Meldung vom 04. September 2020

Versponnen im Emschertal-Museum

Dr. Oliver Doetzer-Berweger, Leiter des Emschertal-Museums, liest interessiert ein Comic-Heft. Die Spinne, Nr. 50, zweite Auflage: „Die Spinne gegen den Wahnsinns-Strahler“. Das Heft ist nur ein kleiner Teil der Ausstellung „Versponnen – Fäden, Garne, Spinnereien“, die am Dienstag, 8. September, im Emschertal-Museum im Schloss Strünkede beginnt.

In der Ausstellung geht es um die Geschichte der Spinner. Einmal die Frauen, die vor hunderten von Jahren die ersten Fäden gesponnen haben – aber auch die geistigen Spinner. Wie kam es zu dem Schimpfwort Spinner. „Das war unsere Grundidee. Wir wollten wissen, wie hat sich die Stoffproduktion entwickelt, wie wurde es gemacht und wie passiert es heutzutage“, sagt Ausstellungskuratorin Elke Hartkopf am Donnerstag, 3. September 2020.

Vom Spinnen zum Spinner

Sie wollte zusammen mit ihrer Kollegin Dr. Gabi Langen herausfinden, wie es dazu kam, dass viele Worte aus dem Spinnereibereich Einzug in den Sprachgebrauch hielten. „Das Wort spinnen wird heute nicht gerade freundlich benutzt. Damals wurde beim Spinnen der Fäden viel erzählt. Dabei entstanden geflügelte Worte wie ‚umgarnen‘, ‚sich verhaspeln‘ oder ‚der rote Faden einer Geschichte‘. Das sind alles Begriffe, die aus dem Zusammenhang des handwerklichen Spinnens mit dem geistigen Spinnen, dem Geschichtenerzählen, entstanden sind“, erklärt Langen.

Geschichte und Kunst

„In der Ausstellung haben wir viele Exponate, die die Entwicklung der Stoffherstellung dokumentieren, zum Beispiel Kleidungsstücke, wie die Galauniform eines Herner Steigers. Dazu zeigen wir eine Kunstinstallation von Christoph Steeger, der ein großes Spinnennetz in der Ausstellung installiert hat, sowie kurze Filme zum Thema“, sagt Dr. Oliver Doetzer-Berweger. Natürlich darf auch ein Schaukasten mit Spinnen aus der ganzen Welt nicht fehlen. Das „Die Spinne“- Comicheft finden Besucher in einer gemütlichen Ecke der Ausstellung zusammen mit Märchenbüchern, die sich mit dem Thema „Spinnerei“ beschäftigen. Die Ausstellung „Versponnen – Fäden, Garne“ beginnt am Dienstag, 8. September 2020 und endet am Sonntag, 18. April 2021. Sie kann zu den üblichen Öffnungszeiten des Museums im Schloss Strünkede besucht werden.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 10 bis 13 und von 14 bis 17 Uhr, Samstag von 14 bis 17 Uhr. Sonn- und Feiertag ist von 11 bis 17 Uhr durchgehend geöffnet.
Eintrittspreise: Erwachsene 2,50 Euro (Dauerausstellung), bei Sonderausstellungen 3,50 Euro.
Kinder oder Jugendliche (6 bis 17 Jahre) sowie Schülerinnen und Schüler 0,50 Euro.