Wichtige Hinweise .
Seitenübergreifende Links .
Suchfunktion .
Rechte Spalte / Module .

Veranstaltungen

Mo Di Mi Do Fr Sa So
30 . 1 . 2 . 3 . 4 . 5 . 6 .
7 . 8 . 9 . 10 . 11 . 12 . 13 .
14 . 15 . 16 . 17 . 18 . 19 . 20 .
21 . 22 . 23 . 24 . 25 . 26 . 27 .
28 . 29 . 30 . 31 . 1 . 2 . 3 .
Event Suchfunktion .
Dokumenteninhalt .

Evengelisches Krankenhaus Herne

NEUROLOGIE / STROKE UNIT



Beim Schlaganfall zählt jede Minute

Anlaufstelle für Patienten mit akuten oder chronischen Problemen

Für Patienten mit akuten oder chronischen neurologischen Problemen gibt es in Herne nur eine Anlaufadresse: das Evangelische Krankenhaus. Hier werden Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems sowie der Muskulatur behandelt. Ein Schwerpunkt der Neurologischen Abteilung liegt bei der optimalen Versorgung von Schlaganfallpatienten in der Stroke Unit.

“Das Wichtigste bei einem Schlaganfall ist schnelles Handeln”, erklärt Chefarzt Dr. Joachim Klieser. Wenn eine intensive Versorgung in den ersten drei Stunden nach Auftreten der Symptome einsetzt, bestehen die besten Überlebens- und Behandlungschancen für den Patienten. Dies gilt auch, wenn nur leichte Störungen zu verzeichnen sind. Die häufigsten Symptome sind Gefühlsstörungen oder Kraftminderung einer Körperseite. Ein Schlaganfall kann sich jedoch auch als Sehstörung oder Störung beim Sprechen oder Verstehen bemerkbar machen.

Zur optimalen Behandlung gehören eine sichere Diagnosestellung und ein speziell geschultes neurologisch erfahrenes Team mit zusätzlicher radiologischer und internistischer Fachkompetenz, wie es im EvK Herne anzutreffen ist. Eindrucksvolle positive Erfahrungen, die anfangs in den USA, kurz darauf auch in Deutschland mit speziellen Schlaganfall-Überwachungseinheiten gemacht wurden, haben das EvK Herne dazu veranlasst, innerhalb der Neurologischen Abteilung eine eigene “Stroke Unit” einzurichten. Hier werden innerhalb kürzester Zeit alle zur präzisen Diagnose benötigten Untersuchungen durchgeführt. Wenn dabei eine Hirnblutung ausgeschlossen wurde und der Verdacht auf eine Durchblutungsminderung des Gehirns besteht, schließt sich sofort eine Ultraschalluntersuchung der Hals- und Hirngefäße an.

Hohes Risiko eines erneuten Schlaganfalls

So wird die Voraussetzung geschaffen, eine Lysebehandlung durchzuführen. Dabei wird der Blutpfropf aufgelöst, der ein Gehirngefäß verstopft. Dies ist unter bestimmten Voraussetzungen innerhalb der ersten Stunden nach Symptombeginn möglich. Da gerade unmittelbar nach dem Schlaganfall das Risiko eines erneuten Schlaganfalles am größten ist, müssen vorbeugende Maßnahmen so schnell wie möglich ergriffen werden. Diese Maßnahmen können - abhängig von der Ursache der Durchblutungsstörung - Infusionsbehandlungen sein, die die Fließeigenschaften des Blutes bessern oder die Blutgerinnung beeinflussen. Geht der Schlaganfall von einer verstopften Halsschlagader aus, muss möglichst schnell eine gefäßchirurgische Operation durchgeführt werden. Bei Blutungen im Schädelinneren kann eine rasche neurochirurgische Operation erforderlich sein. Hier bietet die enge Kooperation mit den entsprechenden Abteilungen des EvK entscheidende Vorteile.

