Meldung vom 22. Januar 2019

Stadt Herne bekommt Zentralen Betriebshof

Moderne Arbeitsplätze für die Mitarbeiter, bessere Zusammenarbeit und Einsparungen bei Material und Maschinen – das sind einige der Vorteile, die der neue Zentrale Betriebshof bringen wird. Gebaut wird er von Entsorgung Herne, die Stadt wird ihn langfristig mieten. Am Montag, 21. Januar 2019, trafen sich Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda, Stadtdirektor Dr. Hans-Werner Klee, Horst Tschöke, Geschäftsführer von Entsorgung Herne, und die Leiter der beteiligten Fachbereiche zum ersten Spatenstich.

Arbeitsplätze für 210 Mitarbeiter

Schon bald werden an der Meesmannstraße, direkt neben dem neuen Wertstoffhof und nahe an der Stadtgrenze zu Bochum die ersten Bagger zu sehen sein. Bis zum Sommer 2020 sollen dort Gebäude, Lagerflächen und Werkstätten für 153 gewerbliche Mitarbeiter der Fachbereiche Stadtgrün und Tiefbau und Verkehr, also unter anderem Gärtner und Bauarbeiter, entstehen. Aber auch 57 Verwaltungsmitarbeiter von Stadtgrün sollen auf dem Zentralen Betriebshof ihre Büros bekommen. Insgesamt 210 Menschen sollen dort arbeiten. Bislang sind sie an sechs verschiedenen Standorten untergebracht, Auf dem Stennert, an der Albert-Einstein-Straße, der Lohofstraße, der Thiesstraße, der Wiescherstraße und dem Trimbuschhof.

Fast zwölf Millionen Euro Investition in Grüne Infrastruktur

Der Bau des modernen Standorts soll rund 11,88 Millionen Euro kosten. Auf 25.238 Quadratmetern sollen mehrere Gebäude entstehen, unter anderem ein Verwaltungsgebäude mit Aufenthaltsräumen, Garagen für 30 Fahrzeuge und Geräte, Carports für rund 90 weitere, Lager und Werkstätten. Damit die Auszubildenden in verschiedenen Berufen auch bei schlechtem Wetter praktisch üben können, werden überdachte Sandflächen geschaffen. Dazu kommen Schüttboxen, in denen zum Beispiel Sand gelagert wird. Auch Flächen, um Baumaterial wie Pflastersteine, Natursteine und Betonteile zu stapeln, soll es geben. Insgesamt kommt der Betriebshof auf über 6.000 Quadratmeter Gebäudefläche, gut 8.000 Quadratmeter versiegelte Fläche und über 10.500 Quadratmeter Grünfläche.

Herner Unternehmen macht die ersten Arbeitsschritte

Die Planungen dafür hatten bereits im Frühjahr 2015 begonnen. Zuerst mussten Grundstücke gekauft und der Baugrund untersucht werden, unter anderem auf Blindgänger. Dann mussten die Planer Gebäude entwerfen, die Kosten kalkulieren und Aufträge ausschreiben. Im Dezember 2018 starteten die ersten Erd- und Kanalbauarbeiten. „Es ist eine interessante Aufgabe, dieses Projekt umzusetzen, aber es fordert den Mitarbeitern einiges ab“, so Tschöke. „Es ist schön, dass ein Herner Unternehmen, nämlich Heitkamp, den Bau beginnt.“

Umweltschutz im Vordergrund

Beim gesamten Bau soll der Umweltschutz eine große Rolle spielen: Regenwasser wird in das Regenrückhaltebecken des benachbarten Wertstoffhofs geleitet. Entsorgung Herne wird dieses Wasser nutzen, um damit Straßen zu reinigen und Grünflächen zu bewässern. Geplant ist, dass der Zentrale Betriebshof mit einer Geothermie-Anlage beheizt wird. Außerdem soll er einen Teil des Stroms von der Photovoltaik-Anlage des Wertstoffhofs beziehen. Der Zentrale Betriebshof selbst bekommt teilweise begrünte Dächer.

Zusammenarbeit wird einfacher

„Der Zentrale Betriebshof ist ein Symbol dafür, dass Herne Grüne Infrastruktur umsetzt“, sagte Dr. Dudda beim Spatenstich. „Wir investieren fast zwölf Millionen Euro, aber langfristig soll der Zentrale Betriebshof Kosten einsparen.“ Das soll möglich werden, weil der neue Standort weniger Platz braucht, als die bisherigen Standorte zusammen. Auch Maschinen und Ersatzmaschinen, die bisher an jedem Standort vorhanden sein mussten, können demnächst gemeinsam genutzt werden. Die Mitarbeiter sollen größtenteils kürzere Fahrtzeiten haben, zum Beispiel wenn sie Abfälle auf dem Wertstoffhof nebenan abliefern. Aber auch dadurch, dass sich alle Beteiligten auf kurzen Wegen miteinander absprechen und gemeinsame Qualitätsstandards verfolgen können, soll die Zusammenarbeit einfacher werden. „Es kann nur gut werden, wenn alle an einer Stelle sind, kann man viel flexibler arbeiten“, findet Gärtnerin Bettina Döring. Die bisherigen Standorte werden anders genutzt, an der Wiescherstraße zum Beispiel soll eine Klimasiedlung gebaut werden.