Frauen und Katzen: Die unendliche Liebesgeschichte
Von Silke Bender (Text) und Kirsten Weber (Fotos)
Frauen und Katzen. Unzertrennbar. Gemeinsam gehen sie durch dick und dünn, teilen traurige und fröhliche Tage. Was sind zerkratzte Tapeten, durchwühlte Mülltonnen, zerbrochene Vasen schon gegen dieses unglaubliche Schnurren, dieses gemächliche Einrollen auf dem Bauch, diese tiefen Blicke... Frauen und Katzen. Eine Liebe für sich.
Draußen ist es grau, düster, der Wind geht, es regnet. Drinnen schnell alle Fenster geschlossen, den dicken Schmöker bereit gelegt - das Sofa ruft. Wohl auch in der Katzensprache, denn entweder ist die kuschelige Ruheoase längst belegt (schon wieder alles Fell der Welt auf diesen spärlichen Quadratzentimetern), oder aber die in allen Verstecken der Wohnung versprengten Vierbeiner nähern sich majestätisch an, sobald Mensch endlich darauf Platz genommen hat.
„Es gibt nichts Gemütlicheres, als eine Katze auf der Couch zu haben“, sagt Petra Hanisch, 46, Mitarbeiterin des Fachbereichs Presse und Kommunikation. Sie hat gleich drei zur Auswahl: Ody, den Dicken (13), Pablo, den Kleinen (1), und Leo, den Bekloppten (2). Psychokater Leo hat’s aber nicht leicht: Er ist ängstlich und schüchtern, hat sich in dem Jahr, in dem er bei Petra lebt, nicht einmal auf den Arm nehmen lassen (natürlich verweigert er auch das Fotoshooting). Als riesigen Vertrauensbeweis muss man seine Annäherungsversuche in Richtung Sofa und Frauchen daher sehen – doch leider wird der Dicke in solchen Momenten äußerst eifersüchtig und knallt ihm eine. Katzen können gemein sein.
Frauen und Katzen. Unzertrennbar. Gemeinsam gehen sie durch dick und dünn, teilen traurige und fröhliche Tage. Was sind zerkratzte Tapeten, durchwühlte Mülltonnen, zerbrochene Vasen schon gegen dieses unglaubliche Schnurren, dieses gemächliche Einrollen auf dem Bauch, diese tiefen Blicke... Frauen und Katzen. Eine Liebe für sich.
Draußen ist es grau, düster, der Wind geht, es regnet. Drinnen schnell alle Fenster geschlossen, den dicken Schmöker bereit gelegt - das Sofa ruft. Wohl auch in der Katzensprache, denn entweder ist die kuschelige Ruheoase längst belegt (schon wieder alles Fell der Welt auf diesen spärlichen Quadratzentimetern), oder aber die in allen Verstecken der Wohnung versprengten Vierbeiner nähern sich majestätisch an, sobald Mensch endlich darauf Platz genommen hat.
„Es gibt nichts Gemütlicheres, als eine Katze auf der Couch zu haben“, sagt Petra Hanisch, 46, Mitarbeiterin des Fachbereichs Presse und Kommunikation. Sie hat gleich drei zur Auswahl: Ody, den Dicken (13), Pablo, den Kleinen (1), und Leo, den Bekloppten (2). Psychokater Leo hat’s aber nicht leicht: Er ist ängstlich und schüchtern, hat sich in dem Jahr, in dem er bei Petra lebt, nicht einmal auf den Arm nehmen lassen (natürlich verweigert er auch das Fotoshooting). Als riesigen Vertrauensbeweis muss man seine Annäherungsversuche in Richtung Sofa und Frauchen daher sehen – doch leider wird der Dicke in solchen Momenten äußerst eifersüchtig und knallt ihm eine. Katzen können gemein sein.
Gimli will dauernd schmusen.
Leo und der Geier - ein Dreamteam!
Einmal Katzen, immer Katzen?
Als Petra Anfang 20 war, schlich Carlos in ihr Leben. Damit der sich nicht einsam fühlte, wurde Bello (eine Katze!) im Fundbüro abgeholt – und die typische Love-Story nahm ihren Lauf: Carlos und Bello mochten sich sehr und zeugten drei Babys... Da Petra dann aber selbst Nachwuchs erwartete, trennten sich die Wege von Menschen und Miezen zunächst. Ein gutes Jahrzehnt später tauchte Ody auf – an einer Haltestelle der Straßenbahnlinie 306. Er machte es sich im Hause Hanisch bequem und verschaffte weiteren Artgenossen Zutritt. Giacomo etwa verbrachte neun Jahre seines Katerlebens mit Ody, bevor er die finale Fahrt zum Tierarzt antreten musste. Die „alte Ziege“ Luzie attackierte Ody zwei Jahre lang mit ihren Krallen – und verstarb im Alter von 16. Dann gab das Tierheim Leo frei (zwei Tage saß der schüchterne Kerl zunächst auf Handtüchern im Badezimmer), und Petras Tochter Ines steuerte Pablo, den Hektiker, bei (warum wohl?). Bei diesem Kommen und Gehen war jedoch eins immer klar: Ody ist der Boss! Selbst der naseweise Pablo hat es nicht geschafft, ihm den Posten abspenstig zu machen. „Der Kleine hat’s versucht und wollte ihm eine tunken“, sagt Petra lachend, „aber so altersschwach ist Ody noch nicht.“
Ein Dasein ohne ihre Samtpfoten käme für Petra nicht mehr in Frage. „Für mich ist das Lebensqualität“, sagt sie – und drückt beide Augen zu, wenn es um die Qualität der Wohnungseinrichtung geht. Die Schallplatten haben unter Odys Kratzphase arg gelitten, auch eine Glasscheibe ging bei einer Hetzjagd durch die Bude schon mal zu Bruch. Petra zuckt die Achseln. „Pingelig darf man halt nicht sein.“
Ein Blick – und es hat Zoom gemacht
Liebe auf den ersten Blick war es für Anne Graupe, 47, Erzieherin in der Kindertagesstätte Königstraße. „Ein Kind aus meiner Hortgruppe brachte einmal zwei Karthäuser mit, um sie vorzustellen“ – und schon war es um Frau geschehen. Diese Schmusetiger wollte sie nach dem schmerzlichen Abschied von ihrer Perserkatze sieben Jahre zuvor wieder in ihr Leben lassen. Doch die flauschigen Wesen sind nicht ganz billig, und da es auf jeden Fall zwei sein sollten, ließ sich die Katzenmama in spe Zeit bei der Suche. Am 2. Oktober 2004 schließlich landeten Gimli (ein Er) und Guinnevere (eine Sie) in Annes Obhut. Dem Mädchen gab sie fix einen Namen, den man auch aussprechen kann: Lilli (nach der Fee im Bilderbuch von Enkelin Lina).
