Meldung vom 08. April 2019

Symbolischer Baustart für das neue Frauenhaus

„Es ist für uns ein historisches Ereignis“, waren sich Brigitte Benthaus und Beate Kaupen vom Vorstand des Frauenhauses einig. Denn am Montag, 8. April 2019, wurde im Herner Rathaus symbolisch für den Baustart des neuen Frauenhauses ein Spaten übergeben. Thomas Bruns, Geschäftsführer der Herner Gesellschaft für Wohnungsbau (HGW), gab die Aussicht, dass der Bau in einem Jahr und drei Monaten fertig sein soll.

Für Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda ist der Neubau ein großer Schritt für den Schutz Schwächerer. Im Durchschnitt finden 150 Frauen und Kinder pro Jahr Zuflucht im Herner Frauenhaus. „Das Haus ist mehr als ein Dach über dem Kopf. Für uns geht es darum, Schutzräume zu geben“, betonte das Stadtoberhaupt und freut sich über den Baustart. Dass dieser nicht an der Baustelle gefeiert werden konnte, ist der Sensibilität des Themas geschuldet. Denn die Adresse eines Frauenhauses ist geheim.

Die HGW wird das Haus bauen und der Verein des Frauenhauses wird Mieter des Gebäudes. „Es wird ein Haus mit drei Etagen und 500 Quadratmetern Gesamtfläche“, erklärte der HGW-Chef. Außerdem sei ein großer Garten vorgesehen und auch Sicherheitsvorkehrungen, damit die Frauen in ihrem Zufluchtsort zur Ruhe kommen können.

Für Beate Kaupen ist der symbolische Baustart etwas ganz Besonderes: Denn schon lange habe der Verein über eine Veränderung gesprochen. Im aktuellen Haus ist man 1981 eingezogen und es erfülle schon lange nicht mehr die aktuellen Anforderungen. So wird es im neuen Frauenhaus auch ein behindertengerechtes Apartment geben und mehr Einzelzimmer. „Dadurch können wir neue Zielgruppen erreichen“, sagte Beate Kaupen. Außerdem sieht das neue Konzept kleine Wohneinheiten vor, die sich dann je ein Bad und eine Küche teilen. Aktuell teilen sich alle Bewohnerinnen ein Badezimmer. „Wir werden einen Bereich für die Kinder haben, der direkt in den Garten geht“, so Kaupen weiter und auch Brigitte Benthaus betonte. „Das neue Haus wird eine wesentliche Verbesserung für uns sein.“ Zwei Plätze mehr wird das neue Haus haben. Aktuell gibt es 17 Plätze in insgesamt sechs Zimmern. Die beiden Frauen lobten auch die konstruktive Zusammenarbeit mit der Lokalpolitik, der HGW sowie der Stadtverwaltung Herne.

Allerdings sei die Finanzierung immer wieder schwierig. Deswegen nutzte der Verein des Frauenhauses die Gelegenheit, Spenden zu erbitten. „Wir können jetzt anfangen für die Möblierung zu sammeln“, etwa 100.000 bis 150.000 Euro Kosten werden auf das Frauenhaus zukommen: Neue Küchen und Möbel müssen gekauft werden.

Spendenkonto: Herner Sparkasse, IBAN DE70 4325 0030 0045 0097 84, BIC WELADED 1HRN.