Die Stroke Unit hat zwei Überwachungszimmer für Schlaganfallpatienten. Sie sind mit insgesamt vier Monitoren ausgestattet, mit denen die kontinuierliche Überwachung von EKG, Blutdruck, Sauerstoffversorgung, Atmung und Temperatur möglich ist. Die Daten der Patienten werden in einer zentralen Überwachungseinheit im Schwesternzimmer kontrolliert. Diese umfassende Überwachung erlaubt in der Akutphase die optimal kontrollierte Therapie des Patienten.

Frühzeitige therapeutische Betreuung

Eine der mehrfachen Visiten wird interdisziplinär durchgeführt, um so die Behandlung des Patienten fachübergreifend zwischen Neurologen und Internisten abzustimmen. Komplikationen des Herz-/ Kreislaufsystems und der Lunge oder auf neurologischem Gebiet können so eher erkannt und mit größerem Erfolg behandelt werden.

Wesentlicher Bestandteil des Therapiekonzeptes der Stroke Unit ist auch eine frühzeitige krankengymnastische, ergotherapeutische und sprachttherapeutische Betreuung. Sie dient der Behandlung von Lähmungen, von Sprach- und Schluckstörungen, aber auch der Vermeidung von Komplikationen, wie zum Beispiel Lungenentzündungen. “Eine Vielzahl von Studien belegt, dass Patienten, die in der Stroke Unit behandelt werden, deutlich bessere Überlebenschancen haben und wesentlich weniger dauerhafte Schäden davon tragen”, erklärt Chefarzt Dr. Joachim Klieser. Die Bedeutung und optimale Funktionalität der Stroke Unit am EvK wird durch den Zertifizierungsprozess der Deutschen Schlaganfallhilfe bestätigt. Daneben ist die Anerkennung als Behandlungsschwerpunkt durch die Bezirksregierung Arnsberg und das Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Nordrhein-Westfalen zu erwarten.

Doch nicht nur Schlaganfallpatienten erfahren eine optimale Versorgung. Zur Diagnostik neurologischer Krankheitsbilder stehen sämtliche üblicherweise vorgehaltenen Untersuchungsverfahren zur Verfügung. Mit Hilfe dieser Untersuchungsmöglichkeiten gelingt es, auch seltenere Krankheitsbilder zu diagnostizieren und eine gezielte Therapie zu veranlassen. Behandelt werden sämtliche Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems sowie der Muskulatur. Besonders häufig vertretene Krankheitsbilder sind Schlaganfall, Hirndurchblutungsstörungen unterschiedlichster Genese, Epilepsien, Parkinsonsyndrom, akute oder chronisch-entzündliche Erkrankungen wie Meningitis oder Multiple Sklerose.



BAUCHZENTRUM / MINIMALINVASIVE CHIRURGIE



Im Zentrum steht der Bauch

Bauchzentrum beschreitet neue Wege

Im Interesse der Patienten sind mit dem neu gegründeten Bauchzentrum die Grenzen zwischen der konservativen Inneren Medizin und der klassischen Chirurgie aufgelöst worden. Alle Organe des Bauchraumes werden endoskopisch erschlossen – sei es als Schlüssellochoperation oder über die natürlichen Körperöffnungen.

