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Meldung vom 08. Juni 2022

Barrierefreier Wohnraum - Interview mit Dr. Philipp Deschermeier, Institut Wohnen und Umwelt

Studien, die sich mit Barrierefreiem Wohnraum in Deutschland beschäftigen, zeigen stets einen hohen Bedarf an barrierefreien oder barrierereduzierten Wohnungen auf. In der aktuellsten Erhebung von April 2020, vom Institut Wohnen und Umwelt (IWU), erklärt Dr. Philipp Deschermeier, einer der Autoren, wie er die Zahlen zum Bedarf an barrierefreien Wohnungen ermittelt hat und nennt die verschiedenen Vorteile des barrierefreien Umbaus.

Darüber hinaus, erläutert er die Bedeutung des KFW-Förderprogramms "Altersgerecht umbauen (Barrierereduzierung - Einbruchschutz)" und geht auf die Begriffsdefinitionen barrierefrei" und barrierereduziert" ein.

So entspringt der Begriff "Barrierefreiheit", aus einer DIN-Norm (hier konkret: DIN 18040-2). Dabei werden die Vorgaben in Deutschland über die Landesbauordnungen im Neubau berücksichtigt, sodass es sich hierbei um einen definierten technischen Standard handelt. Im Gegensatz dazu, ist der Begriff "Barrierereduktion", der umgangssprachlich auch als "Altersgerecht" verwendet wird, nicht eindeutig definiert und beschreibt eine Wohnung mit möglichst wenigen (physischen) Barrieren. Dabei zielt der Begriff bewusst nicht nur auf Senior*innen ab, sondern schließt jedes Lebensalter ein.

Neben mobilitätseingeschränkten Menschen, die aufgrund von Pflegebedürftigkeit, Krankheit oder Unfall einen konkreten Bedarf an barrierefreien Wohnraum benötigen, sind es auch Familien, für die ein hoher Wohnkomfort (beispielsweise breite Durchgänge für den Kinderwagen oder eine bodengleiche Dusche), von großer Bedeutung ist.

Nach Aussage von Herrn Dr. Philipp Deschermeier, wurde bei der demografischen Entwicklung, die Erwartung des Statistischen Bundesamtes genutzt und darauf aufbauend die Anzahl der Haushalte mit Bedarf an barrierereduzierten Wohnungen berechnet. So wird im Jahr 2025, ein Bedarf von 3.228.000 barrierereduzierten Wohnungen erwartet. Für 2030, sind es 3.550.000 und im Jahr 2035, steigt der Bedarf auf 3.709.000 barrierereduzierten Wohnungen. Basierend auf diesen Berechnungen, wird im Jahr 2030, von einer bundesweiten Versorgungslücke, von über 2 Millionen Wohnungen ausgegangen. Da die Vorausberechnungen der zukünftigen Entwicklung immer mit Unsicherheit behaftet ist, wurden in der Erhebung unterschiedliche Teilzielgruppen, die das Bedarfsspektrum umfassen abbilden, betrachtet. So wurden neben Haushalte mit mobilitätseingeschränkten Mitgliedern auch die Entwicklung von Haushalten mit pflegebedürftigen Angehörigen, sowie die Anzahl an Familien untersucht. Dr. Philipp Deschermeier weist darauf hin, dass Barrierefreiheit im Neubau in den Bauordnungen der Länder geregelt wird und sich die Vorschriften in der Regel auf (größere) Mehrfamilienhäuser beziehen. "Wie viele barrierefreie Wohnungen entstehen werden, hängt also zentral davon ab, welche Wohnungen (beziehungsweise Gebäude), zukünftig neu gebaut werden" so Deschermeier. Entscheidend bei einem barrierereduzierten Umbau, sei ebenfalls die erneute Einführung der Zuschussförderung der KFW durch die Bundesregierung, die die notwendigen Anreize für erforderliche Maßnahmen setzt.

Bei Interesse kann das ungekürzte Interview unter www.bundesfachstelle-barrierefreiheit.de abgerufen werden.

Details der Meldungen
2017-04-26