Meldung vom 19. November 2019

Ausstellung “Lento furioso” lockt in die Flottmann-Hallen

Unter dem Titel „Lento furioso 2" - langsame Raserei hoch zwei - laden die beiden Künstler Peter Nagel und Christoph Platz noch bis zum 12. Januar 2020 zu ihrer Ausstellung in die Flottmann-Hallen ein. Die beiden versprechen eine „skulpturale Wunderkammer". Und wer die Halle betritt, wird nicht enttäuscht. Er muss allerdings auch zweimal hinschauen, denn es gibt viel Überraschendes zu entdecken.

Peter Nagel und Christoph Platz stellten bereits 2002 gemeinsam aus

Das meint auch Ausstellungsleiterin Jutta Laurinat, die die beiden Künstler bereits im Jahr 2002 an gleicher Stelle begrüßen konnte. „Für mich war es klar, dass es eine außergewöhnliche Ausstellung wird." Denn ist es stürmische Langsamkeit oder langsame Raserei? Die Bildhauer Peter Nagel und Christoph Platz verorten ihre Tätigkeit in diesem Widerspruch, und Widersprüchlichkeiten begegnet man sowohl in ihren Werken als auch in einem übergeordneten Sinn in ihrer Idee von Skulptur.

Zwischen Widerspruch und Gemeinsamkeit

Denn auch, wenn der Betrachter im ersten Moment meinen könnte, die Exponate seien wahllos im Raum oder an den Wänden platziert worden, so wurde sich doch ganz bewusst für den jeweiligen Standort entschieden. Zwar gibt es Widersprüche, doch es gibt auch Bezüge zu den Arbeiten untereinander, was manchmal erst auf dem zweiten Blick deutlich wird. Nicht ohne Grund sagt Peter Nagel: „Ich lenke den Betrachter gerne ab, so dass er am Ende gar nicht merkt, dass ich ihn im Kreis herumgeführt habe." Der gebürtig aus Soest stammente Bildhauer nutzt gerne alte Techniken, um moderne Inhalte entstehen zu lassen. Fast schon eine Art Markenzeichen ist das immer wieder in seinen Werken auftauchende Nashorn. Und das schon mittlerweile seit 32 Jahren wie Nagel im Pressespräche vor der Eröffnung der Ausstellung berichtete. Auch in den Flottmann-Hallen findet man es an verschiedenen Stellen: Mal als große Skulptur mitten im Raum, Mal aus kleinen Spielzeugen zusammensetzt aus der Wand herausragend mit einem fast schon ironischen Blick auf die Zeit.

Kleidungsstücke ohne menschliche Figuren

Ironie ist auch Christoph Platz nicht fremd. Der gebürtige Wanne-Eickeler bearbeitet vorwiegend Skulpturen aus Holz. Für ihn gilt: „Es entwickelt sich alles aus der eigenen Arbeit." Ein Element, das bei Christoph Platz immer wieder zu finden ist, ist Kleidung. Die dazugehörigen Menschen sucht man allerdings vergeblich. Auffällig ist zum Beispiel eine Jacke, die durch drei darüber liegende farbige Kissen erst im Gleichgewicht gehalten wird. Schräg gegenüber schaut ein Affe aus einem großen Bilderrahmen den Betrachter an, unter ihm ist wieder eine Jacke zu sehen. Wie die verschiedenen Kleidungsstücke ist auch der Affe nicht nur einmal in den Flottmann-Hallen anzutreffen. Ein Besuch lohnt sich also noch bis zum Sonntag, 12. Januar.

  • Christoph Platz neben seinem Hubschrauber. ©Michael Paternoga/Stadt Herne.
  • Peter Nagel in Aktion. ©Michael Paternoga/Stadt Herne.
  • Der Affe ist in einigen Objekten von Christoph Platz zu entdecken. ©Michael Paternoga/Stadt Herne.