Meldung vom 11. April 2019

Start für die „Initiative Freundliche Nachbarn Herne“

Im Bioladen „Kornmühle“ fiel (symbolisch) der Startschuss für die Initiative „Freundliche Nachbarn Herne“. Teilnehmende Geschäfte, Cafés oder Kioske platzieren ein entsprechendes Logo im Schau-fenster und signalisieren damit, dass sie Menschen in Notsituatio-nen gerne unterstützen.

Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda stuft das Projekt als wichtig ein: „Gute Nachbarn helfen sich in der Not, helfen sich gegenseitig und kennen sich“, unterstrich er. „Das ist heute nicht selbstverständlich. Wir wollen das 'Unterhaken' in der Gesellschaft sicherstellen. Wir helfen in der Not, aber eigentlich geht es um mehr - es geht darum, den Ge-meinschaftssinn im Quartier zu stärken. Gute Nachbarschaft ist kein Selbstläufer.“

Eine Einladung des Geschäfts

Im Arbeitskreis „Quartier“ ist die Idee entstanden - eingebracht hat sie Sabine Bonk, Mitarbeiterin des Deutschen Roten Kreuzes: „Das ist eine Einladung des Geschäftes: Bei uns bist du willkommen, wenn du Unter-stützung und Hilfe brauchst. Ein älterer Mensch, mit Rollator unterwegs, stellt plötzlich fest: Ich schaffe es nicht, nach Hause zu kommen. Dann bietet das Geschäft die Möglichkeit zu sagen: Du hast Zeit, setz dich hin, wir bieten auch ein Glas Wasser an - und dann geht's vielleicht wei-ter.“

Wer macht mit

„Wir sind jetzt in einer Testphase dabei, Inhaber von Geschäften anzu-sprechen“, erläutert Dennis Neumann von der Stabsstelle „Zukunft der Gesellschaft“ das Vorhaben. „Wir fragen sie, ob sie bei dieser Aktion mitmachen und das Logo ins Schaufenster hängen. Heute ist der offizi-elle Startschuss und wir würden uns freuen, wenn sich möglichst viele beteiligen.“

Treffpunkt in der Nachbarschaft

Inhaberin Katja Kern hat gerne ihr Lokal für die Pressekonferenz zur Verfügung gestellt: „Wir unterstützen das Projekt, denn wir haben viele ältere Stammkunden. Wir bieten auch einen Lieferdienst, der von vielen Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, genutzt wird.“ Mit-inhaberin Ingeborg Köhne sprach von einem Beispiel, bei dem sie einer älteren Frau, die in den Bioladen kam, eine Hilfe vermittelte: „Ich dach-te, das wäre ein Test innerhalb dieser Aktion.“ Die Kornmühle sei tat-sächlich ein Treffpunkt in der Nachbarschaft, bestätigen die Inhaberin-nen: „Die Menschen treffen sich nicht nur zum Einkaufen, sondern auch zum Klönen oder zum Essen.“ So gesehen - ein guter Ort, um die Akti-on zu starten. Das meint auch der Oberbürgermeister: „Wir befinden uns hier in einem der Knotenpunkte für gute Ernährung in Herne.“

Weitere Stimmen:

„Die Wohlfahrtsverbände haben die Idee aufgegriffen und vom ersten Augenblick an positiv begleitet. Nachbarschaft ist eine Wertegemein-schaft, die man entwickeln muss. Wir haben viele Singlehaushalte, wo man Menschen aufrufen sollte, auf den Nachbarn zu achten.“ - Dr. Mar-tin Krause, DRK-Geschäftsführer und Vorstand AG Wohlfahrt

„Gerade fürs Quartierbüro, das wir hier an der Viktor-Reuter-Straße ha-ben, ist es wichtig, Partner in der Umgebung zu haben. Das gibt ein Gefühl der Gemeinschaft." - Rita Ludwig, Caritas

„Die Initiative ist ein Baustein der Quartiersarbeit. Im Quartier gibt es viele weitere Bausteine von 'Treffen für jung und alt' oder Reparaturca-fés." - Gerhard Ludwig, AWO

„Das Signet in der Scheibe ist letztlich ein Versprechen. Wie bei einer Versicherung - der beste Moment ist der, wenn man es nicht in An-spruch nehmen muss. Die subjektive Wahrnehmung von Sicherheit wird durch das Logo gestärkt.“ - Stephan Chilla, Diakonie

Geschäftsinhaber, die bei der Initiative mitmachen wollen, können sich bei Dennis Neumann, Stabsstelle „Zukunft der Gesellschaft" unter 0 23 23 / 16-21 60 melden.