Meldung vom 03. Juni 2020

Neuer 3D-Gebärdensprach-Avatar hilft bei der Übersetzung von Textsprache in Gebärdensprache

In der Bundesrepublik Deutschland leben zurzeit schätzungsweise 80.000 gehörlose und 16 Millionen schwerhörige Menschen. Für viele von ihnen ist Textsprache eine Fremdsprache. Sie bedienen sich stattdessen der Gebärdensprache, die sich grundlegend von der Textsprache unterscheidet.

Behörden und öffentliche Stellen in Deutschland sind nach § 10 Behindertengleichstellungsgesetz des Bundes (BGG) zu einer barrierefreien digitalen Kommunikation verpflichtet. Dabei könnte ein 3D-Gebärdensprach-Avatar helfen, der von einem Augsburger Forschungsteam gemeinsam mit weiteren Experten im Projekt „AVASAG“ entwickelt wird und das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird.

In dem Projekt arbeiten sechs Partner*innen aus Forschung und Entwicklung unter der Leitung der Firma Charamel (Spezialist für interaktive Avatar-basierte Assistenzsysteme) an einem echtzeitgesteuerten 3D-Gebärdensprach-Avatar zur automatischen Übersetzung deutscher Texte in Gebärdensprache. Dabei entsteht eine völlig neuartige Gebärdenanimations-Methode für 3D-Avatare: Sie kombiniert solche des maschinellen Lernens mit regel-basierten Synthesemethoden, die Text in Gebärden abbilden. Zeitliche und räumliche Abhängigkeiten der komplexen Gebärdenelemente werden dabei sehr genau aufgelöst.

So gelingt eine qualitativ hochwertige, realistische Darstellung eines 3D-Gebärdensprach-Avatars.

Entsprechende Angebote ermöglichen gehörlosen und hörbehinderten Menschen eine umfassendere gesellschaftliche Teilhabe und eine stärkere Integration in die „Digitale Gesellschaft“.

Weitere Informationen erhalten Sie unter https://www.uni-augsburg.de/de/campusleben/neuigkeiten/2020/05/27/2209/ .