Prof. Dr. Matthias Kemen, Chefarzt der Chirurgie, und Dr. Markus Freistühler, Gastroenterologe und Chefarzt der Medizinischen Abteilung, suchen in der interdisziplinären Diskussion gemeinsam mit ihren Teams die optimale Therapieform für Patienten mit Erkrankungen des Bauchraumes. "Oft kommen wir uns auf dem Behandlungsweg auch endoskopisch entgegen", so Dr. Markus Freistühler. So treffen sie sich im Rendevous-Verfahren bei den Gallenwegen genauso wie am Magen und Dickdarm. Immer seltener müssen Patienten noch klassisch am Bauch operiert werden. Ein hoher Anteil der Untersuchungen dient nicht nur diagnostischen Zwecken, sondern gleichzeitig auch der endoskopischen Therapie. Auf diesem Wege können Wucherungen abgetragen, Gallengangsdrainagen eingebracht, Ernährungssonden eingelegt, Blutungen gestillt oder eingeklemmte Gallensteine befreit werden. Ist eine Operation unvermeidlich, so genügen häufig Schlüssellocheingriffe, die von Prof. Dr. Matthias Kemen und ausgewiesenen Spezialisten dieser Technik aus dem chirurgischen Team ausgeführt werden. Für die Patienten bedeuten minimalinvasive Eingriffe eine deutlich geringere körperliche Belastung und eine schnellere Wundheilung. Sie können rascher wieder essen und früher entlassen werden. Alle technisch möglichen Schlüssellocheingriffe des Bauchraumes werden durchgeführt. Pro Jahr werden rund 1.200 dieser Eingriffe am EvK vorgenommen. In der Gastroenterologie werden jährlich etwa 3.000 endoskopische Untersuchungen an Speiseröhre, Magen, Dickdarm, Enddarm, Zwölffingerdarm sowie der Gallenwege und der Bauchspeicheldrüse durchgeführt.

Sodbrennen im Fokus

Einen besonderen Schwerpunkt stellt die Versorgung von Patienten mit schwergradiger Refluxerkrankung dar. Die Refluxkrankheit, auch Sodbrennen genannt, wird von vielen Betroffenen oftmals nur als lästig, nicht aber als Krankheit empfunden. Kommt der Rückfluss von Magensäure jedoch chronisch vor, so führt das zu einer Veränderung der Schleimhaut in der Speiseröhre, der Refluxösophagitis. Als eine Art Schutzmechanismus nimmt die Speiseröhrenschleimhaut über die Jahre in dem Bereich kurz vor dem Magen die Struktur der Magenschleimhaut an. Aus dieser sogenannten Barrett-Schleimhaut kann sich schließlich Krebs entwickeln. "Im interdisziplinären Gespräch finden wir hier den richtigen Weg, sei es in einer medikamentösen Behandlung, sei es in einem endoskopischen Eingriff oder in der sogenannten laparaskopischen Fundoplicatio", erklärt der Gastroenterologe.

Ein ähnlich wachsendes Feld ist die endoskopische und kombiniert endoskopisch-laparoskopische Versorgung von Dickdarmpolypen, welche zunehmend bei den Vorsorgeuntersuchungen entdeckt werden. Mittels Chromoendoskopie werden insbesondere die gefährlichen flachen Adenome (Polypen) exakt eingegrenzt und wenn irgendwie möglich, mittels der sogenannten Mukosektomie auf nicht-operativem Wege entfernt. Ist dies nicht möglich, erfolgt nach Clipmarkierung oder im Rendezvousverfahren die laparaskopische Vollwandexzision. Durch diese Techniken wird in Zukunft die Dickdarmkrebsrate in Herne sinken. Damit könnte dann auch die Rate der großen Krebsoperationen zurück gehen.

Mikrochirurgie über den After

Die transanale endoskopische Mikrochirurgie (TEM) ist ein Operationsverfahren, bei dem Geschwulste im Enddarm bis etwa 20 cm Distanz vom After durch den After selbst entfernt werden können. Dadurch kann dem Patienten ein Bauchschnitt erspart werden.

Einblick statt Aufblick

Eine wichtige Investition in die Zukunft des Bauchzentrums war auch die Anschaffung eines modernen Endosonographen im Jahr 2002. Dieses System steht erstmals in Herne zur Verfügung. An der Spitze des Spiegelungsgerätes befindet sich ein hochwertiger Ultraschallkopf. Dieser wird bei der Untersuchung unter Sichtkontrolle in die Speiseröhre und darüber hinaus in den Magen und den Zwölffingerdarm eingeführt. Der Ultraschallkopf ermöglicht auch eine Untersuchung der benachbarten Lymphknoten, der Leber, der Gallenwege, der Bauchspeicheldrüse sowie Wandverdickungen des Magens und der Speiseröhre. Unter Ultraschallsicht ist sogar eine Gewebeprobeentnahme mit einer winzigen Hohlnadel möglich. Mit dieser hochmodernen Untersuchungsmethode eröffnen sich neue Dimensionen im Bereich des oberen Magen-Darm-Traktes. Auf diese Weise können evtl. notwendige Operationen genauer geplant werden.

