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Das Wappen der Partnerstadt Konin

Konin - Polen


Konin - Viele Herner haben ihre Wurzeln in Polen

"Polen sind bei uns wahrlich keine Fremden", sagte Hernes Oberbürgermeister Willi Pohlmann bei der Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages mit Konin am 8. Oktober 1991. "Die große Anzahl polnischer Namen in unserer Stadt weist auf die Wurzeln eines Teiles unserer Bevölkerung im Osten Europas hin." Die Städtepartnerschaft zwischen Herne und Konin hatte übrigens einen besonderen Fürsprecher: Hénin-Beaumont nämlich, das schon seit langem freundschaftliche Beziehungen zu Konin unterhielt.

Eine einzigartige Kulturlandschaft
Konin liegt in einer einzigartigen Kulturlandschaft. Polens Mitte lädt ein zu Spaziergängen durch historische Städte wie Posen (100 Kilometer entfernt), Thorn oder Warschau. Doch auch die Wojewodschafts-Stadt mit ihren 81.000 Einwohnern hat ihre eigenen Reize. Besucher können sie nicht verfehlen: Konin liegt an der Warthe, an der internationalen Straße Nummer 2 und an einer wichtigen Eisenbahnlinie. Ans linke Ufer bettet sich die Altstadt, am rechten Ufer erstreckt sich ein neuer Stadtteil. Einige Kilometer weiter gelangt man in den Industriebereich mit dem Braunkohletageabbau, den Elektrizitätswerken und einer Aluminiumhütte.

Leidvolle Geschichte
Die Entstehung Konins ist eng mit dem Flussübergang verbunden, an dem sich zwei Handelswege kreuzten. Die frühe Siedlung lag an der legendären Bernsteinstraße, die Südeuropa mit der Ostsee verband. Die Gemeinde erhielt wahrscheinlich 1293 die Stadtrechte zugesprochen und entwickelte sich durch die Jahrhunderte zu einer Kleinstadt mit aufblühendem Handel. Erst in den letzten Jahrzehnten wanderten viele Menschen zu: 1965 zählte Konin erst 27.000 Einwohner.

Konins Vergangenheit ist ein Spiegelbild der polnischen Geschichte. Mehrmals teilten die Anliegerländer Preußen, Russland oder Österreich das Land unter sich auf. Nach 1815 beteiligte sich die Bevölkerung Konins an vier Aufständen gegen die Fremdherrschaft - nach deren Niederschlagung vergrößerten die Teilungsmächte die Repressionen.

Im 19. Jahrhundert begann eine langsame aber dauerhafte industrielle Entwicklung - es entstanden die ersten Fabriken, die Produkte aus dem Ackerbau verarbeiteten oder landwirtschaftliche Werkzeuge oder Maschinen herstellten. 1914 kam Konin unter deutsche Besatzung. Nach den Depressionen der 20er und 30er Jahre erholte sich die Stadt allmählich, doch die kurze Zeit der Unabhängigkeit wurde brutal durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs unterbrochen.

Die Stadt war Schauplatz öffentlicher Hinrichtungen, Vertreibungen und Verhaftungen. 1941 ermordeten die Nazis fast 3.000 jüdische Bürger. 1945 besetzten die Sowjets Konin. Die kommunistische Herrschaft dauerte bis 1990 an.

Aufschwung durch Braunkohle
Nach dem Zweiten Weltkrieg trug der Braunkohleabbau zum wirtschaftlichen Aufschwung bei. Bald platzte das Städtchen aus allen Nähten, viele neue Siedlungen entstanden an der rechten Uferseite. Nach 1975 wurde Konin Provinzhauptstadt und ein wichtiges Verwaltungszentrum. Nördlich der Stadt erstreckt sich ein Seensystem, durch das ein Wasserweg die Warthe mit der Weichsel verbindet. Wer Erholung sucht oder Wassersport betreiben will, erreicht die dort entstandenen Freizeitanlagen in wenigen Autominuten.

Kulturelle Veranstaltungen
Erholung ganz anderer Art bietet das Kulturzentrum mit verschiedenen Werkstätten, einem Veranstaltungssaal für 500 Zuschauer, zwei Ballettsälen, einem Kino und einem Café. Zum Haus gehört auch das Amphitheater, das 5.000 Zuschauer fasst. An der Tagesordnung sind dort große Veranstaltungen, die in ganz Polen einen Ruf haben: ein Kinderlieder- und Tanzfestival, das internationale Tanzturnier und ein Kabarett-Derby. Über Stadt- und Landesgrenzen hinaus bekannt wurde die Folkloregruppe "Konin". Das Ensemble zählt 40 Personen und besteht aus einer Tanz- und einer Vokalgruppe sowie aus Solisten.

Historische Bauten
Viele historische Bauten beleben das Stadtbild. Die Gwiozdziarska-Straße gehört zu den ältesten in Konin, und sie ist vor allem die einzige, die ihren mittelalterlichen Charakter bewahrt hat. Besonders sehenswert: die St. Bartholomäus-Kirche aus dem 15. Jahrhundert mit barockem Innenteil und schönen Glasfenstern, ein Renaissancehaus von Zamelko (17. Jahrhundert), der Steinerne Wegweiser (1151), das Rathaus (17. bis 19. Jahrhundert). Das Schloss in Goslawice (15. Jahrhundert) ist Sitz des Kreismuseums, das naturwissenschaftliche, historische und archäologische Raritäten präsentiert sowie eine interessante Sammlung der modernen Kunst. Gleich daneben befindet sich ein Freilichtmuseum des polnischen Holzbaus.


Sehenswertes in der Umgebung
  • Kloster in Bieniszewheide
  • Sanktuarium der Mutter Gottes in Lichen, 15 Kilometer von Konin entfernt, zu dem alljährlich 1,5 Millionen Pilger strömen (eindrucksvoll: die Stationen des Kreuzgangs)
  • Kazimierz-Wälder; Mielno-See mit vielen Wasservögeln
  • Stare-Miasto - mit romanischer Peter- und Paulkirche
  • Gotische Kirche Konin-Goslawice aus dem 15. Jahrhundert; eines der wertvollsten Beispiele der mittelalterlichen Architektur

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