Meldung vom 26. November 2019

Schiedspersonen für Wanne-Eickel gesucht

Die Stadt Herne sucht dringend für den Bereich des Amtsgerichtes Wanne-Eickel ehrenamtliche Schiedspersonen. Von diesem Amt profitieren nicht nur die beteiligten Parteien, sondern auch der Streitschlichter selbst. Das betonte während eines Pressegesprächs am Montag, 25. November 2019, Monika Ganteföhr.

Die Hernerin muss es wissen: Sie bekleidet dieses Amt bereits seit 36 Jahren und hätte diese Aufgabe sicherlich nicht so lange übernommen, wenn es ihr nicht so viel Freude bereiten würde. „Es ist ein schönes Gefühl, wenn sich zwei Menschen, die vielleicht seit Jahren wegen Streitigkeiten nicht mehr miteinander sprechen, die Hand geben und der Streit geschlichtet ist.“ Während der Schlichtung versuche man auf Augenhöhe mit den beteiligten Parteien eine Lösung für den Konflikt zu finden. „Anders als bei Gericht gibt es bei einer erfolgreichen Schlichtung keinen Gewinner und Verlierer. Das wirkt sich auch nachhaltiger auf die Gesamtsituation aus“, verriet Monika Ganteföhr, die auch als Vorsitzende des Bundesverbandes der Schiedsmänner und Schiedsfrauen fungiert. Um die Gerichte zu entlasten, ist der Schlichtungsversuch bei einigen Streitigkeiten und Strafsachen sogar verpflichtend. „Deshalb wäre es wünschenswert, wenn es auch in Zukunft kurze Wege gibt und wir für den Bereich Wanne-Eickel interessierte Kandidatinnen und Kandidaten finden“, betonte auch Petra Kübber-Rösmann vom Fachbereich Recht und Bauordnung. Wer sich für das Amt interessiert, muss keine juristischen Kenntnisse mitbringen. „Viel wichtiger sind Menschenkenntnisse und Lebenserfahrung“, so Monika Ganteföhr. Die Bewerber sollen daher nicht jünger als 30 Jahre sein und das 70. Lebensjahr nicht vollendet haben und im Bereich des Amtsgerichtes Wanne-Eickel wohnen. Für den Bereich des Amtsgerichtes Herne gibt es aktuell genug Schiedsleute, die übrigens auch alle mehrfach die Amtszeit von fünf Jahre verlängert haben. Oft geht es bei den Terminen um nachbarschaftliche Streitigkeiten. Als „Klassiker“ dürfen wohl die zu hoch geratene Hecke oder eine zugeparkte Einfahrt bezeichnet werden.

Es könne auch durchaus vorkommen, dass man einige Wochen oder Monate gar keine Streitparteien in den eigenen vier Wänden am Tisch begrüßen kann. In der eigenen Wohnung finden nämlich meistens die Schlichtungen statt, „was im Gegensatz zu einem Gerichtssaal schon für eine ganz andere Stimmung und Atmosphäre sorgt. Anders als am Gericht ist die Sitzung nichtöffentlich und deutlich kostengünstiger“, berichtete Monika Ganteföhr. Die Zahl der Fälle pro Jahr liege zwischen zehn und 20. In Wanne-Eickel ist die Zahl zuletzt sogar etwas zurückgegangen. Ins kalte Wasser geschmissen werden die „Neuen“ übrigens nicht. Monika Ganteföhr: „Es finden Schulungen statt. Außerdem stehen die anderen Schiedspersonen natürlich mit Rat und Tat zur Seite. Die Zusammenarbeit klappt in unserer Stadt richtig gut.“

Bewerbungen von Menschen mit Migrationshintergrund sind ausdrücklich erwünscht. Die Bewerber müssen zur Abfassung der Vergleichsprotokolle der deutschen Sprache in Wort und Schrift mächtig sowie EU-Bürger sein. Die Schiedspersonen werden vom Rat der Stadt Herne gewählt und vom Direktor des Amtsgerichts vereidigt. Interessierte können sich schriftlich bewerben bei der Stadt Herne, Fachbereich Recht und Bauordnung, Postfach 101820, 44621 Herne oder auch persönlich bei diesem Fachbereich im Technischen Rathaus, Langekampstraße 36, 44652 Herne.