Der wasser)xkurs
Sie sind gerne in der freien Natur? Und Sie fahren gerne Fahrrad oder gehen spazieren? Herzlich willkommen zu unserem Wasser-Erlebnis-Pfad. Wir haben ihn wasser)xkurs genannt, weil man hier vieles erfährt über die Orte, die man vielleicht schon sein Leben lang kennt.
Es geht dabei um eine Region, ihre Geschichte und Hintergründe – und ganz speziell um das Thema „Wasser“. Wasser ist nicht nur ein Getränk – es heilt, es schützt, es regnet herab. Es spielt die größte Rolle beim Erhalt von Leben, Natur und Naturschutz. Man kann darin schwimmen, segeln, fahren. Man kann es einsparen oder vergeuden, aufbereiten oder speichern – kurz: man kann sehr, sehr viel darüber erfahren.
Rund um Herne haben fleißige Menschen zum Thema "Wasser" interessante Geschichten und Informationen gesammelt. An jedem Punkt auf unserem Fahrrad- und Wanderpfad, der für Sie von Interesse ist, finden Sie eine erläuternde Informationstafel.
Landschaftlich schön ist das Ganze sowieso.
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Die Stationen
Station 1: Hochstapelei im Namen der Erd-Geschichte (Quellbereich Ruhmbach, Gysenberger Wald)
Im Laufe der Entstehungsgeschichte unserer Erdkruste stapelte sich Erdschicht auf Erdschicht. Diese bilden mal feste, mal wasserdurchlässige Strukturen. Was hier im einzelnen geschehen ist und wie es sich auf Herne und Umgebung ausgewirkt hat, vermittelt der Haltepunkt ›Ruhmbach-Quelle‹.
Station 2: Wasserkraft fürs täglich’ Brot (Alte Mühle Gysenberg, Gysenbergstraße)
Es gab Zeiten, da lieferten Naturgewalten die Energie, die heute wie selbstverständlich aus der Steckdose kommt. Die Alte Mühle Gysenberg nutzte den Ostbach als natürliche Kraftquelle. Fast zwei Jahrhunderte ging das so, schließlich erledigte ein Motor die Arbeit. Heute ist die Mühle ein Denkmal.
Station 3: Mit Brief und Siegel (Betriebshof Südstraße)
Ein Siegel verschließt ein Schriftstück, damit es nicht in falsche Hände gerät. Eine versiegelte Fläche schützt am städtischen Betriebshof das Grundwasser vor schädlichen Einflüssen aus alter Industrie und Bergbau. Herne tut sein Bestes und gibt Ihnen Brief und Siegel darauf, dass Umweltschutz oben ansteht und Altlastenflächen wieder nutzbar gemacht werden können, ohne die Kanäle zusätzlich mit Regenwasser zu überfluten.
Station 4: Vom Regen in die Traufe (Hiberniaschule, Holsterhauser Straße)
Regenwasser auf ›nimmer Wiederseh’n‹? Das muss nicht sein. Im Rahmen des Projektes Route des Regenwassers fingen Schülerinnen und Schüler der Hiberniaschule in unterirdischen Zisternen Regenwasser auf und nutzten es als Brauchwasser für den Sanitärbereich. Nachvollziehen lässt sich das am kunstvollen Modell, in dem die Schülerinnen und Schüler den neuen Wasserkreislauf darstellten.
Station 5: Das Maß ist voll (Dorneburger Bach, Kurhausstraße/Landgrafenstraße)
Sparsame Wassersysteme sollen auch ökologisch sein. Am Beispiel des Dorneburger Baches wurde deutlich, wie wirtschaftlich ein Überlaufsystem mit einem natürlichen Gewässer gekoppelt werden kann. Wie das im einzelnen funktioniert hat, erfahren Sie am Haltepunkt.
Station 6: Steter Tropfen höhlt den Stein (Thermalbad Wanne, Am Solbad)
Wer’s in den Gelenken merkt, geht deshalb auch häufiger zur Soletherapie. Das Thermalbad Wanne des Rheumazentrums Ruhrgebiet ist eine der größten und auch bundesweit bekanntesten Einrichtungen zur Bekämpfung der üblen Volkskrankheit Rheuma. Wasser in einer besonderen Form spielt hier eine Hauptrolle. Übrigens tut Ihren Gelenken ein kleiner Spaziergang zur entsprechenden Informationstafel sicherlich auch sehr gut.
Station 7: Achtung! Umleitung (Mannesmanngelände Röhlinghausen, Marktstraße)
Auch der Regen kann nicht immer den direkten Weg nehmen. Anstatt direkt ins Grundwasser einzusickern, muss er den Umweg über die Kanalisation nehmen, die aber eigentlich andere Aufgaben erledigen soll. Mannesmann-Röhlinghausen hat sich über Versickerungstechnologie von der Kanalisation unabhängig gemacht.
Station 8: Doppelt hält besser (Gut Steinhausen/Dannekamp, Wiedehopfstraße)
Naturschutz mit Kosteneinsparungen lassen sich verbinden. Jeder Bürger muss normalerweise Niederschlagswassergebühren bezahlen. Die kann er aber einsparen, wenn er in Dachbegrünung oder Entsiegelungen investiert. Ursache für die Beanspruchung der Kanalisation sind die Versickerungs-Verhinderer, die mit Asphalt und Beton versiegelten Flächen in den Städten. Das Gut Steinhausen im Dannekamp hat gezeigt, wie’s auch anders geht.
