Meldung vom 24. August 2020

Behinderung im zeitgenössischen europäischen Theater und Film

Wer kennt ihn nicht, den „Rain Man“ alias Raymond Babbit aus dem gleichnamigen Film, der von Dustin Hoffman verkörpert wurde? Oder den Film „Ziemlich beste Freunde“, der von einer außergewöhnlichen Freundschaft zwischen einem wohlhabenden, aber isoliert lebenden Tetraplegiker (eine besondere Form der Querschnittslähmung) und seinem langjährigen Pflegehelfer handelt, der ihm wieder neuen Lebensmut gibt?

Beides sind zweifellos großartige Filme, die für zahlreiche weitere Filme und Theaterproduktionen stehen, in denen Menschen mit einer Beeinträchtigung zentraler Mittelpunkt der Handlung sind.

Die Rollen wurden zwar häufig mit namenhaften Schauspielerinnen und Schauspielern besetzt wurden, diese verfügten jedoch gar über eine eigene Beeinträchtigung.

Mittlerweile hat sich in Film und Theater vieles geändert. Immer häufiger werden Rollen mit tatsächlich beeinträchtigten Darstellenden besetzt. Welche Rolle insbesondere Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung spielen, ist ein bisher kaum erforschtes Thema.

Ein internationales Team unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Susanne Hartwig von der Universität Passau möchte das gerne ändern.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt mit rund 460.000 Euro für eine Dauer von 36 Monaten.

In drei Teilprojekten analysiert und untersucht das Team Theateraufführungen und Filme, an denen Menschen mit einer realen kognitiven Beeinträchtigung mitwirken. Anhand einer systematischen Erfassung der gewonnenen Erkenntnisse sollen allgemeine Aussagen über Inklusion im Medium Theater und im Medium Film abgeleitet und ein Bewusstsein geschaffen werden, gegen zahlreiche Stereotype im Kontext Theater, Film und Behinderung anzudenken.

Der Passauer Ansatz betritt mit dieser Studie Neuland in der kulturwissenschaftichen Forschung zu Behinderung. Die Ergebnisse werden bereits jetzt mit Spannung erwartet.

Die ausführliche Pressemeldung zur oben genannten Studie ist im Informationsdienst Wissenschaft unter idw-online.de nachzulesen:.