Meldung vom 04. Februar 2019

Gemeinsam stark für Integration – 10 Jahre interkommunale Zusammenarbeit

Mit unterschiedlichen Farben bemalte Hände

„Demografische Entwicklungen und Integrationsprozesse beschäftigen alle Kommunen insbesondere in der Ruhrregion, wir stehen alle vor vergleichbaren Herausforderungen. Da liegt es nahe, interkommunale Arbeitsansätze als Basis gemeinsamer Integrationsstrategien zu entwickeln. In den letzten zehn Jahren haben wir gelernt, dass eine Zusammenarbeit unserer Kommunen einen Mehrwert für alle Beteiligten bietet“, erklärte der langjährige Sprecher der Städtekooperation Integration.Interkommunal, Ulrich Ernst, Dezernent für Bildung, Soziales, Jugend, Gesundheit, Sport und Kultur der Stadt Mülheim an der Ruhr, am Montag, 4. Februar 2019, auf der Jubiläumsveranstaltung der Städtekooperation Integration.Interkommunal im Dortmunder Rathaus.

„Insbesondere unterstützt durch das ehemalige Landesprogramm „KOMM IN NRW“ konnten wir zwischen Integrations- und Personalbereich unserer Kommunen Erfahrungen und Knowhow verbinden und den Austausch über Zukunftsstrategien mit vielen Akteuren vorantreiben - und zwar über die engen Grenzen einer einzelnen Kommune hinaus.“

Aus den ersten Schritten ist inzwischen eine Gemeinschaft von neun Kommunen entstanden, die mit ihren Impulsen auch die Landespolitik mit beeinflusst hat. So wurde die interkommunale Kooperation Bestandteil im Förderprogramm KOMM IN NRW des Landes aufgenommen:

Mit der 2011 unterzeichneten Vereinbarung „Ein Zeichen für Vielfalt und Talente“ hat die Städtekooperation gemeinsam mit den Unterzeichnern schon früh Zeichen gesetzt für eine Willkommenskultur in der Region.

Mit dem Online-Portal „welcome.ruhr“ entstand eine Plattform für Talente aus aller Welt, um auf den demografischen Wandel zu reagieren.

Mit dem Beitritt zur Landesinitiative „Erfolgsfaktor Interkulturelle Öffnung – NRW stärkt Vielfalt“ haben sich die Städte als Arbeitgeberinnen der Gewinnung von Nachwuchskräften mit Migrationshintergrund verschrieben und die gemeinschaftliche Initiative „Deine Zukunft findet STADT“ umgesetzt.

Gastgeberin der diesjährigen Veranstaltung „Interkommunales Forum Integration „Zukunft in Vielfalt“ – Die Metropole Ruhr gemeinsam gestalten“ ist die Stadt Dortmund. Birgit Zoerner, Dezernentin für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Sport und Freizeit der Stadt Dortmund begrüßte die Gäste und sagte in ihrem Grußwort: „Ein großer Teil der Menschen, die in den letzten Jahren zu uns gekommen sind, werden hier bleiben – zu ihrer Integration gibt es keine Alternative. Integration ist jedoch kein Selbstläufer und viel mehr als die Abwesenheit von Problemen. Jeder Mensch muss die Möglichkeit haben, das Beste aus sich zu machen. Das muss „organisiert“ und „gestaltet“ werden.“

„Die Aktualität des Themas „Integration“ ist heute größer als je zuvor“, betonte Gudrun Thierhoff, Dezernentin für Schule, Weiterbildung, Kultur, Kinder-Jugend-Familie der Stadt Herne. Sie wird durch den Ruhestand bedingten Weggang von Ulrich Ernst vorübergehend als Ansprechpartnerin der Städtekooperation zur Verfügung stehen. „Eine moderne Demokratie braucht gerade jetzt Akteure aus Stadtverwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, die sich für den Zusammenhalt und ein Zusammenwirken aller Menschen in Deutschland stark machen – unabhängig von kulturellem Hintergrund, Geschlecht oder sonstigen Unterschieden!“

In seinem Impulsvortrag wies Professor Dr. Aladin El-Mafaalani, Leiter der Abteilung Integration im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW, darauf hin, dass „es im gesamten Bereich der Integrationspolitik deutlich bergauf geht, aber wie das beim Bergsteigen ist: der nächste Schritt ist immer anstrengender als der letzte.”

Mit der Jubiläumsveranstaltung will die Städtekooperation nicht alleine feiern, sondern weiterdenken. „Wir wollen das Wissen, die Erfahrung und die Klugheit aller Teilnehmenden heute nutzen, um herauszufinden, worauf es in Zukunft in der Integration ankommt und wo und wie Kommunen, Unternehmen und Zivilgesellschaft einen wichtigen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten können und müssen!“, betonte Thierhoff.

Die Ergebnisse des Forums wurden im Form eines überdimensionalen Wandbildes live von der Illustratorin Sabine Soeder mitgezeichnet und sind Grundlage für die Auswertung des Forums durch eine – wie sollte es anders sein –interkommunale Arbeitsgruppe. „Daraus“, da ist Gudrun Thierhoff zuversichtlich, „entstehen dann die Strategien für die nächsten zehn Jahre.“

An dem Forum nahmen 150 Menschen aus über 20 Kommunen statt. Die Teilnehmenden kamen aus Verwaltungen, Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und zivilgesellschaftlichen Initiativen und Vereinen.

Die Städtekooperation: Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Herne, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen und der Regionalverband Ruhr.