Meldung vom 27. August 2020

Ausweitung der Ausbauinitiative Solarmetropole Ruhr in Herne

Die Ausbauinitiative Solarmetropole Ruhr, an der sich die Stadt Herne seit letztem Jahr als Pilot-Kommune beteiligt, wird ab August 2020 auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet. Damit setzt das Klimaschutzmanagement einen ersten Schwerpunkt um das vorhandene Solarpotential innerhalb der Stadt Herne weiter auszuschöpfen.

„Viele Menschen können hier mitmachen“, erklärte Oberbürgermeister zur Ausweitung des Programms im Rahmen eines Pressegesprächs am Mittwoch, 26. August 2020. Bereits jetzt stammen zwei Drittel der elektrischen Energie in Herne aus erneuerbaren Quellen.

Am 6. Mai 2019 hat der Regionalverband Ruhr (RVR) zusammen mit dem Handwerk Region Ruhr die Ausbauinitiative Solarmetropole Ruhr gestartet, um in 15 Pilot-Kommunen mit der Erschließung des großen Solarpotentials der Region zu beginnen. In der Metropole Ruhr sind von den knapp 2,5 Millionen Gebäudedächern gut eine Million gemäß der Sonneneinstrahlung für eine solare Nutzung geeignet - bisher gibt es in der Region allerdings erst circa 42.000 Dächer mit Photovoltaikanlagen.

„Das ist ein nachhaltiger Weg, den wir einaschlagen“, sagte Stadtrat Karlheinz Friedrichs.

Die Stadt Herne beteiligt sich als Pilot-Kommune an der Ausbauinitiative Solarmetropole Ruhr. Auf der Internetseite des Projektes Solarmetropole Ruhr können Interessierte die Eignung ihres Daches für Solaranlagen prüfen und einen geeigneten Handwerker finden.

Um die Installation von neuen Anlagen im Rahmen einer Sonderaktion der Ausbau-Initiative Solarmetropole Ruhr noch weiter zu steigern, stellt der RVR insgesamt einen Fördertopf von knapp 40.000 Euro zur Verfügung.

In Herne wurde das Projekt zunächst nur im Innovation City Gebiet Herne Mitte beworben. Bisher wurde die Förderung jedoch nicht in Anspruch genommen. Der Fördersatz lag bei 300 Euro für die ersten zehn Anlagen.

Generell verfügt Herne über ein hohes Photovoltaikanalgenpotential im Stadtgebiet: Die Dächer in Herne bieten Platz um jährlich bis zu 214 Gigawattstunden zu produzieren. Zum Vergleich: der gesamte Strombedarf in Herne liegt bei 528 Gigawattstunden pro Jahr (Stand 2017). Aus der Potentialanalyse, die im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes erstellt wurde geht hervor, dass hierdurch 34 Prozent der THG (Treibhausgas)-Emissionen durch den Zubau von Solarstrom auf Herner Dächern eingespart werden können. Dies entspricht in etwa 37Tonnen CO2 pro Jahr.

Bislang werden vier Gigawattstunden Strom aus Solarenergie pro Jahr in Herne produziert.

Auf Grund des hohen Potentials und des mäßigen Interesse der Herner Bürger*Innen wird die Förderung der Solarausbau Kampagne auf das ganze Stadtgebiet ausgeweitet. Gleichzeitig erhöht die Stadt Herne die finanzielle Förderung zur Installation von Photovoltaik-Anlagen für die ersten zehn Haushalte, mit städtischen Mitteln von 300 Euro auf 1.000 Euro.

Herne ist die einzige Stadt in dem Projekt mit 15 anderen Projektpartnern, die eine solch hohe Förderung an ihre Bürger*Innen weitergibt. Begleitet wird die erweiterte Kampagne zur Erschließung von Solarpotenzialen in der Stadt mit verschiedenen öffentlichkeitswirksamen Aktionen.

„Die Förderung kann ab sofort beantragt werden“, erklärte Jana Ermlich, die Klimaschutzmanagerin der Stadt Herne

Zwei kampagnenbegleitende Informationsstände, werden in den kommenden Wochen in Herne-Mitte und Wanne-Eickel stehen. An den zwei Terminen können interessierte Bewohner*innen sich dort zum Thema Photovoltaik informieren und vor Ort das Solarpotenzial ihres Wohnhauses testen. Als Dankeschön für ihr Interesse erhalten alle Interessent*innen ein Päckchen Sonnenblumensamen kostenlos.

