Meldung vom 30. Oktober 2019

Der erste Schritt für einen gemeinsamen Weg

Herner Fachkräfte aus der stationären Pflege machten bei der Fachtagung im Bürgersaal der Akademie Mont-Cenis den ersten Schritt auf einem gemeinsamen Weg zur einheitlichen Notfallversorgung.

Was tut man bei einem medizinischen Notfall? Die 112 ins Telefon eintippen und Hilfe rufen. Dann muss es für den Rettungsdienst schnell gehen, um Leben retten zu können. Doch was ist mit dem Patientenwillen im Notfall? Wie steht es um die Selbstbestimmung in Heimen? Ab wann wechselt die Behandlung von kurativ zu palliativ?

Diesen Fragen gingen am Dienstag, 29. Oktober 2019, über 50 Fachkräfte aus der stationären Pflege, Einrichtungen der Behindertenhilfe, der Palliativversorgung und Hausärzte aus Herne bei der Fachtagung „Gesundheitsversorgung planen – ein gemeinsamer Herner Weg?!“ nach. Organisiert wurde die Veranstaltung von den Fachbereichen Gesundheitsmanagement und Feuerwehr der Stadt Herne in Kooperation mit dem Palliativ-Netzwerk Herne/Wanne-Eickel/Castrop-Rauxel. Von 17 bis 19 Uhr erklärten und diskutierten Experten im Bürgersaal der Akademie Mont-Cenis die Versorgung des Einzelnen im Notfall, in den Heimen und im palliativen sowie hausärztlichen Bereich.

Die hausärztliche Anordnung für den Notfall

Bei der Begrüßung des Fachpersonals fasste Stadtrat Johannes Chudziak das Ziel der Fachtagung zusammen: „Ich hoffe, dass wir einen guten Dialog und einen gemeinsamen Weg für Herne finden.“ Im Anschluss stellte Dr. Holger Wißuwa, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst und Initiator der Veranstaltung, die hausärztliche Anordnung für den Notfall vor. Als Ergänzung zur meist ungenauen Patientenverfügung sollen auf dem Bogen die Wünsche des Patienten für eine Notfallsituation festgehalten werden. „Der Notfallbogen ist etwas, was allen gut tut: den Patienten, den Pflegenden und den Angehörigen“, erklärte Dr. Wißuwa. Anja Walorczyk vom Deutschen Roten Kreuz Herne bestätigte, dass Patientenverfügungen in den Einrichtungen oft nicht vorhanden oder zu unspezifisch seien. „Leider liefert die Patientenverfügung oft keine klaren Aussagen darüber, wie in speziellen Situationen gehandelt werden soll“, berichtete Walorczyk.

Kommunikation und Vernetzung

Die anschließende Diskussion der Fachkräfte ergab, dass eine gemeinsame Vernetzung und Kommunikation unter den verschiedenen Institutionen wichtig sei und dafür erste Schritte in die Wege geleitet werden. Dies unterstrich Dr. Axel Münker, leitender Arzt der Abteilung für Schmerz- und Palliativmedizin im Marien Hospital Herne, in seinem Vortrag über die palliative Versorgung: „Wir müssen in einen Kommunikationsprozess treten und uns gemeinsam auf einen Weg begeben.“ Außerdem sollen ausreichend Schulungen und Informationen für Fachkräfte und Angehörige zur Verfügung gestellt werden.