Ein weiterer Vorteil der engen Zusammenarbeit zwischen Innerer Medizin und Chirurgie ist ein besseres Management bei auftretenden Komplikationen. Des Weiteren ist die längst etablierte Arbeitsteilung bei Gallensteinleiden, die endoskopische Sanierung der Gallenwege und laparaskopische Sanierung der Gallenblase am EvK Herne eine Selbstverständlichkeit.

Standort Wanne-Eickel

THORAXCHIRURGIE


Thoraxchirurgie boomt

Zunehmende Zahl der Lungenerkrankungen führt zur Spezialisierung am EvK

Die Zahlen sprechen für sich: Mit 56 Lungenoperationen im Jahr fing es 1982 an. 1992 waren es 200 Fälle und 2002 belief sich die Zahl der Patienten auf 1.000. Die Thoraxchirurgie am Evangelischen Krankenhaus (EvK) Wanne-Eickel unter der Leitung von Chefarzt Dr. Baldur Totzeck boomt.

Angefangen hat alles im Jahr 1982, als Dr. Baldur Totzeck zum EvK Wanne-Eickel kam. Mit der ersten großen Lungenoberlappenresektion trat er den Beweis an, dass Thoraxchirurgie auch an einem Krankenhaus kleinerer Größenordnung möglich ist, sofern es eine gut ausgestattete chirurgische Abteilung hat. Inzwischen ist aus der Abteilung ein eigenständiges Thoraxzentrum erwachsen, das weit über die Stadtgrenzen Hernes hinaus Bedeutung besitzt. Denn das EvK verfügt heute nicht nur über eine der größten thoraxchirurgischen Kliniken des Ruhrgebietes, sondern gehört auch zu den bedeutendsten Spezialeinrichtungen dieser Art in ganz Deutschland.

Diese Entwicklung ist darauf zurückzuführen, dass am EvK Wanne-Eickel die Zeichen der Zeit frühzeitig erkannt wurden und man entgegen eines allgemeinen Trends eine ganz eigene Linie verfolgte.

Zeichen der Zeit erkannt

Denn noch vor wenigen Jahren war es üblich, dass der Thoraxchirurgie sowohl an den Universitäten als auch in der medizinischen Praxis nur sehr wenig Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Nach wie vor beklagen Fachleute, dass Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern der Europäischen Union und den USA deutliche Defizite aufzuweisen hat.

Dabei steht diese Entwicklung im krassen Gegensatz zur Krankheitenstatistik. Zehn Prozent der Todesfälle in Deutschland gehen momentan auf Erkrankungen der Atmungsorgane zurück. Mehr als ein Drittel aller mit Entschädigungen verbundenen Berufskrankheiten entfällt auf Lungenerkrankungen mit ungünstiger Prognose. Bronchialkarzinome, chronische Lungenerkrankungen und Allergien werden bei anhaltendem Tabakkonsum weiter zunehmen. Insgesamt rechnet man mit einem Anstieg der pulmologischen Volkskrankheiten um 25 Prozent bis zum Jahr 2010, bei den malignen Lungenerkrankungen mit einem Anstieg um 30 Prozent. Umso mehr Bedeutung kommt einem Thoraxzentrum zu, wie es das EvK beherbergt.

Theoretisch könnte sich die Chirurgische Abteilung der Klinik damit ausschließlich auf Thorax-Eingriffe konzentrieren. Doch das ist nicht im Sinne von Dr. Totzeck. “Spezialistentum ist sicherlich eine gute Sache. Aber die allgemeine Chirurgie ist das Standardhandwerk, das ein Thoraxchirurg auch weiterhin beherrschen und ausüben sollte”, so der Chefarzt.

Nur in der Kombination dieser beiden Fachrichtungen könne seiner Meinung nach die Qualität gehalten werden, der das Thoraxzentrum am EvK Wanne-Eickel seinen Ruf zu verdanken habe.

