Tegtmeiers Erben 2019: Die Ehrenpreisträger

Portrait von Thomas Gottschalk und

Nachdem bereits im Herbst 2018 die Finalisten des Wettbewerbs „Tegtmeiers Erben 2019“ veröffentlicht wurden, gibt die Stadt Herne nunmehr zum Start des Vorverkaufs die diesjährigen Ehrenpreisträger bekannt.

Den „Tegtmeier-Ehrenpreis“ erhält 2019 erstmalig eine Gruppe aus Comedians, Kabarettisten und Musikern und damit eine komplette Show: das Ensemble des Dortmunder Geierabend.

Mit dem „Jürgen von Manger-Preis für ein Lebenswerk“ wird in diesem Jahr einer der bekanntesten, beliebtesten und humorvollsten deutsch-sprachigen TV-Moderatoren, Showmaster, Schauspieler und Entertainer ausgezeichnet: Thomas Gottschalk.

Beide Ehrenpreisträger haben zugesagt, das Preissymbol, die ca. 6,5 kg schwere Tegtmeier-Bronzekappe, am Finalabend im Herner Kulturzentrum persönlich in Empfang zu nehmen.

Thomas Gottschalk und das Geierabend-Ensemble reihen sich damit in die Liste hochkarätiger Vorgänger ein. Ausgezeichnet mit dem „Ehren-Tegtmeier“ wurden seit 1997 die Künstler*innen Helge Schneider‚ die Missfits alias Gerburg Jahnke und Stefanie Überall, Piet Klocke, Hape Kerkeling, Georg Schramm, Horst Schroth, „Doktor“ Ludger Stratmann, Urban Priol, Wilfried Schmickler, Olli Dittrich und Fritz Eckenga.

Den „Jürgen von Manger-Ehrenpreis für ein Lebenswerk“, in den ersten Jahren nur unregelmäßig vergeben, erhielten vorher bereits Tana Schanzara, Hanns Dieter Hüsch, Gerhart Polt, Jochen Busse, Dieter Hallervorden, Jürgen von der Lippe und Henning Venske.

Zur langjährigen Tradition der Veranstaltung „Tegtmeiers Erben“ gehört, dass am Finalabend, im Anschluss an den Wettbewerb, zusätzlich herausragende Künstler*innen mit Ehrenpreisen ausgezeichnet werden, die seit vielen Jahren zur Spitze der deutschsprachigen Kleinkunst-, Show- und Entertainmentszene gehören.

Zum Geierabend und seinem Ensemble:

Mit dem Geierabend-Ensemble zeichnet die Stadt Herne zum ersten Mal in der über 20-jährigen Geschichte der Veranstaltung „Tegtmeiers Erben“ keine Solist*innen, sondern eine Gruppe aus, bestehend aus acht Darsteller*innen, einer fünfköpfigen Band und einem zweiköpfigen Regie-Team. Die gleichnamige Show, der Geierabend, entstand 1992 aus der alternativen freien Szene im Dortmunder Theater Fletch Bizzel und hat sich mit dem lokalen Ortswechsel zur Zeche Zollern II/IV über die vielen Jahre ihres Bestehens hoch professionalisiert.

Mit einer beeindruckenden Mischung aus Kabarett, Comedy und Musik, jährlich wechselndem Thema und roten Faden, geknüpft an aktuelle gesellschaftliche wie politische Inhalte, vor allem des Ruhrgebiets, sowie der Kreation diverser Kunstfiguren für die verschiedenen Bühnen-programme haben es der Geierabend und sein Ensemble geschafft, den alternativen Karneval im Revier mit bissiger Satire zu verbinden und dieses Konzept nicht nur populär zu machen, sondern auch salon-fähig zu etablieren. 27 Jahre humorvolles Durchhaltevermögen und kein Ende, je nach Dauer der 3. Jahreszeit 15.000 bis knapp 20.000 Besucher pro Session sowie mehrere Hunderttausend Zuschauer*innen und Zuhörer*innen bei den Ausstrahlungen der Show im WDR-Fernsehen und -Hörfunk beweisen: der Geierabend und sein Ensemble sind Tradition und Kult zugleich und strahlen weit über diese Region hinaus.

