Meldung vom 07. November 2019

Erst Bierdeckel, jetzt Einladung zu Besuchen vor Ort

Wie das Aktionsbündnis „Für die Würde unserer Städte“ bei Parlamentariern um einen Altschuldenfonds kämpft

Weil viele Parlamentarier aus Städten und Gemeinden, in denen ausreichend Steuergelder fließen, nicht wirklich verstehen, mit welchen Problemen hochverschuldete Kommunen zu kämpfen haben, ruft das neun Millionen Einwohner vertretende Aktionsbündnis „Für die Würde unserer Städte“ ihre Wahlkreisabgeordneten zu Hilfe. Sie sollen im November parteiübergreifend Kolleginnen und Kollegen aus reichen Gegenden zu einem Kurzbesuch einladen und ihnen vor Ort ganz konkret vor Augen führen, dass es vielerorts die vom Grundgesetz geforderte Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse nicht mehr gibt.

Damit werben die Damen und Herren Oberbürgermeister, Bürgermeister, Landräte und Finanzdezernenten des Aktionsbündnisses um parlamentarische Mehrheiten für den von der Bundesregierung geforderten „nationalen Konsens“ für einen von Bund, Ländern und Kommunen gemeinsam zu schulternden Altschuldenfonds und - damit keine neuen Schulden gemacht werden müssen - für eine Entlastung der Kommunen im Sozialbereich. Das Aktionsbündnis, in acht Bundesländern aktiv, hatte vor kurzem bereits allen Abgeordneten des Bundestages und der Länderparlamente einen Bierdeckel mit der Aufschrift geschickt: „Auch für die Politik gilt ein Reinheitsgebot: Wer bestellt, bezahlt!“

Die Berechtigung für diesen ungewöhnlichen Appell formulieren die Sprecher des Aktionsbündnisses, Oberbürgermeister Ulrich Scholten (SPD) aus Mülheim an der Ruhr, Oberbürgermeister a.D. Dr. Bernhard Matheis (CDU) aus Pirmasens, Bürgermeister Dirk Glaser (parteilos) aus Hattingen, Stadtdirektor und Kämmerer Dr. Johannes Slawig (CDU) aus Wuppertal und Bürgermeister und Kämmerer Ralf Latz (SPD) aus Saarbrücken: „Der überwiegende Teil der Schulden unserer Kommunen ist durch Aufgaben entstanden, die uns die Gesetzgeber beim Aufbau des Sozialstaates aufgebürdet, jedoch nicht ausreichend gegenfinanziert haben. Das hatte Folgen, die unbedingt beseitigt werden müssen. Sonst ist unser gesamtes System in Gefahr.“

Kämmerer Dr. Klee hierzu: „Unsere Wahlkreisabgeordneten sind sich ihrer kommunalen Verantwortung bewusst. Auf sie ist Verlass. Sie werden den SOS-Aufruf aufgreifen. Und wir von der Verwaltung werden sie und ihre Gesprächspartner engagiert mit Daten und Fakten unterstützen.“