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Auszug - Mitteilungen des Vorsitzenden und der Verwaltung  

des Ausschusses für Umweltschutz
TOP: Ö 8
Gremium: Ausschuss für Umweltschutz Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Mi, 27.08.2008 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 18:30 Anlass: Sitzung
Raum: kleiner Sitzungssaal (Raum 214)
Ort: Rathaus Herne
 
Beschluss

Für den Fachbereich 54 / Umwelt teilt Herr Werner folgendes über die Altlastensanierung auf dem Flottmanngelände mit: Der Stadt Herne betreibt den naturnahen Ausbau des Flottmann¬geländes (Stadtwald) und beauftragte das Büro agus am 06

 

Für den  Fachbereich 54 / Umwelt teilt Herr Werner folgendes über die Altlastensanierung auf dem Flottmanngelände mit: Der Stadt Herne betreibt den naturnahen Ausbau des Flottmann­geländes (Stadtwald) und beauftragte das Büro agus am 06.10.2007 mit der Erstellung eines Sanierungsplanes für diesen Altstandort. Eine Sanierung ist hier in erster Linie im Hinblick auf den Wirkungspfad Boden-Mensch (Direktkontakt) erforderlich, da die Fläche durch Anschüttungen mit gutachterlicherseits nachgewiesenen lokalen, unregelmäßig verteilten und z. T. oberflächennahen Bodenbelastungen gekennzeichnet ist und auch weiterhin öffentlich zugänglich sein wird.

Die Altlasten-Sanierung erfolgt im Zuge des naturnahen Ausbaus der Fläche, abgestimmt auf die Umgestaltungsmaßnahmen. Diese umfassen u. a. den Bau einer neuen Zufahrt und neuer Wege, die Anlage eines Grabens und einer Hügellandschaft sowie die Schaffung einer Sichtachse zwischen den Flottmannhallen und einem Hügel am Sportplatz im Südwesten des Geländes.

Im Zuge der Umgestaltung ist es zu erheblichen Erdbewegungen auch belasteter Böden gekommen. Diese sollten möglichst auf dem Gelände verbleiben und gesichert eingebaut werden. Der Fachbereich Stadtgrün hat ein Gestal­tungskonzept vorgelegt, das Büro agus hat auf der Basis dieses Konzeptes einen Sanierungsplan mit im Wesentlichen 2 Elementen erstellt:

-       Sicherung der an Ort und Stelle verbleibenden schwach kontaminierten Böden durch Abdeckung mit sauberem Boden,

-       Einbau des bei den Umgestaltungsmaßnahmen anfallenden stärker kontaminierten Bodenaushubs in Sicherungsbauwerke und ebenfalls Überdeckung mit sauberem Boden.

Hierbei handelt es sich in erster Linie um hausmüllartige Ablagerungen der 60er und 70er Jahre im Westteil des Geländes sowie um kohlenwasserstoff- und PAK-belastete Böden im zentralen Südteil des Geländes.

Nach Fertigstellung des o. g. Sanierungsplanes sind im Zuge der Rodungsarbeiten im Bereich der Böschung am Westrand weitere erhebliche Mengen hausmüllähnlicher Ablagerungen zu Tage getreten (ca. 2.000-2.500 m3, d.h. ca. 3.600-4.500 t). Diese weisen diese z. T. erhebliche Gehalte an einzelnen Schwermetallen auf.

Weitere erhebliche Kontaminationsschwerpunkte waren zwei benachbarte, durch die Vorerkundung im Bereich des geplanten Grabens festgestellte KW-/PAK-Schadensherde. Hier sind hohe Gehalte an KW und PAK, insbesondere Naphtalin,  festgestellt und ausgehoben worden (ca. 3000 m³).

Angesichts der großen Mengen der höher belasteten Ablagerungen bzw. Böden und der damit verbundenen Kosten für die Entsorgung wurde entschieden, dieses Material auf der Fläche (nach Maßgabe des Sanierungsplanes) in das Sicherungsbauwerk östlich des Sportplatzes einzubauen. Zum Schutz des Grund­wassers vor einem Schadstoffeintrag durch Sickerwässer sind hier in Ergänzung zu den günstigen geologischen Gegebenheiten besondere Sicherungsvorkehrungen getroffen worden, wie Basis- und Oberflächenabdichtung.

Gerade die Belastung durch Naphtalin, ein Teeröl-Bestandteil, der zwar sehr geruchsintensiv ist, jedoch kaum gesundheitsschädlich ist (die entsprechenden Grenzwerte wurden in der Baugrube unmittelbar am Schadensherd eingehalten), führte an einigen Tagen bei ungünstiger Witterung zu Beschwerden aus der Nachbarschaft. Es lag jedoch keine Gefährdung der Anwohner vor. Die Pflege und Überwachung der Sicherungsbauwerke wie auch der restlichen Fläche wird in der Genehmigung des Sanierungsplanes verbindlich geregelt.