Meldung vom 29. Mai 2019

Aus LiHa wird InHa

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beiden Beratungsstellen für zugewanderte Menschen aus Rumänien und Bulgarien in Herne können ihre Arbeit bis Ende 2020 fortführen.

Die Stadt Herne hat im Oktober 2018 im Rahmen der zweiten Förderrunde des EHAP II einen Antrag auf EU- Fördermittel gestellt und am 6. Mai 2019 den „offiziellen“ Zuwendungsbescheid erhalten. Der Bescheid über einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn war der Stadt bereits am 4. Dezember 2018 zugestellt worden, so dass das Projekt seit Anfang Januar durchgeführt wird. „Es ist wichtig, dass wir dieses Beratungsangebot mit unseren Partnern aufrecht erhalten können", erklärt Sozialdezernent Johannes Chudziak.

Aus dem Projekt LiHA wurde das Projekt InHa – In Herne angekommen – Beratungsstellen für Zugewanderte aus Südosteuropa.

Das Projekt InHa, das die Stadt auch in der zweiten Förderrunde in bewährter Kooperation mit Caritasverband Herne e.V., PLANB Ruhr e.V., IFAK e.V. und Gesellschaft freie Sozialarbeit e.V. durchführt, wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMSFJ) und den Europäischen Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen (EHAP) gefördert.

Die Beratungsstellen bieten – wie auch in den vergangenen drei Jahren - (neu)zugewanderten Bürgerinnen und Bürger aus Rumänien und Bulgarien ein muttersprachliches Informations-, Beratungs- und Unterstützungsangebot, um die Zugangswege zur gesellschaftlichen Teilhabe zu verbessern bzw. das Einleben in Herne zu erleichtern. Die Arbeit der Anlaufstellen orientiert sich an den Bedürfnissen der Menschen und fungiert als „Brücke“ zwischen den bereits bestehenden städtischen Angeboten bzw. der Angebote des regulären Hilfssystems und den Selbsthilfepotentialen der Zielgruppe.

Im abgelaufenen dreijährigen Projektzeitraum haben insgesamt 1.621 Bürgerinnen und Bürger aus Rumänien und Bulgarien die beiden Anlaufstellen aufgesucht und/oder ein Beratungsangebot wahrgenommen. Der Bedarf der Bürgerinnen und Bürger aus Südosteuropa nach Information, muttersprachlicher Aufklärung und Unterstützung war und ist weiterhin hoch.

In Herne waren im März 2019 3.455 Bürgerinnen und Bürger aus Rumänien und Bulgarien gemeldet und die Zahlen – wie auch in anderen Ruhrgebietsstädten – sind weiterhin steigend.

Zu den Handlungsschwerpunkten des Projekts gehören u.a.

  • Information und Aufklärung
  • Niederschwellige Beratung (Verweisberatung)
  • Individuelle Begleitung (Case-Management)
  • Begleitung zu Behörden
  • Aufsuchende Arbeit (Hausbesuche)
  • Durchführung von Gruppenangeboten
  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit und Durchführung von Multiplikatoren-Schulungen zu den Themen Antiziganismus und Best Practise

Zur Zielgruppe gehören Bürgerinnen und Bürger aus Rumänien und Bulgarien ab dem 16. Lebensjahr.

Im Rahmen der zweiten Förderrunde liegt der Fokus insbesondere auf Familien mit Kindern im Alter von null bis sieben Jahren. Die Themen frühkindliche Bildung und Kinderbetreuung sollen in der Beratung und Unterstützung der Zielgruppe einen höheren Stellenwert einnehmen.

Orte der Beratungsstellen sind das DRK-Haus, Berliner Platz 4, in Herne-Mitte und in Wanne das dortige Rathaus, Rathausstraße 6.
Der Förderzeitraum reicht vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2020.
Das Finanzvolumen beträgt knapp 750.000 Euro. 85 Prozent trägt der EHAP, 10 Prozent steuert der Bund bei und die restlichen fünf Prozent, das sind rund 37.500 Euro, trägt die Stadt Herne.
Insgesamt können durch die finanzielle Förderung 5,5 Personalstellen finanziert werden, fünf Beratungsfachkräfte sind bei den Kooperationspartnern beschäftigt. Bei der Stadt existiert eine halbe Personalstelle.