Aktuell gehören zur Gruppe die Darsteller*innen Franziska Mense Moritz, Sandra Schmitz, Hans Peter Krüger, Martin Kaysh, Murat Kayi und Obel Obering sowie die Gründungsmitglieder Roman Henri Marczewski und Martin F. Risse. Hinzu kommen die Bandmitglieder des Orchester Tinitusch: Gilda Razani, Bettina Hagemann, Oleg Bordo, Matthias Dornhege und Andreas Ruhnke.

Comedian Heinz-Peter Lengkeit und der aus Wanne-Eickel stammende ehemalige theaterkohlenpott-Darsteller Till Beckmann komplettieren als Regie-Duo seit 2018/19 das Team. Die langjährigen Geierabend-Mitglieder Günter Rückert und Hans Martin Eickmann haben 2018 ihren Abschied aus dem Ensemble verkündet, stehen der Truppe jedoch weiterhin unterstützend zur Verfügung. Weitere Mitglieder waren in den vergangenen Jahren u.a. die Ruhrgebietskomiker*innen Augustin Up-mann (Gründungsmitglied), Andrea Badey und Lioba Albus (Co-Regie).

Der Geierabend und Tegtmeiers Erben, eine langjährige Verbindung:

Mit Martin F. Risse gehört einer der beiden Sieger des ersten Tegtmeier-Wettbewerbs aus dem Jahr 1997 seit dem ersten Tag zum Geier-abend-Ensemble. Auch der zweite Gewinner aus dem Jahr 1997, Hans Martin ‚Martini‘ Eickmann, war ebenso viele Jahre tragendes Mitglied der Gruppe. Mit Darstellerin Franziska Mense-Moritz sowie Regisseur Heinz-Peter Lengkeit (3. Preis 1997) stehen zusätzlich eine ehemalige Finalistin sowie ein weiterer Preisträger des Wettbewerbs im aktuellen Ensemble.


Zu Thomas Gottschalk:

Thomas Gottschalk, geb. 1950 in Bamberg und aufgewachsen in Kulm-bach, gehört zu den beliebtesten, bekanntesten und bedeutendsten Protagonisten der Unterhaltungskunst im deutschen Hörfunk und Fernsehen. Als Moderator, Showmaster, Entertainer und Schauspieler ist er seit den 70-er Jahren der Sonnyboy der Nation. Neben seiner Redegewandtheit und Schlagfertigkeit trugen vor allem sein extravaganter Modestil mit schrillen Jacketts sowie sein lockerer Moderationsstil zu seinem extrem hohen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad bei. Thomas Gottschalk ist ohne Zweifel einer der schillerndsten Figuren der deut-schen Unterhaltungs- und Entertainmentlandschaft und ein Original par excellence!

Seine Affinität zu Humor, Komik und Selbstironie zeigt Gottschalk zwischendurch auch als Sänger und Schauspieler. Gemeinsam mit Mike Krüger „…erfinden die beiden das Genre ‚Blödelklamotte‘ und damit auch den deutschen Film neu“ ( www.das-erste-de ). Komödien wie Die Supernasen, Zwei Nasen tanken Super und Die Einsteiger sorgen für volle Kinos, begeisterte Zuschauer und prägen den Humor einer ganzen Generation in einer Zeit, als es den Begriff ‚Comedian’ in Deutschland noch gar nicht gab. Heute genießen diese Filme Kultstatus.

