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Auszug - Mitteilungen des Vorsitzenden und der Verwaltung  

des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung
TOP: Ö 10
Gremium: Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Di, 07.09.2010 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:15 - 17:50 Anlass: Sitzung
Raum: kleiner Sitzungssaal (Raum 214)
Ort: Rathaus Herne
 
Beschluss

10

 

10.1. Bei  der  Aktenmappendarstellung  für  den  Ausschuss  für  Planung  und Stadtentwicklung im Allris kommt es tlw. zu Kapazitätsüberlastungen. Eine Kapazitätenveränderung kann evtl. schon zur nächsten Sitzung erfolgen. 

 

10.2. Herr Stadtrat Terhoeven informiert wegen kurzfristiger Sanierungsmöglichkeit die Ausschussmitglieder über die Dringlichkeitsentscheidung bezüglich der Erschließungsanlagen  Werderstraße vom 11. August 2010.

 

10.3. Für den Geh-/ Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse zur Industriegebiet Friedrich der Große - Abschnitt zwischen Werderstraße und Gneisenaustraße - wird lt.  Herrn Stadtrat Terhoeven ein Radwegförderantrag gestellt.

 

10.4. Der Fachbereich 53 / Tiefbau und Verkehr gibt folgenden Sachstandsbericht bezüglich der Sanierung der Fahrbahndecke und Umgestaltung der Berliner Straße (L 639, Abschnitt freie Strecke) durch den Landesbetrieb Straßenbau NRW in Zusammenarbeit mit der Stadt Herne zur Kenntnis:

 

1. Allgemeines

 

Der Bereich der Berliner Straße, der Gegenstand der genannten Maßnahme ist, erstreckt sich auf einer Länge von ca. einem Kilometer von der Ortsdurchfahrt Herne (Zufahrt Netto/Tankstelle) bis zur Dorstener Straße. Bedingt durch den baulich schlechten Zustand der Fahrbahn ist eine Sanierung des genannten Abschnitts notwendig.

Seitens des Landesbetriebs Straßenbau NRW, der als Straßenbaulastträger die Gesamtkosten der Maßnahme tragen muss, wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt Herne, der die Unterhaltung und die Verkehrssicherungspflicht der Geh-/Radwege obliegt, die Planung zur Umgestaltung und Fahrbahnerneuerung erarbeitet.

 

 

2. Umgestaltung der Berliner Straße

 

Bei der Planung der Maßnahme hat eine konstruktive und zielorientierte Zusammenarbeit zwischen der Stadt Herne und dem Landesbetrieb Straßenbau NRW stattgefunden. Die Anforderungen der Stadt Herne wurden in die Planung mit einbezogen und zur Gänze umgesetzt, um im gesamten Ausbaubereich die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu erhöhen.

Durch die Initiative der Projektgruppe Radverkehr der Stadt Herne ist es möglich gewesen, den bisher hochbordgeführten gemeinsamen Geh- und Radweg umzuplanen. Zukünftig wird auf der Fahrbahn, bei verbleibenden Fahrspurbreiten von 3,50 m, beidseitig ein Radfahrstreifen in einer Breite von 1,5 m aufmarkiert.

Die Berliner Straße wird im gegenständlichen Bereich von maximal fünf ÖPNV-Linien (HCR – Linien 312, 328, NE 33 und Bogestra – Linien 340, 342) frequentiert. Nachdem durch den Landesbetrieb Straßenbau NRW festgestellt wurde, dass die gemeinsamen Geh- und Radwege als Folge der Straßenbaumaßnahme ebenfalls zu erneuern sind, wurde durch die Stadt Herne gefordert, die ÖPNV-Haltestellen sowie die Querungshilfen barrierefrei auszubauen. Es sind dementsprechend taktile Elemente sowie die Ausgestaltung von Buskaps vorgesehen. Weiterhin werden nach Abstimmung mit den Verkehrsbetrieben die ÖPNV-Haltestellen in ihrer Lage so verschoben, dass durch die vorhandenen Querungshilfen während des Haltevorgangs ein Überholen durch den motorisierten Individualverkehr im Haltestellenbereich nicht mehr möglich ist. Die Maßnahme dient zusätzlich der ÖPNV-Beschleunigung, da gegenüber der vorherigen Situation das Queren der Fahrbahn durch ein- und aussteigende Fahrgäste jeweils hinter den Bussen erfolgt. Zusätzliche Wartezeiten entfallen somit.

 

3. Baubeschreibung

 

Die Maßnahme kann bautechnisch in zwei unterschiedliche Bereiche unterteilt werden:

 

-       Von der Ortsdurchfahrt Herne bis zur Kreuzung Berliner Straße / Scharpwinkelring / Herner Straße wird der Bereich auf einer Länge von 900 m im Vollausbau in der Bauklasse III ausgebaut. Die Fahrbahnkonstruktion wird sich nach Fertigstellung wie folgt darstellen:

 

                              4 cm Splitmastix

                              8 cm Asphaltbinder

                            14 cm Asphalttragschicht

                            29 cm Schottertragschicht

 

-          Von Kreuzung Berliner Straße / Scharpwinkelring / Herner Straße bis zur Dorstener Straße werden auf einer Länge von 120 m die bituminösen Asphaltbinder- und Deckschichten in einer Stärke von 12 cm abgefräst. Die Asphaltschichten werden analog zum ersten Abschnitt in einer Stärke von 12 cm (4 cm Splitmastix, 8 cm Asphaltbinder) wiederhergestellt.