Aus sämtlichen umliegenden Städten kommen die Patienten zu dem Spezialistenteam um Chefarzt Dr. Baldur Totzeck.

Doch trotz konstant weiter steigender Patientenzahlen will der Chefarzt auf keinen Fall, dass es zu Wartelisten für die Betroffenen kommt. “Gerade das hat uns immer von den Großkliniken in Deutschland unterschieden, die ausschließlich Thoraxchirurgie betreiben”, stellt Dr. Totzeck fest. “Für mich ist wichtig, dass Patienten und niedergelassene Ärzte in uns sofort kompetente Ansprechpartner finden. Wartelisten halte ich in Hinblick auf die psychische Belastung der Betroffenen für nicht tragbar.”

Das Wohl des Patienten hat absoluten Vorrang für den langjährigen Chefarzt des EvK. Deshalb ist ihm auch an einer guten Zusammenarbeit mit den anderen Kliniken der Umgebung und den niedergelassenen Ärzten gelegen. So könne den Erkrankten oft genug auf unbürokratisch-kollegialem Wege rasch geholfen werden.


PULMOLOGIE / SCHLAFMEDIZIN


Mehr Luft zum Atmen

Zentrum bietet komplette Lungenfunktionsdiagnostik

Patienten mit Atemwegserkrankungen sind Menschen, denen diese Tatsache ständig bewusst ist. Umfassende Hilfe erhalten sie im Pulmologischen Zentrum des Evangelischen Krankenhauses Wanne-Eickel von dem engagierten Medizinerteam um Chefarzt Dr. Dietmar Voß und Oberarzt Josef Wiemann. Schon immer gab es im EvK einen Behandlungsschwerpunkt Lungen und Bronchialheilkunde. Doch mit der stetigen Optimierung der apparativen Ausstattung ist aus der Inneren Medizin
des Hauses inzwischen ein offizielles Lungenzentrum hervor gegangen, in dem die komplette Lungenfunktionsdiagnostik möglich ist.

Hohe Qualität

Neben einer Bodyplethysmographie, mit der Lungenvolumina und Atemwegswiderstände bestimmt werden können, besteht die Möglichkeit der Spiroergometrie. Mit Hilfe dieses Verfahrens kann neben der Bestimmung des Schweregrades einer cardiopulmonalen Erkrankung eine Abgrenzung der (cardialen) Herzerkrankungen von (pulmonalen) Lungenerkrankungen erfolgen. Überdies besteht die Möglichkeit der Ergometrien und Farbdoppleruntersuchungen, Echocardiographien, Stressechocardiographien und transösophagealen Echocardiographien durchzuführen. Weitere diagnostische Prozeduren und Maßnahmen erweitern das klinische Bild und machen eine komplette Diagnostik der Lungenerkrankungen möglich.

Besonders zu erwähnen sind die Möglichkeiten zur Spiegelung der oberen Atemwege (Bronchoskopie), Spiegelung des Brustkorbes (videoassistierte Thoraskopie) und der damit gegebenen Möglichkeit zur Gewebeprobeentnahme an Bronchien, Lunge und Rippenfell.

Neben der Diagnostik der Lungenerkrankungen erfolgt auch eine differenzierte Therapie der Atemwegerkrankungen, die neben den medizinischen Maßnahmen auch Atemübungen unter krankengymnastischer Anleitung umfasst. Im Rahmen von theoretischen und praktischen Schulungen erhalten Patienten und ihre Angehörige ausführliche Informationen zu Erkrankungen wie chronischer Bronchitis und Asthma bronchiale.

