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Frauen in der Politik - Politik für Frauen?

Zwei Frauen sitzen vor dem Reichstag / © PhotoCase.de

Ein Rückblick:

Erst 12 Jahre nach Gründung der BRD wurde 1961 zum ersten Mal eine Frau Bundesministerin: Elisabeth Schwarzhaupt, CDU, übernahm das Ressort Gesundheitswesen. In den 60er und 70er Jahren blieben die Frauen in den Bundesregierungen zuständig für die "typisch weiblichen" Ressorts wie Familie, Jugend und Gesundheit. Einzige Ausnahme: Marie Schlei, SPD, war von 1976 bis 1978 Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Erst 1992 übernahm mit Sabine Leutheusser-Schnarrenberger erstmals eine Frau mit dem Justizministerium ein "klassisches Ressort". Die beiden bisherigen Bundestagspräsidentinnen – Annemarie Renger, SPD, 1972 bis 1976, und Rita Süssmuth, CDU, 1988 bis 1998 – setzten das mit ihrer Popularität verbundene Medieninteresse bewusst auch für ihr frauenpolitisches Engagement ein. (Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung)
 
Viele Hände / © PhotoCase.de

Und heute?

Erstmalig in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ist das Amt des Bundeskanzlers von einer Frau besetzt. Unsere derzeitige Bundeskanzlerin heißt Angela Merkel, CDU . IIm Bundeskabinett entscheiden sechs Frauen und zehn Männer. Im Landtag Nordrhein-Westfalens sitzen 58 weibliche Abgeordnete und 129 männliche. Der Frauenanteil beträgt im Landtag 31 % (Grüne 55 %, SPD 45 %, FDP 33 %, CDU 18 %). Im Herner Stadtrat vertreten 20 weibliche und 44 männliche Stadtverordnete die Interessen der Bürgerinnen und Bürger. Der Frauenanteil beträgt im Stadtrat ebenfalls 31 % (Die Linke 60 %, Grüne 50 %, CDU 35 %, FDP 25%, SPD 24 %, übrige 0 %).
Also: Ein Anfang ist gemacht, aber das Ziel einer gleichberechtigten Teilhabe noch lange nicht erreicht.

Auch heute sind Frauen in der Politik besonders gefordert. Sie werden in den Medien anders dargestellt als Männer. Dabei braucht gute Politik die Kenntnisse, Lebenserfahrungen und Fähigkeiten von Frauen. Und wenn die Interessen von Frauen über Parteigrenzen hinweg gemeinsam vertreten werden, dann ist dies ein Beitrag gegen die zunehmende Politikverdrossenheit, die sich auch bei jungen Frauen in Desinteresse und rückläufiger Wahlbeteiligung niederschlägt.

Welche Angebote es sonst noch für politikinteressierte Frauen in Herne gibt, wird hier nach und nach im Frauen-Portal vorgestellt. Wenn Sie Tipps, Ergänzungen und Anregungen zu diesem Thema haben, schreiben Sie an ulrike.hammerich@herne.de
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