfeuerwehr Herne. Der Raum, in dem sich die Anlage befindet, konnte soweit gekühlt werden, dass die Einsatzkräfte zu den Chlorgas-Flaschen vordringen und sie sichern konnten. „Es ist kein Chlorgas ausgetreten“, so Windener.
Mitarbeiter der Stadtwerke Herne nahmen das städtische Freizeitbad derweil von der Stromversorgung; Mitarbeiter des Fachbereichs Tiefbau und Verkehr sperrten die umliegenden Straßen, so dass die Feuerwehr die notwendigen Löschwasserleitungen verlegen konnte.
          


Feuerwehrchef Michael Benninghoff geht davon aus, dass das Feuer bereits ein bis zwei Stunden vor dem ersten Notruf ausgebrochen sein muss. „Die Halle des Bades, vor allem die komplette Dachkonstruktion aus Holz stand bereits in Flammen, als wir eintrafen“, erklärt er. Zwar konnten Teile des Außen-Saunabereichs erhalten werden, sie sind aber durch den Brand nicht mehr zu nutzen.
Die gesamte Freiwillige Feuerwehr wurde nachalarmiert, 70 Feuerwehrkräfte kämpften von 3 Uhr nachts bis 7 Uhr morgens gegen die Flammen. Im Hintergrund arbeiteten noch einmal 40 Personen an den beiden Feuerwachen Herne und Wanne. Das THW hat sich vor Ort um die Verpflegung der Einsatzkräfte gekümmert.
Dezernent Meinolf Nowak, zuständig für die Bereiche Sicherheit und Öffentliche Ordnung, machte sich ebenso wie Norbert Breitbach, Geschäftsführer der Herner Bädergesellschaft, noch in der Nacht ein Bild von den Löscharbeiten am Wananas.
Die Flammen haben im Prinzip einen Trümmerberg an der Straße Am Freibad in Hernes Stadtbezirk Wanne hinterlassen. Dem muss sich nun die Kriminalpolizei annehmen, um zu klären, wie es zu dem Feuer kam. Die genaue Schadenshöhe wird derzeit ermittelt, der Verlust geht sicherlich in die Millionen.

Wananas – Rückblick zu den Anfängen

Das Wananas eröffnete am 12. November 1994. Namensgeber war ein Bürger, der sich an einem Namensfindungs-Wettbewerb beteiligt hatte. Dem 14-Millionen-Mark-Projekt musste das alte Freibad weichen, die Straße, an der das Freizeitbad liegt – Am Freibad – erinnert noch daran. Gebaut wurde das Bad von einem holländischen Unternehmen, das Experte in der damals modernen „Leichtbauweise“ für Freizeitbäder war.
Im Innenraum fielen das Priatenschiff und ein Wasserfall auf, eine große Holzbrücke bot Zugang zu einer 50-Meter-Rutsche, die nach draußen führte, sich spiralenförmig wand und dann wieder in die Halle zurück kam. Die Kleinkinder hatten zusätzlich ein Becken für sich. Optisch davon durch ein antik anmutendes Aquädukt getrennt, erstreckte sich das 25-Meter-Becken für die Erwachsenen. Freiluftfans hatten die Möglichkeit, nach außen in ein halbkreisförmiges Becken zu schwimmen. Die daran anschließende Wiese machte aus dem Wananas auch ein Freibad. In einem anderen Trakt waren auch Saunen angebracht.
Das Wananas ist Eigentum des Eigenbetriebes Bäder Herne, der es an die Herner Bädergesellschaft verpachtet hat, und somit eine 100-prozentige Stadttochter.

          

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