Da insbesondere die chronische Bronchitis eine Folgeerkrankung des Rauchens ist, wird durch die Innere Medizin ein Präventionsprogramm betrieben. Seit mehreren Jahren besteht das “Netzwerk Nichtrauchen” in Zusammenarbeit mit dem Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung der Stadt Herne, dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium in Gelsenkirchen und der Willy-Brandt-Gesamtschule in Marl. Im Rahmen der Kooperation mit dem Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung der Stadt Herne wird zusätzlich eine Lehrerfortbildung durchgeführt, um lungenkranken Schülern eine regelmäßige Teilnahme am Schulsport zu ermöglichen. Zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit auch außerhalb eines klinischen Aufenthaltes unterstützt das EvK Wanne-Eickel verschiedene Asthmasportgruppen durch Betreuung und Schulungen.

Eine wichtige Einrichtung innerhalb der Inneren Medizin des EvK ist das Institut für Schlafmedizin. Das Hauptarbeitsgebiet umfasst schlafbezogene Atemregulationsstörungen und Hypoventilationssyndrome (Erkrankungen, die zu verminderten Gasaustausch führen). Hier sind besonders das obstruktive Schlafapnoesyndrom, das Schnarchen und eine Erschöpfung der Atemmuskulatur zu nennen.

Wichtige Einrichtung innerhalb der Abteilung

Durch die stationären Polysomnographieplätze, die mobil einsetzbaren Screeninggeräte, die Videometrie und die verschiedenen Testverfahren können alle Schlafstörungen diagnostiziert werden. In Zusammenarbeit mit der neurologischen und psychiatrischen Klinik der Krankenhausgemeinschaft erfolgen die Therapien der neurologischen Erkrankungen. Zur Verbesserung der Patienteninformation wurde die Gründung einer Patientenselbsthilfegruppe unterstützt. Mit der Selbsthilfegruppe werden regelmäßige Informationsveranstaltungen durchgeführt.

Das EvK Wanne-Eickel und das EvK Herne sind ein gutes Beispiel dafür, dass durch ihren Verbund sowohl eine ortsnahe Akut-Versorgung als auch Hochleistungsmedizin möglich ist.


ENDOKRINOLOGIE


Hormone,

die zentralen Schaltstellen im Körper


Hormone erreichen jedes Organ im Körper und können so überall ihre Wirkung entfalten. Daher wirken sich bereits diskrete Störungen des Hormonhaushaltes gravierend auf andere Organsysteme aus. Priv.-Doz. Dr. Friedrich Jockenhövel, Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin am Evangelischen Krankenhaus Herne, ist Spezialist für dieses feine Netzwerk der Körpersteuerung. Als Hormonforscher hat er sich auch bundesweit einen Namen gemacht.

Die Endokrinologie stellt seit Jahren einen der großen Schwerpunkte des EvK dar. Mit Dr. Jockenhövel steht ein besonders kompetenter Mediziner an der Spitze des Schilddrüsenzentrums. So fand er in einer groß angelegten Studie heraus, dass in Nordrhein-Westfalen über 40 Prozent der vermeintlich Gesunden ein Schilddrüsenproblem haben. Im hauseigenen, hochspezialisierten Hormonlabor spielt die Hormondiagnostik eine wichtige Rolle bei der Untersuchung und Therapie von Schilddrüsenfehlfunktionen. Die Zuordnung von Schilddrüsenüber- und unterfunktionen zur Bestimmung und die genaue Erkennung der zugrunde liegenden Störung stehen im Mittelpunkt der Diagnostik. Besonders häufige Fragestellungen betreffen die gutartige Schilddrüsenvergrößerung wie die einfache Struma (Kropf) und auch die Knotenstruma. Falls erforderlich können sofort Feinnadelpunktionen verdächtiger Knoten der Schilddrüse vorgenommen werden, so dass bei unklaren Befunden rasch Klarheit verschafft werden kann. Auch die selteneren Schilddrüsen-Malignome werden im Schilddrüsenzentrum kompetent betreut.

In umfangreichen Forschungen während seiner zweijährigen Tätigkeit an der University of California in Los Angeles befasste sich Dr. Jockenhövel schwerpunktmäßig mit einem Thema, das auch in Deutschland immer mehr Interesse gewinnt: Hormonersatztherapie. Zu einer Zeit, da jeder zwar alt aber nicht älter werden möchte, gibt es viele Menschen, die nach dem Wundermittel rufen, das ihnen so lange wie möglich ein strahlendes Äußeres und unbegrenzte Dynamik sowie Gesundheit verspricht. Aber gerade in den letzten Jahren ist die früher so hoch gelobte Östrogentherapie für Frauen in und nach den Wechseljahren in die Kritik geraten.

