Meldung vom 28. November 2019

Pottporus stellt Perspektiven für das Hallenbad vor

Ein Zentrum für Urban Art, also für urbane Kunst, möchte der Verein Pottporus e.V. im alten Hallenbad in Eickel schaffen. Von HipHop und BreakDance über Graffiti bis hin zu Beatboxing, DJing, Poetry Slam und modernem Zirkus soll das Spektrum reichen. Voraussetzung dafür ist aber, dass der Verein Fördergelder einwirbt und ein langfristiges Konzept für den Betrieb des Zentrums vorlegt.

Am Mittwoch, 27. November 2019, stellten Pottporus und das Planungsbüro modulorbeat eine Machbarkeitsstudie vor, wie das Gebäude umgebaut und zukünftig für Proben und Auftritte genutzt werden kann. Zwei Varianten präsentierte modulorbeat, bei denen das Schwimmbecken herausgerissen und durch eine Bühne und Zuschauerränge ersetzt werden soll. Auch Probenräume, die vermietet werden können, und ein Café sind geplant. Rund 9,1 Millionen Euro soll der erste Entwurf schätzungsweise kosten, zu dem eine zweite, kleine Bühne gehört. Der zweite Entwurf, würde mit schätzungsweise 10,1 Millionen Euro zu Buche schlagen, dafür kann aber ein Teil der Bühne in zusätzliche Zuschauerränge verwandelt werden.

Alleinstellungsmerkmal für Wanne-Eickel

„Wir hören heute von einer Vision, Visionen machen das Leben interessant“, sagte Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda. „Wir sind interessiert an diesem attraktiven Alleinstellungsmerkmal, das ein Produktionszentrum für urbane Kunst bedeutet.“ Ziel der Stadt ist, den Stadtteil mit attraktiven Angeboten aufzuwerten. Keinesfalls soll das Gebäude leerstehen und verfallen.

Da die Stadt das alte Hallenbad vor einigen Jahren schließen musste, geht es nun darum, was mit dem Gebäude passiert. Der Bau aus den 50er-Jahren erfüllt nicht mehr die heutigen Ansprüche an ein Schwimmbad, weswegen er entweder anders genutzt oder abgerissen werden muss. Die Stadt selbst kann das Gebäude nicht halten, denn sie ist verpflichtet, nichtgenutzte Gebäude zu verkaufen.

Noch fehlen Geld und Träger

Wenn Pottporus nun ein Produktionszentrum für urbane Kunst schaffen will, muss der Verein einen Träger finden, der das Gebäude kauft und umbauen lässt. Dieser Träger muss Fördergelder für Umbau und Betrieb einwerben und ein Konzept vorlegen. „Wir als Stadt haben ein Interesse an einem Zentrum für Kultur, wir unterstützen und begleiten das positiv, können aber kein Geld zur Verfügung stellen“, so Kämmerer Dr. Hans Werner Klee.

Hallenbad ist wichtig für die Bürger

Von einem Zentrum für urbane Kultur verspricht sich die Stadt Strahlkraft über die Stadtgrenzen hinaus und einen Schub für die Entwicklung Wanne-Eickels. Wichtig ist, dass ein Kulturzentrum auch langfristig finanziert werden kann, um keinen Leerstand zu haben. Auch Bezirksbürgermeister Martin Kortmann wünschte sich, dass das Gebäude langfristig erhalten werden kann: „Das Hallenbad hat große Bedeutung für die Bevölkerung, deswegen halte ich eine neue Nutzung für deutlich besser als den Abriss.“

Bei Pottporus gibt man sich zuversichtlich. „Wir würden uns freuen, wenn das klappt. Alle, die aus der urbanen Kunst kamen und das Hallenbad betreten haben, hatten ein Glitzern in den Augen“, erzählte Uta Grasshoff.