Meldung vom 07. Februar 2020

THW baut Krötenschutzzaun

„Wir haben 2019 rund 1.300 Kröten und Frösche hier am Krötenschutzzaun an der Hofstraße eingesammelt und zum Biotop am Tierheim gebracht“, sagt Sabine Brauckmann, Tierschützerin aus Röhlinghausen. Seit acht Jahren rettet sie zusammen mit anderen Tierschützenden die Amphibien davor, von Autos überrollt zu werden.

Günter Schweer ist Mitglied der Zwar-Gruppe (Zwischen Arbeit und Ruhestand) und unterstützt Sabine Brauckmann bei ihrem Einsatz für die Kröten. „Wir sind hier an der Hofstraße in zwei Schichten unterwegs, eine morgens und eine abends. Wir freuen uns über jede Hilfe, die wir bekommen.“ Aktuell bauen acht Mitarbeitenden des technischen Hilfswerkes den Krötenzaun an der Hofstraße auf. Er wird auf beiden Seiten der Straße rund 600 Meter lang werden.

Eine Wagenladung Kröten

Vor der Absperrung werden Eimer vergraben, in die die Kröten und Frösche fallen. „Die holen wir aus den Eimern heraus, packen sie in andere Eimer und fahren damit zum Biotop am Tierheim“, sagt Brauckmann. „In einer Wagenladung hatte ich mal über 90 Tiere. Die bleiben aber auch in den Eimern sitzen, hüpfende Frösche im Auto hatte ich noch nie“, so die Tierschützerin. Es werden überwiegend Erdkröten und Molche eingesammelt, die sich am frühen Morgen und abends auf den Weg machen.

THW im Einsatz

Den Einsatz an der Hofstraße leitet Aimo Glaser vom THW Wanne-Eickel. „Wir arbeiten mit fünf Bundesfreiwilligendienst-Leistenden und drei regulären Mitarbeitenden des THW. Der Zaun beginnt am Reiterhof Röhlinghausen und endet an der Eisenbahntrasse, auf beiden Seiten der Straße. Wir sind zum ersten mal dabei“, so Glaser.

Bevor der Aufbau des Krötenschutzzauns beginnen konnte, hat die Stadt Herne vorbereitende Landschaftspflegearbeiten durchführen lassen. „So haben wir die Uferbankette freischneiden lassen, damit der Zaun vernünftig aufgebaut werden kann“, sagt Martin Pawlicki von der Unteren Landschaftsbehörde. „Da das THW uns ehrenamtlich unterstützt, fallen für die Stadt Kosten zwischen 800 und 1.000 Euro an“, so Pawlicki.

Zufahrt gesperrt

Neben der Hofstraße sind die Naturschützenden unter anderem auch am Gysenberg aktiv. „Wie jedes Jahr wird auch hier während der Wanderungen die Zufahrt zu den vorderen neuen Parkplätzen und des Wendehammers am Forsthaus Gysenberg durch eine Schranke gesperrt. Die Sperrung erfolgt in Kürze ab 18 Uhr abends bis in die Morgenstunden. Dort abgestellte Fahrzeuge sollten daher spätestens bis 18 Uhr aus diesem Bereich entfernt werden. Der Betreiber des Forsthauses weist mit einer besonderen Beschilderung auf die Sperrung hin“, so Pawlicki abschließend.

Unterstützende gesucht

Noch wird der Zaun aufgebaut, die Krötenwanderung beginnt Ende Februar, „und dauert erfahrungsgemäß bis Mitte April“, sagt Tierschützerin Sabine Brauckmann.

Wer sich als Krötenretter engagieren möchte und die Stadt und den ehrenamtlichen Naturschutz bei diesen Projekten unterstützen möchte, wendet sich an den Fachbereich Stadtgrün unter Telefon 0 23 23 / 16 23 63. Die Tierschützerin Sabine Brauckmann ist unter 023 25 / 37 55 11 zu erreichen.