Von Liebe erfüllt zeigten sich nach nur wenigen Wochen viele Beteiligte: Da wäre zunächst Gimli selbst, der Lilli heiß und innig anbetet und immer unruhig wird, wenn er sie mal nicht sofort findet. Annes tiefe Zuneigung ist seit dem Tag, als Gimli ihr beim Züchter um die Beine strich, stetig gewachsen. Was hat sie sich für Sorgen gemacht, als die Ankömmlinge anfangs nur zwischen Katzenbox und Katzenklo pendelten! „Am dritten Tag haben sie dann so getan, als wären sie schon immer hier gewesen“, wundert sich Anne. Ihre Mutter ist ebenfalls in die beiden Exemplare der als zutraulich, verschmust und robust geltenden Rasse vernarrt. „Meine Mutter wird 80, und obwohl Treppen für sie beschwerlich sind, ist sie während meines Urlaubs jeden Tag die Stufen hochgestiegen, um bei den Katzen zu sein.“ Und Annes Tochter war so begeistert von dem Nachwuchs, dass sie sich gleich selbst eine Karthäuserin kaufte.
So sind sie halt, die Mädels...
Vom Wesen her sind Gimli und Lilli grundverschieden. Er will dauernd schmusen, sie nur manchmal; er haart auf Teufel komm’ raus, sie überhaupt nicht; er ist phlegmatisch, hat seine Genossin aber im Griff; sie ist die abwartende Beobachterin und manchmal eine Zicke. So sind sie halt, die Mädels... Anne hat sich seit dem Einzug des Pärchens auch verändert: Sie ist entspannter. „Die Zwei strahlen eine solche Ruhe aus und sind so gar nicht hektisch – da springt man selbst auch nicht mehr wegen jeder Kleinigkeit auf.“ Höchstens wenn Gefahr im Verzug ist. Wie neulich, als sich beide in die selbe Kuhle zwängen wollten und der Kratzbaum umkippte.
Pablo, der Kleine, sieht gar nicht so klein aus...
Cassy zeigt's Rondo allemal...
Der Klassiker: Katze gegen Hund
Kommen wir zu einem weiteren Boss, einem weiblichen: Filou, neun Jahre alt, wohnhaft bei Sabine Kleikamp, 37, die in der Tageseinrichtung für Kinder am Lackmanns Hof das Geld fürs Futter verdient. Schon als Kind träumte Sabine von eigenen Tieren, bekommen hat sie damals „nur“ einen Hasen. 1996 verwirklichte sie endlich ihren Wunsch: Der Tierschutzverein vermittelte Filou, anfangs noch rank und schlank, inzwischen mit einer kräftigen Plauze versehen. „Hach“, jammert Sabine, „das kommt durch die Kastration – danach haben beide zugelegt.“ Beide? Ja, denn natürlich wollte auch Filou auf Dauer eine Spielgefährtin. Also stieß Cassy mit dem Babygesicht dazu und verzog sich erst mal unter die Couch (vier Tage lang – was das Nerven kostet!). Doch Katze Nummer 1 und Katze Nummer 2 verstanden sich auf Anhieb, darauf kommt’s an. Vor allem seitdem Rondo da ist. Man könnte zwar auf den ersten Blick meinen, dass der fünfjährige Mischlingshund die beiden Grazien im Griff hat (hinterher wetzen und laut kläffen ist prima!), doch eigentlich sind es Filou und Cassy, die beim klassischen Kampf Katze gegen Hund punkten.
Nachts ist das Samtpfoten-Duo besonders hinterhältig. Tapert Rondo die Stufen runter zur Küche, weil er Durst hat, positionieren sich die Feinde oben an der Treppe – bereit für eine Überraschung. Hinter mancher Tür kann Katze zudem in herrliche Lauer-Position gehen und Bello einen ordentlichen Schreck einjagen. Wie gesagt: Katzen können gemein sein...
Gleich ist Feierabend. Auf Petra wartet ihre Bande bestimmt schon, besonders Ody, der eine eingebaute Uhr im Magen hat. Auch Anne wird sich wohl sofort einer ausgiebigen Kuschelrunde hingeben, Sabine die Plauzen ihrer Damen tätscheln. Und ich? Ich werde von Leopold und Caruso an der Tür begrüßt. Wetten, die Jungs haben wieder die Mülltonne umgekrempelt?