Station 9: Umbettung (Fleuthebrücke, Dorstener Straße)
Jeder kennt die Emscher, die Fleuthe dagegen ist wahrscheinlich seltener bekannt. Zu Zeiten, als das Emschertal noch ein idealer Siedlungsraum für Wildpferde war, mündete die Fleuthe in die Emscher. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Fleuthebrücke errichtet, die ein wichtiges Bindeglied des ›Cahlenschen Kohlenweges‹ war. 1910 wurde die Emscher verlegt und verläuft seitdem zum Teil im ehemaligen Bachbett der Fleuthe.
Station 10: Er-Klärung mit Happy End (Brücke Recklinghauser Straße)
Schmutzig war die Emscher jahrzehntelang, nun geht das zu Ende. Die Emscher wird zusehens sauberer – neue Kläranlagen spielen dabei auch eine Rolle. Sie sind Teil eines mustergültigen Gesamtplanes für die Emscher innerhalb eines europäischen Rahmens. Was genau zu diesem Happy-End führen soll, erfahren Sie am Standort Emscher/Brücke Recklinghauser Straße.
Station 11: Durchgeschleust (Schleuse Wanne-Eickel, Altcrange)
Es gibt Anziehungspunkte, zum Beispiel Bahnhöfe oder Häfen, an denen treffen viele Menschen aufeinander, und dementsprechend viele Geschichten werden hier erzählt. Die Schleuse in Wanne-Eickel ist auch so ein Ort, an dem viel passiert ist. Wollen Sie wissen, was? An Ort und Stelle können Sie Geschichten hören vom Kanal, von der Schleuse, von Schiffen und von Menschen, die am Kanal leben und arbeiten.
Station 12: Trinkwasser marsch (Brücke Hertener Straße)
Die Brücke Hertener Straße trägt eine Wasserversorgungsleitung. Man sieht, Trinkwasser ist überall – ganz selbstverständlich. Aber weit hinter der Spülmaschine zuhause, der Waschanlage oder dem Hallenbad stecken ein umfangreiches Wasser-Transportwesen und Qualitätssicherung. Wasser ist nicht umsonst das am strengsten überwachte Lebensmittel.
Station 13: Keine halben Sachen (Steag/Rhein-Herne-Kanal, Rottstraße)
Weil Wasser ein so wertvolles Lebensmittel ist, sollte es sparsam eingesetzt werden. Gerade in der Industrie gibt es ein großes Potenzial, Wasser mit Köpfchen einzusetzen. Ein Unternehmen hat uns vorgemacht, wie das geht: Sein Heizkraftwerk verbraucht nur noch halb so viel Wasser wie zuvor. Wie das geht? Fahren Sie mal zur Steag am Rhein-Herne Kanal.
Station 14: Feind ahoi (Schloss Strünkede, Karl-Brandt-Weg)
Wofür Wasser nicht alles gut ist! Schon im 13. Jahrhundert war Wasser extrem wichtig. Nicht nur als Getränk, sondern als Schutz vor Eindringlingen. Es geht in unserer Geschichte um eine Burg, um eine Anlage aus mehreren Wassergräben hintereinander und – bereits damals! – um Umweltverschmutzung. Ein Lehrbeispiel aus den Anfangstagen unserer Region.
Station 15: Von Wellen und Wellness (Yachthafen Friedrich der Große, Gneisenaustraße)
Hätten Sie’s gedacht? In Herne gibt es einen Yachthafen mit Namen ›Friedrich der Große‹. Ziehen sich Bergbau und Industrie zurück, kommen die Skipper und Seeleute. Die zwischenzeitlich verwaisten Kais, wo früher Kohle verschifft wurde, sind nun Anlegestellen für Yachten und ihre kleineren Geschwister, Motor- und Ruderboote sowie Kanus.
Station 16: Aus alt macht neu (Teich Voßnacken)
Einer der bedeutendsten Lebensräume für Pflanzen und Tiere in Herne, das Naturschutzgebiet Voßnacken, hatte keinen natürlichen Ursprung. Es entstand in Folge von Bergsenkungen, die auch einen Weiher entstehen ließen. Das Gelände wurde von da an zur Heimstadt für viele seltene Tierarten.
Station 17: Landschaft mit Narben (Belvedere Mont Cenis, Hénin-Beaumont-Straße)
Wenn man eine Wunde gut versorgt, spürt man sie bald nicht mehr. Genauso verhält es sich mit den Altlasten der Bergwerksstandorte. Gesucht und gefunden wurden hier Lösungen, die dafür sorgen, dass nichts von den alten Schadstoffen aus dem Erdreich ins Grundwasser dringt. Informieren Sie sich darüber beim Standort
Belvedere Mont Cenis.
Station 18: Eins, zwei, drei, schon ist die Gründerzeit vorbei (Kaiser-Wilhelm-Turm, Am Volkspark)
Der gründerzeitliche Kaiser-Wilhelm-Turm von 1913 kombiniert das Notwendige mit dem Angenehmen. Der über 30 Meter hohe Turm war als Wasserspeicher gedacht, diente aber gleichzeitig als Aussichtsplattform über die weite Landschaft. Auch heute macht der stattliche Turm als Sinnbild einer gewesenen Epoche noch von sich Reden.