Exakte Erfassung des Risikoprofils

"Für jeden seriösen Mediziner gilt, dass er Hormone erst dann verabreichen sollte, wenn eine präzise Diagnose vorliegt. Es besteht überhaupt kein Anlass, sämtlichen Frauen bei Eintritt in die Wechseljahre Östrogene zu geben, wenn es gar nicht erforderlich ist. Auf der anderen Seite ist es aber auch nicht in Ordnung, die Gabe von Hormonen grundsätzlich zu verteufeln", so Dr. Jockenhövel. Es ist ihm ein besonderes Anliegen, sich in seiner Hormonsprechstunde speziell um Frauen nach den Wechseljahren zu kümmern. Ihnen bietet er eine ganz individuelle Hormontherapie an. Im Mittelpunkt steht hier die exakte Erfassung des Risikoprofils u.a. bezüglich der Osteoporose. Das geschieht mit Hilfe von Ernährungsanamnesen, Röntgenbildern und vor allem durch die Knochendichtemessung mit dem Dexa-Gerät (Dual-Photonen-Absorptiometrie). Dieses Gerät kann an der Wirbelsäule, aber auch am Oberschenkelhals, den Hüften und weiteren Knochen die Dichte messen.

Die Hormonsprechstunde profitiert in großem Maße von der Tatsache, dass Dr. Friedrich Jockenhövel Vorsitzender der regionalen Expertenkommission Osteoporose (Ruhrgebiet, Westfalen-Lippe) ist. So fließt das gesamte Wissen aus der Expertenkommission unmittelbar in die Hormonsprechstunde ein. Entsprechend stehen modernste Therapieverfahren, einschließlich Infusionstherapien von Biphosphonaten, die Therapie mit selektiven Östrogenrezeptormodulatoren (SERMS) sowie die spezielle Elektrolyt- und Spurenelementtherapie (Calcium, Fluoride) und Vitamintherapie zur Verfügung.

Doch nicht nur weibliche, sondern auch männliche Patienten finden in Dr. Friedrich Jockenhövel einen kompetenten Ansprechpartner für ihre Hormonprobleme. Etwa 7 bis 10 Prozent aller Männer leiden unter Hodenfunktionsstörungen, wobei am häufigsten Störungen der Samenproduktion auftreten. Dies führt mitunter zu einem unerfüllten Kinderwunsch. Ebenfalls häufig sind angeborene oder erworbene Störungen der Hormonproduktion, insbesondere des männlichen Hormons Testosteron. Neben Störungen der Fruchtbarkeit können hieraus Störungen der Potenz, aber auch eine Osteoporose, mangelnde Leistungsfähigkeit und chronische Müdigkeit resultieren. Nicht zuletzt werden auch zahlreiche Stoffwechselfunktionen durch Testosteron beeinflusst.

Moderne Testosterontherapie

In der Hormonsprechstunde können die Hodenfunktionsstörungen detailliert diagnostiziert und mit speziellen Hormonuntersuchungen sowie Hormontests auf ihre Ursache zurückgeführt werden. Als Spezialzentrum arbeitet das Team um Dr. Jockenhövel nicht nur mit den allgemein herkömmlichen und gebräuchlichen Formen der Hormonersatztherapie beim Mann (Testosterontabletten, 3-Wochen-Spritze), sondern wendet auch sehr moderne und individuelle Testosterontherapien an, wie zum Besipiel das Testosteron-Gel und die 3-Monats-Spritze.

Dass auch Männer unter Wechseljahrsbeschwerden leiden können, wird von vielen Vertretern des starken Geschlechts gern noch ignoriert. Dabei können auch sie vom Wissen des Hormonspezialisten profitieren.
Fußzeile .
TagCloud .