Kirche oder Radio? Kanzel oder Mikrophon? Predigt oder Unterhaltung? Der gläubige Katholik Thomas Gottschalk entscheidet sich nach seinem Abitur für den Hörfunk. 1971 erfolgt sein Einstieg als freier Mitarbeiter bei Bayern 3. Und damit beginnt seine einzigartige Karriere. 1976 moderiert er live die legendäre BR 3-Radiosendung Pop nach Acht. Im gleichen Jahr ist er erstmals im Fernsehen in der Musiksendung Szene, die bald darauf in Pop Stop umbenannt wurde, als Moderator zu sehen. 1979 und 1980 moderiert er gemeinsam mit Carolin Reiber den deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest. Sein Durchbruch im TV gelingt Thomas Gottschalk mit den Shows Thommys Pop-Show und Na sowas! im ZDF, die er von Beginn der 80-er Jahre an moderiert. Für Na sowas! erhält er 1986 erstmals die Goldene Kamera. Nebenbei bildet er ab Mitte der 80-er in der B3-Radioshow mit Günther Jauch ein kongeniales Duo. Zum ‚Popstar‘ der deutschen TV-Unterhaltung wird er jedoch als Moderator der Fernsehshow Wetten, dass...?, die er 1987 von Frank Elstner übernimmt. Es ist zu dieser Zeit die größte Unterhaltungsshow Europas. „Mit seinen schrillen Outfits und der Saalwetten-Fröhlichkeit des alterslosen Lausbuben“ ( www.das-erste.de ) verschmilzt Thomas Gottschalk in den folgenden Jahren geradezu mit dieser Sendung und moderiert sie, mit kurzer Unterbrechung beim Privatfernsehen, fast 24 Jahre lang bis 2011.

2013 wechselt Thomas Gottschalk wieder ins Privatfernsehen und bekommt gemeinsam mit Günther Jauch die RTL-Gameshow Die 2 - Gottschalk und Jauch gegen alle, moderiert von Barbara Schöneberger, in dem die beiden Prominenten gegen Kandidaten antreten. 2015 veröffentlicht er mit Herbstblond seine Autobiographie. Gemeinsam mit Barbara Schöneberger und Günther Jauch ist er 2018 Protagonist der RTL-Unterhaltungssendung Denn sie wissen nicht, was passiert – Die Jauch-Gottschalk-Schöneberger-Show. Und wenn es darum geht, in würdigem Rahmen Jubiläen zu moderieren sowie an andere große Künstler*innen und Künstler der TV- und Unter-haltungsbranche zu erinnern, dann ist Thomas Gottschalk für viele Sender weiterhin erster Ansprechpartner. Ob für die große Jubiläumsshow 30 Jahre RTL in 2014, die ZDF-Show NENA - Nichts versäumt Ende 2017 zum 40-jährigen Bühnenjubiläum der deutschen Pop-Queen, Gottschalks Große 68-er Show im vergangenen Jahr oder als jüngstes Beispiel die Moderation der Jubiläumsshow 50 Jahre ZDF-Hitparade zu Ehren des letztjährig verstorbenen Moderators Dieter Thomas Heck am Samstag, den 27. April 2019. Zu seinem eigenen 70. Geburtstag im kommenden Jahr ist sogar ein Comeback der legendä-ren Wetten, dass...?-Sendung im ZDF geplant.

Für seine Arbeit hat Thomas Gottschalk in den vergangenen 40 Jahren diverse Auszeichnungen erhalten. So ist er u.a. Träger des Karl-Valentin Ordens (2001) und des Bayerischen Verdienstordens (2001). Neben dem Goldenen Gong (1983), dem Goldenen Schlitzohr (1991), der Goldenen Kamera (1986, 1995), dem Medienpreis für Sprachkultur (2002), dem Cicero Rednerpreis (2007), dem Grimme-Preis (2011) sowie der Romy (1990, 1996, 2014) wurden ihm zudem zweimal der Deutsche Fernsehpreis (1999, 2009) und gleich fünfmal der Bambi (1983, 1984, 1987, 2001, 2011) verliehen. Nun kommt für den beken-nenden Tegtmeier-Fan Thomas Gottschalk eine weitere Auszeichnung dazu: der Jürgen von Manger-Ehrenpreis für ein Lebenswerk 2019.

Quellen zur Biographie von Thomas Gottschalk: www.das-erste.de / www.pro-sieben-de / www.wikipedia.org / www.was-war-wann.de / www.bunte.de /