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Meldung vom 28. Oktober 2020

„Wir suchen Eltern für ein Kind“

Sabina Dörfling und Tatjana Hoffmann von der städtischen Adoptionsvermittlung kümmern sich darum, dass zur Adoption freigegebene Kinder ein liebendes Zuhause bekommen. Im Jahr 2020 haben die beiden bereits drei Neugeborene vermittelt. In den Vorjahren war es meist ein Kind.

„Wir arbeiten zu zweit und bereiten interessierte Paare oder Alleinstehende auf die Adoption vor“, erzählt Sabina Dörfling. Das dauert meist bis zu einem halben Jahr. Für eine Adoption müssen Interessenten Lebensberichte, Führungszeugnisse, ärztliche Atteste und Dokumente über die finanziellen Verhältnissen vorlegen. Außerdem führen die beiden Mitarbeiterinnen viele Gesprächstermine und machen Hausbesuche, um Paare und Alleinstehende besser kennenzulernen. Die beiden gucken, ob das zukünftige Heim kindergerecht ist. „Es muss aber kein fertig eingerichtetes Zimmer geben, wenn das Kind kommt. Wir weisen darauf hin, was alles benötigt wird und wo man es bekommt“, sagt Tatjana Hoffmann.

Eine schwere Entscheidung

In der Regel wird die Adoptionsvermittlung von werdenden Eltern oder ledigen Frauen angesprochen, die alleine sind und keine Möglichkeit sehen, sich um das Kind zu kümmern. „Es ist eine sehr schwere Entscheidung für die leiblichen Eltern das eigene Kind abzugeben. Es ist meist zurückzuführen auf eine große finanzielle, physische oder psychische Not“, so Sabina Dörfling und weiter: „In dieser Situation ist es wichtig, dass wir vorbereitete Adoptionsinteressenten haben. Wir suchen Eltern für ein Kind und nicht anders herum.“

„Es hat sich alles sehr richtig angefühlt“

Ein Elternpaar aus Herne, das anonym bleiben möchte, erzählen von ihrer Erfahrung mit der Adoption. „Es ist wichtig, dass man mit dem Wunsch ein leibliches Kind zu bekommen abgeschlossen hat und für sich beschließt: Das ist unser Weg, ein Kind zu bekommen“, erzählt die Adoptivmutter. „Es hat immer alles gepasst und es hat sich alles sehr richtig angefühlt“, sagt sie weiter. Nachdem die beiden es auf die Warteliste geschafft hatten, kam direkt fünf Tage später der Anruf. „Danach ging alles Schlag auf Schlag. Wir haben unser Kind eine Stunde nach der Geburt in den Armen gehalten“, erzählt die Mutter.

Immer in ständigem Austausch

Erst wenn das Kind acht Wochen alt ist, dürfen die leiblichen Eltern in eine Adoption einwilligen. Ein Jahr lang befinden sich die Adoptiveltern dann in der Adoptionspflege. „Die Adoptionspflege ist die Phase der Erprobung, in der Pflegeeltern ihre Rolle finden“, sagt Sabina Dörfling. Während dieser Phase gibt es regelmäßige Hausbesuche von der Adoptionsvermittlung. „Wir telefonieren und stehen im Austausch zum Beispiel durch Fotos“, so Tatjana Hoffmann. Bis die Adoption vollständig abgeschlossen ist, bleibt die Stadt Herne offizieller Vormund des Kindes – das kann insgesamt ein bis eineinhalb Jahre dauern. Zwar haben die leiblichen Eltern danach keinen Kontakt mehr, aber über die Adoptionsvermittlung können sie erfahren, wie das Kind sich entwickelt hat.

Details der Meldungen
2017-04-26