Ins rechte Licht gesetzt: Boulevard Bahnhofstraße

Kein standardisiertes Blumenkübel-Grün...
Fußgängerzonen gibt es viele, und meist sehen sie sich zum Verwechseln ähnlich. Möbliert im bundesweiten Einheitsstil, aufgepflastert nach Versandhaus-Katalog-Rezept und flankiert von standardisiertem Blumenkübel-Grün.

Diese Zeiten sind in Herne längst vorbei. Die Herner nämlich haben ihre Fußgängerzone Bahnhofstraße im wahrsten Sinne des Wortes ins rechte Licht gerückt und einen sehenswerten Boulevard daraus gemacht.

In den Jahren 1999 bis 2003 wurde die tausend Meter lange Strecke vom Archäologischen Landesmuseum im Süden bis zum Bahnhofsplatz im Norden general saniert und kunstvoll erneuert. Mit Unterstützung des Landes und nach Plänen des Dortmunder Büros Professor Krause und Partner. Wichtigstes Gestaltungselement und zentraler Kern des Umbaukonzepts ist das Element Licht. Mit Licht- und Leuchtkunstobjekten entlang des gesamten Boulevards, die eigens von renommierten Künstlern entworfen wurden. Selbst die Straßenbeleuchtung ist eine Sonderanfertigung und trägt die Bezeichnung „Herner Leuchte“. Insgesamt vier Kunstobjekte bilden auf der Bahnhofstraße eine glanzvolle Markierungslinie. 

Leuchtendes Eingangstor in die Stadt
Die einst triste Bahnunterführung zum Beispiel hat der Krefelder Künstler Professor Günter Dohr mit großformatigen und unterschiedlich farbigen Lichtelementen versehen, die in die Widerlager der Konstruktion eingelassen sind. Gleichsam ein leuchtendes „Eingangstor“ in die zentrale Mitte der Stadt.

Ebenfalls von Dohr stammt die große Lichtskulptur im Kreuzungsbereich Bahnhofstraße/Neustraße. Die zweiteilige, von Stützen getragene Plastik besteht aus drei weiß-transparenten Glasrahmen, aus denen farbige Neon-Röhren Licht verströmen, und aus einem dunkelblau schimmernden, mit blauen Neon-Röhren bestückten Rahmen. Die Konstruktion der Skulptur nimmt die Struktur der Baumstämme und Baumkronen ebenso auf wie die der Leuchtreklameflächen im kommerziellen Umfeld. 

Bodenplatte aus transluzentem blauen Glas
Die Lichtskulptur von Jürgen LIT Fischer (Düsseldorf) und Peter Brdenk (Essen) im Einmündungsbereich Bahnhofstraße/Vinckestraße dagegen ist eine begehbare, ebenerdige runde Bodenplatte aus transluzentem blauen Glas. Darum herum gruppieren sich vier steinerne weiße Säulen, gekrönt von massiven und leuchtenden Acrylarmen, die in vier verschiedene Richtungen weisen.

Das vierte Objekt, eine Installation von Dirk und Maik Löbbert aus Köln an der Ecke Bahnhofstraße/Kirchhofstraße, bündelt alte und neue Herner Straßenlaternen zu einer originellen und gleichzeitig historisch interessanten Lichtskulptur. 

"Herner Leuchte" mit Filtern
Zu großen Boulevardfesten und bei besonderen Ereignissen können die flexiblen Lichtköpfe der „Herner Leuchte“ mit vierfarbbunten Filtern bestückt werden. Dann erstrahlen die Fußgängerzone und die benachbarten schönen Fassaden aus der Gründerzeit und Jugendstilära in einem ganz besonderen, so noch nie dagewesenen Licht. Zum Boulevardfest und während des Weihnachtsmarktes spannt sich außerdem ein Sternen-Baldachin aus 60.000 glühenden Birnchen über den Bahnhofstraßen-Boulevard.

Fußgängerzone Herne-Mitte
Bahnhofstraße
44623 Herne