 

Die Gehwege werden in einer Breite von 2,0 m in Asphaltbauweise ausgebaut. Im Bereich der ÖPNV-Haltestellen Antonstraßeund „Scharpwinkelring“ werden die Oberflächen in Pflasterbauweise und die Haltestellenbereiche in beiden Fahrtrichtungen als Buskap mit einer Auftrittshöhe von 16 cm ausgebildet. Es werden, dem heutigen Standard angepasst,  taktile Einrichtungen erstellt. Die Möblierung der Haltestellen wird nach Abschluss der Arbeiten wieder eingebaut.

 

Im Bereich der Bushaltestellen befinden sich zwei Querungshilfen, die Fußgängern das sichere Queren der Fahrbahn ermöglichen. Diese werden ebenso wie die angrenzenden Gehwegabsenkungen mit taktilen Elementen versehen.

 

Der Bauablauf gliedert sich in 4 Bauphasen. Es ist eine jeweils halbseitige Sperrung der Berliner Straße unter Einrichtung einer entsprechenden Verkehrsführung vorgesehen.

Der erste Bauabschnitt ist von der Ortsdurchfahrt Herne bis zur Kreuzung Berliner Straße / Scharpwinkelring / Herner Straße in Fahrtrichtung Dorstener Straße für den Vollausbau bereits eingerichtet. Der zweite Bauabschnitt wird im gleichen Bereich, jedoch in Fahrtrichtung Hbf Wanne, ab Mitte September umgesetzt. Der dritte Bauabschnitt umfasst ab Anfang Oktober die Deckensanierung im Bereich von der Kreuzung Berliner Straße / Scharpwinkelring / Herner Straße in Fahrtrichtung bis zur Dorstener Straße. Ab Mitte Oktober wird im vierten Bauabschnitt die Deckensanierung in gegenläufiger Fahrtrichtung fertig gestellt.

 

 

4. Sonstiges (Bauzeit und Baukosten)

 

Die Umsetzung der Maßnahme hat am 23. August 2010 begonnen. Es ist eine Bauzeit von 8 Wochen vorgesehen, so dass spätestens Ende Oktober mit der Fertigstellung gerechnet werden kann. Die vom Landesbetrieb Straßenbau NRW ermittelten Baukosten belaufen sich auf ca. 800.000 €. Eine Kostenbeteiligung der Stadt Herne ist nicht vorgesehen.

 

 

10.5 Der Fachbereich 53/Tiefbau und Verkehr gibt den nachfolgenden Sachstand zum Weiterbetrieb der RB 43 den Ausschussmitgliedern zur Kenntnis:

 

Im Rahmen eines interkommunalen Treffens der Gremienvertreter aus den Anrainer-Gebietskörperschaften in Castrop-Rauxel am 13.07.2010, wurde ein Erfahrungsbericht der Nordwestbahn vorgestellt, Ergebnisse von Fahrgastzählungen sowie Erkenntnisse des RVR erläutert und diskutiert. Da der Abschlussbericht des RVR nicht vor Oktober 2010 erwartet wird, bleibt als vorläufiges Ergebnis festzuhalten, dass sich eine gleichmäßige Nachfrageverteilung für einen 60-Minuten-Takt über die ganze Strecke zeigt, die RB 43 eine Bedeutung im Freizeitverkehr einnimmt und sich der Einsatz für einen Weiterbetrieb lohnt.

Im weiteren Vorgehen ist geplant, dass der RVR die Ergebnisse seiner Studie zunächst fertig gestellt und anschließend die Anrainerstädte in den Gremien hierzu eine gemeinsame Resolution verabschieden. Die Zeitplanung sieht hier die letzt mögliche Sitzungsperiode in 2010 vor.

 

Nach Aussage des VRR soll bereits am 09.09. eine Sitzung des Vergabeausschusses und anschließend am 16.09.2010 eine Verbandsversammlung stattfinden, in denen die Ausschreibung der RB 43 für weitere vier Jahre bis 2015 beschlossen werden soll. Die relativ kurze Zeit der Planungssicherheit ist durch die 2015 auf Bundesebene anstehende Revision der Regionalisierungsmittel begründet.

 

Grundsätzlich sind die vorgesehenen vier Jahre bereits ein erster Erfolg, reichen jedoch für die gewünschten größeren Investitionen keinesfalls aus. Eine deutliche Verlängerung der Bestellgarantie, die eine Inanspruchnahme von Fördermitteln ermöglichen würde, könnte daher Kern abschließender Forderungen sein.

 

In Absprache mit dem Vorsitzenden des Arbeitskreises RB 43, Herrn Kahrmann aus Dortmund, beabsichtigt Herr Stadtbaurat Tum der Stadt Gladbeck nun im Namen aller Anrainerstädte umgehend ein Schreiben an den Vorsitzenden der Verbandsversammlung und an den Vorstand des VRR zu richten. In dem Schreiben möchte er die Zwischenergebnisse des gemeinsamen interkommunalen Treffens mitteilen und das beabsichtigte weitere Vorgehen darstellen. Eine Kopie dieses Schreibens wird den Anrainerstädten zwecks Information der politischen Gremien zur Verfügung gestellt.