Das Fahrradverleihsystem "metropolradruhr" gibt es jetzt auch in Herne. Vor knapp einem Jahr wurden die ersten Stationen in Dortmund in Betrieb genommen. Mittlerweile stehen in zehn Städten des Ruhrgebiets 1.600 Räder an 150 Leihstationen, mit denen man nicht nur in den Städten, sondern auch von Stadt zu Stadt fahren kann. Wer will, kann von Hamm bis nach Duisburg radeln und dort das Rad am Zielort an einer beliebigen Station abgeben. In Fachkreisen spricht man von einem "one-way-system". Weil die Verleihvorgänge von Station zu Station erfolgen, sind die Preise auch recht günstig. Ein Rad, eine Stunde, ein Euro, ein Slogan, den man sich leicht merken kann. Ab der fünften Stunde kostet es acht Euro, dann kann das Rad den ganzen Tag genutzt werden. Auf dem Herner Stadtgebiet gibt es sieben Stationen mit 70 Rädern. In den meisten Fällen sind die "metropolradruhrstationen" in der Nähe von ÖPNV-Haltestellen, so auch am Herner Bahnhof und am Wanner Hauptbahnhof.
Einen großen Bahnhof hat es auch zur Inbetriebnahme des Verleihsystems in Herne gegeben. Vor dem Rathaus begrüßte Oberbürgermeister Horst Schiereck unter anderem den parlamentarischen Staatssekretär Horst Becker aus dem NRW-Verkehrsministerium und vom Regionalverband Ruhr (RVR) den neuen Planungsdezernenten Martin Tönnes. Nach den Grußworten von OB Schiereck und dem Staatssekretär schwangen sich 15 "Fahrradförderer" auf die "metropolräder" und radelten zur Station am Archäologiemuseum. Von da aus ging es circa zwei Kilometer zum Bahnhof. Dort wurden die Räder an der Station abgestellt und alle fuhren mit dem Linienbus der HCR zurück zum Rathaus. Damit sollte die Mobilitätskette Fahrrad und öffentlicher Personennahverkehr dargestellt werden. "Mit dem Fahrrad ließen sich viele überflüssige Autofahrten vermeiden, bei denen zum größten Teil Strecken unter fünf Kilometer zurückgelegt werden", so Staatssekretär Horst Becker.
Das "metropolradruhr" ist ein Gemeinschaftsprojekt des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR), des RVR und zehn Ruhrgebietsstädten unter der Federführung der Stadt Dortmund. Das Bundesverkehrsministerium fördert den Aufbau des Systems bis zum Jahr 2012 mit insgesamt 2,3 Millionen Euro. Dann sollen 3.000 Räder an 300 Leihstationen auf den Straßen sein.