ZU NEUEN UFERN
Das erste ruhrgebietsweite
Migranten-Theater-Festival wurde am 8. Februar 2008 in den Herner Flottmann-Hallen eröffnet. Bis in den März hinein finden in drei Ruhrgebietsstädten (Herne, Dortmund, Essen) Aufführungen statt, die ganz unterschiedlich das Thema Migration aufgreifen. Zum einen werden Themen wie Fremdsein, Anderssein, Heimat oder auch Rassismus in den Stücken behandelt. Zum anderen sind es der biografische Hintergrund der Schauspieler, ihre Erfahrungen und Lebensumstände, die bewusst oder unbewusst in die künstlerische Arbeit einfließen.
In Herne feierte das etablierte
Renegade Theatre eine furiose Premiere am Eröffnungsabend: E.T.E. hieß (und heißt) das Stück, das die Zuschauer zwei Stunden lang völlig in den Bann zog. E.T.E., das bedeutet
Extended Teenage Era, also die verlängerte Jugendzeit-Ära.
Bildergalerie Extended Teenage Era
HEIMATVISIONEN / U20 - Am Metropuls der Zeit
Jugendkultur in den Flottmann-Hallen
Fünf Standbeine hatte das große Projekt "Heimatvisionen / U20 - Am Metropuls der Zeit", das Ende Januar 2008 in den Flottmann-Hallen lief.
1. Interaktive Ausstellung Cybercity Herne und Cybercity Zollverein
Schüler aus Herne (Realschule Crange und Erich-Fried-Gymnasium) und Essen (Hauptschule Essen-Karnap) entwickelten Visionen für die Zukunft. Sie bauten Modelle von real existierenden Orten und von Orten, die sie sich wünschen. Die künstliche Landschaft wurde von drei Robotern erkundet: der punkigen Stubenfliege Louise Koschinski, der Discokugel
Little Großmüller und der Ratte
Rat. Die Roboter-Perspektiven wurden auf Leinwänden übertragen.
Bildergalerie Cybercity Herne und Cybercity Zollverein
2. Heimaten in Zuhausen
240 Schüler von vier Herner Schulen (Realschule Sodingen, Gymnasium Wanne, Melanchthon-Hauptschule und Emschertal-Berufskolleg) und sechs Dozenten beschäftigten sich mit einem Thema: "Heimaten in Zuhausen". Bei dem Projekt des
Theaters Kohlenpott kamen über 200 Texte und fast 2.000 Fotos heraus. Jeder Schule standen zwei Projekttage zur Verfügung. Tage mit Gedanken wie diesen: Was ist eigentlich meine Heimat? Was bedeutet sie mir? Ist Heimat die Familie?
Gesiegt hat in der Kategorie Text eine Kurzgeschichte mit dem Titel "Handy" von Alina Fiedler und Daniel Ramme (Emschertal-Berufskolleg). Das Siegerfoto stammt von Thanée Greif (Gymnasium Wanne) und zeigt ein Mädchen, das im Park einen Luftsprung macht.
Bildergalerie Heimaten in Zuhausen
3. Herne-Foto-(Love)-Stories
In den Herbstferien 2007 arbeiteten Herner Jugendliche als Autoren, Fotografen und Darsteller. Unter Anleitung des Theaters Kohlenpott erstellten sie zwei Foto-
(Love)-Stories. Die eine Geschichte ist eine wilde Liebesgeschichte rund um Currywurst und Fernweh, die andere erzählt vom "einsamen Sprung".
4. heimat-los
Ein Tanztheaterprojekt des Erich-Fried-Gymnasiums, in dem sich Jugendliche mit ihrem Verständnis von Heimat auseinander gesetzt haben. Unter der Leitung von Birgit Götz entstand in nur vier Proben - alle Achtung! - ein interessantes und von fetziger Musik getragenes Stück, das großen Applaus bekam.
5. Kohlengräberland
Drei Bausteine setzte das Erich-Fried-Gymnasium für dieses Jugendkultur-Projekt zusammen: Mit "10 Jahre Lieder, Texte und Szenen aus dem Kohlengräberland" unternahmen die Schüler eine filmische Zeitreise von der Karbonzeit bis in die Kulturhauptstadt 2010. Bei "Zukunft gegenwärtig" zeigte die Theater-Gruppe szenische Bilder zu diesem Thema. Das Zeitgeist-
Ensemble des Gymnasiums beschäftigte sich mit dem "Flügelschlag" und gab musikalische Ein- und Ausblicke.