Meldung vom 04. März 2020

Gegen rechte Gewalt: Es braucht Mut und Mitstreiter

Pressemitteilung der Landesseniorenvertretung NRW: Menschen, die in ihrem Gotteshaus beten. Menschen, die fröhlich Karneval feiern oder die sich mit Freunden in einer Bar treffen: Rechte Gewalt gegen sie hat in den vergangenen Wochen in Deutschland für Angst, für Schwerverletzte und Tote gesorgt.

"Solches Geschehen darf nicht nach ein paar Tagen der Betroffenheit abgehakt werden. Es muss jeden von uns, ob Alt oder Jung, sensibilisieren für das, was sich gerade in Deutschland wieder ausbreitet", sagt Jürgen Jentsch, Vorsitzender der Landesseniorenvertretung Nordrhein-Westfalen.

Der erschütternde Anschlag von Hanau sei der vorläufige Höhepunkt einer Spur von Hass und Gewalt, die sich seit Jahren immer deutlicher und unverstellter durch die Bundesrepublik ziehe, sehen Jentsch und seine Vorstandsmitglieder es an der Zeit, dem Erstarken von eigentlich vergessen geglaubtem Gedankengut entgegen zu treten. "Ob dies durch die ernsten, appellierenden Worte unseres Bundespräsidenten geschieht oder nach der flammenden Rede eines keineswegs "närrischen" Messdieners im Mainzer Karneval gegen die politische Vergiftung des gesellschaftlichen Klimas: Wir alle sollten uns anrühren lassen vom Leid und der Angst der Opfer und uns nicht hinter einem Schulterzucken oder dem raschen ,zurück zum Alltag' verstecken", so Jürgen Jentsch. Denn gerade die älteren Menschen, von denen viele noch die verheerenden Folgen erlebt haben, die brauner Terror schon einmal angerichtet hat, dürften zu ihren Erfahrungen nicht schweigen.

"Wehret den Anfängen - dafür sollte es hoffentlich noch nicht schon wieder zu spät sein", setzt die LSV als Vertretung der älteren Menschen in Nordrhein-Westfalen auf eine Gesellschaft, die Extremismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt in jeder Form - ob verbal oder mit Waffen - ablehnt und statt auf Hass und Ausgrenzung auf Dialog und Zusammenhalt baut. Jürgen Jentsch: "Man braucht Mut und Mitstreiter, die sich zu Wort melden, wenn dumpfe Tiraden ertönen und sich das Gift von Vorurteilen und rechtem Gedankengut ausbreitet". Dafür arbeite und stehe die Landesseniorenvertretung verlässlich.


Jürgen Jentsch, Vorsitzender der Landesseniorenvertretung NRW