Zur weiteren Bewerbung der Kampagne sind verschiedene anschließende öffentlichkeitswirksame Aktionen geplant:

  • Öffentliche Darstellung von Best-Practice-Beispielen von PV-Anlagen
  • Aufstellung einer Solarbank im Stadtgebiet
  • Quartiersansprache in Straßenzügen mit besonderem Solarpotential

Mit den vielfältigen öffentlichkeitswirksamen Aktionen soll ein großer Kreis von Herner*innen zum Thema Solarenergie informiert werden und langfristig der Ausbau von Photovoltaik-Anlagen im Stadtgebiet gefördert werden. In Herne sind an der Umsetzung der Initiative neben der Kommune, die Kreishandwerkerschaft und die Stadtwerke Herne beteiligt. Die Verbraucherzentrale unterstützt mit Beratungen zu Solarstrom.

Ablauf einer Anfrage:

Bei Interesse haben die Bürger*Innen unterschiedliche Möglichkeiten, sich zum Thema Photovoltaik beraten zu lassen. Eine Erstberatung kann durch das Klimaschutzmanagement durchgeführt werden. Hierbei wird das Potential mit Hilfe des Solardachkatasters des RVRs überprüft und über weitere Fördermöglichkeiten informiert. Detailberatungen für entschlossene Bürger*Innen sind über die Verbraucherzentrale oder die Stadtwerke Herne möglich. Innerhalb der Kampagne wird angeregt, die Umsetzung mit dem lokalen Handwerk durchzuführen um die lokale Wirtschaft zu stärken.

Teilnehmende Handwerkerbetriebe sind: Dachdeckermeister Dennis Dettmar, Elektro Horst Sprick GmbH, GTM Gebäudetechnik Molke GmbH und Winter & Sohn GmbH Bedachungsgeschäft.

Generell sind die Bürger*Innen jedoch völlig frei in ihrer Auswahl. Bei Interesse an einem Contracting / Pacht Modell können die Stadtwerke Herne ebenfalls ein Angebot zukommen lassen.

Mit diesem Angebot wenden sich die Interessierten an das Klimaschutzmanagement welches die Förderungen koordiniert , reichen ihr Angebot ein und bekommen nachdem die Anlage ans Netz angeschlossen wurde die städtische Förderung ausgezahlt, sofern sie unter den ersten zehn Interessierten sind. Im Anschluss folgt eine kleine Dokumentation, um mehr Bürger*Innen auf das Projekt und die Nutzung von Sonnenenergie aufmerksam zu machen.

Homepage

Weitere Infos sind auf der neu strukturierten städtischen Homepage zu den Themenschwerpunkten Klimaschutz, Klimafolgenanpassung, Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz dargestellt. Besucher*Innen der städtischen Homepage können ab sofort auf ein erweitertes Angebot zu den Themen zugreifen. Neben der Vorstellung aktueller Projekte im Stadtgebiet und in der Verwaltung, finden sich auf den Seiten Hinweise zu lokalen Beratungsangeboten, Auskünfte zu Fördermitteln und Klimatipps für den Alltag. Zu den Klima-Seiten der Stadt Herne

Klimaschutzmanagement

In klimarelevanten Themen hat der Fachbereich Umwelt und Stadtplanung zusätzliche Unterstützung erhalten: Seit April 2020 besetzt Jana Ermlich die Stelle der Klimaschutzmanagerin für die Stadt Herne.

Arbeitsgrundlage ist das überarbeitete "Integrierte Klimaschutzkonzept" der Stadt Herne von 2019, bei dem es unterschiedliche Maßnahmenschwerpunkte gibt, die es in den nächstens Jahren umzusetzen gilt. Die Schwerpunkte sind: Klimaschutz in der Verwaltung, Beratungs- und Informationsleistungen für Bürger*Innen und Unternehmen, Erneuerbare Energien und Energieeffizienz, Mobilität und Verknüpfung sowie Gesundheitsmanagement und Klimaschutz.

Die Stelle ist zunächst auf drei Jahre befristet und wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMUB) gefördert. Eine Anschlussförderung von zwei Jahren ist möglich.Die neu geschaffene Stelle bietet die Möglichkeit, öffentlichkeitswirksame Projekte wie zum Beispiel die Solarkampagne größer aufzuziehen und mehr Bürger*Innen mitzunehmen.