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Förderturm in der Natur des Kunstwaldes

KunstWald Teutoburgia


Wer hat das ehemalige Betriebsgelände der Zeche Teutoburgia aus seinem gut 70-jährigen Dornröschenschlaf erweckt? Einer der in Frage kommenden Prinzen ist gewiss der Klangkünstler Christof Schläger aus Herne, durch dessen Initiative der KunstWald entstand. 700 000 Mark investierten der Kommunalverband Ruhrgebiet und das Land in die Umgestaltung des 5,5 Hektar großen Geländes. 2,4 Millionen Mark flossen in die Restaurierung des Förderturms und der Maschinenhalle.

Der moderne Garten Eden, zu dem zehn Künstler die Ideen lieferten, ist eine gelungene Mischung aus Natur und Kunst. Ins Auge fällt als erstes der "Fußgänger", ein 12 Meter hoher Stahlkoloss, der mit Wein zuranken soll und den Prozess der Veränderung durch die Jahreszeiten sichtbar macht. Der Besucher wird von der Siedlung Teutoburgia aus, eine der schönsten "Gartenstädte" im Ruhrgebiet, über einen gepflasterten Weg in den KunstWald geleitet. Das den Weg begleitende Mäuerchen entspricht den Grundstücksgrenzen. Dieser "Ariadnefaden" zeigt sich dem Besucher unterschiedlich deutlich, er "verschwindet" im Boden oder verläuft nur noch als flaches Fundament neben dem Weg. Schaut man nach links, weist die Gestaltung auch hier wieder auf die Zechenvergangenheit hin: Ein versenkter Platz bedeutet, dass es hier und auch an anderer Stelle des Areals noch alte Schachtfundamente gibt. Die verzinkten Stahlgerüste markieren den "Wendepunkt", die Außenseite des KunstWaldes.

Klingender Duftgarten und Zitatensteine

Förderturm im Kunstwald
Auf dem Hauptplatz dehnt sich neben einer alten Platanenreihe eine mit Wegen durchschnittene Grünfläche aus, eine Art Blumenbeet. Im "klingenden Duftgarten" verströmen Minze, Kamille, Lavendel und heimische Wildstauden einen angenehmen Geruch. Zum optischen und olfaktorischen Erlebnis kommt noch ein akustisches: Aus vier Holzpodesten erklingt sphärische Musik, die "Windmelodie aus der Tiefe". Begleitet wird der Besucher durch sogenannte "Zitatensteine", die bestimmte Assoziationen hervorrufen: "Versunken", "Erinnerung", "Die Zeit hat Geduld" und "Paradies" sind die ersten Zitate, auf die man stößt.

Im Zentrum steht der "Obelisk", der wie ein mystischer Ort wirkt. Acht Quader und Eiben gruppieren sich im Wechsel rund um das Entgasungsventil über dem 1. ehemaligen Schacht. Hier könnte man sich Zeit für eine kurze Meditation nehmen.

Der weithin sichtbare Förderturm und die Maschinenhalle sind fester Bestandteil des Parks. Die Schlüsselgewalt über die Halle hat der Förderverein KunstWald Teutoburgia, der hier einen lebendigen Arbeits- und Aktionsplatz hat entstehen lassen. Wer an der Halle stehend den Blick einmal nach unten senkt, erkennt eine Pflasterung auf dem Hallenvorplatz, die wie ein Schattenwurf des Giebels aussieht - die "abgeklappte Fassade". Zudem wurde der bestehende Waldbereich durchgeforstet, 6000 Gehölze neu gepflanzt, darunter Hainbuchen, Eichen, Eschen und Kirschbäume. Zusätzlich wurde ein 700 Meter langes Rad- und Wanderwegenetz gebaut, das den Anschluss an den Emscher Park Rad- und Wanderweg sichert.

Der KunstWald ist ein Baustein im Regionalen Grünzug E des Emscher Parks an der Stadtgrenze von Herne zu Castrop Rauxel. Anfahrt: Autobahn 42, Abfahrt Herne-Börnig, Sodinger Straße, links in die Schadeburgstraße abbiegen.
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