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Auszug - Radweg Bochumer Straße - Anfrage des Bezirksverordneten Bornfelder vom 03.09.2010 -  

der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Herne-Mitte
TOP: Ö 15
Gremium: Bezirksvertretung Herne-Mitte Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Do, 16.09.2010 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 19:25 Anlass: Sitzung
Raum: großer Sitzungssaal (Raum 312)
Ort: Rathaus Herne
2010/0565 Radweg Bochumer Straße
- Anfrage des Bezirksverordneten Bornfelder vom 03.09.2010 -
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Anfrage SPD
Verfasser:BVO Bornfelder, PeterAktenzeichen:FB 11
Federführend:FB 11 - Rat und Bezirksvertretungen Beteiligt:FB 53 - Tiefbau und Verkehr
 
Beschluss


Im Namen der SPD-Fraktion bitte ich Sie, die nachfolgende Anfrage in die Tagesordnung der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung Herne-Mitte am 16. September 2010 aufzunehmen. Die Beantwortung der Fragen ist dem Protokoll zusätzlich beizufügen.

 

In der Juli-Sitzung des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung wurde seitens der Verwaltung über den bisherigen Beratungsstand zur Anlage eines Radfahrstreifens an der Bochumer Straße berichtet.

 

Durch den Bericht wurden erneut Fragen aufgeworfen, die bisher nicht ausreichend beantwortet sind.

 

So ist im Falle der Beschlussfassung aus Sicht der SPD-Fraktion vorab zu klären, ob die derzeitige, bereits durch einen hohen Lärmpegel belastete Situation für die Anwohner sich nicht noch weiter erhöht und auch die verkehrliche Situation für den motorisierten Individualverkehr und den Radverkehr Gefährdungspotentiale ausreichend erkennt und minimiert.

 

Die SPD-Fraktion bittet die Verwaltung daher um die Beantwortung folgender Fragen:

 

Fragenkatalog

zur Anlage eines Radfahrstreifens an der Bochumer Straße

 

1. Komplex: Kreuzung Bochumer Str./Westring/Hölkeskampring

 

Wird das Linksabbiegen vom Hölkeskampring in die Bochumer Str. künftig ein -oder zweispurig verlaufen?

 

Wenn einspurig:               Gibt es zur Hauptverkehrzeit eine erhöhte Rückstaugefahr, womöglich bis in die Kreuzung Hölkeskampring/Flottmannstr.?

Wenn zweispurig: Wie wird der Radweg um den Einstieg zur U35 an der Ecke Bochumer Str./Westring herum verlaufen?

 

2. Komplex: Verlauf des Radwegs in Fahrtrichtung Bochum

 

a) Welche Be -und Entladeregelung besteht an dem Getränkemarkt an der Kreuzung zur Gräffstr., da der Parkstreifen dort nicht 2,55m breit ist, und auf dem Radweg nicht gehalten werden darf ?

 

b) Wird dann nicht zwangsläufig über das Gleisbett gefahren, und so erheblicher Lärm durch die erhöhten Abrolllgeräusche erzeugt?

 

c) Besteht in Fahrtrichtung Bochum durch ein- oder ausparkende Kfz eine erhöhte Gefahr für Radfahrer beim Passieren des Parkstreifens, wenn der Radweg auf der Fahrbahn abmarkiert wird?

 

3. Komplex: Verlauf des Radwegs in Fahrtrichtung Herne

 

a) Wie wird die Linksabbiegerregelung für Radfahrer aussehen, die in Fahrtrichtung Herne in die Seitenstraßen abbiegen möchten, bis der Gleiskörper entfernt wird ?

 

b) Sind der Verwaltung die verkehrliche Situation und die Rückstaus von Bochum-Riemke bis zur Stadtgrenze infolge der derzeitigen Bautätigkeiten bekannt?

 

4. Komplex: Allgemeine Fragen

 

a) Warum kann der Radweg nicht über den Bürgersteig laufen, so wie dies zum Beispiel auch im Bereich der Sodinger Str./ Holsterhauser Str. erfolgt?

 

b) Ist die geplante Maßnahme mit der derzeitigen haushaltsrechtlichen Situation vereinbar?

 

c) Welche Abstimmungsgespräche und Ergebnisse liegen in Zusammenarbeit mit der BOGESTRA vor, die Gleiskörper zu entfernen um eine abschließende Planung unter Ausschluss einer kostenpflichtigen improvisierten Zwischenlösung zu ermöglichen?

 

d) Bei welcher Gelegenheit wurden der Politik die Planungsentwürfe des Ingenieurbüros zur Einsicht und Beurteilung vorgestellt?

 

e) Wird sich der Geräuschpegel für die Anwohner erhöhen, wenn der MIV überwiegend das Kopfsteinplaster im Bereich der jetzigen zweiten Fahrbahnspur befahren wird?

 

f) Wird sich die Fahrzeit durch die Reduzierung um eine Fahrspur zu den Hauptverkehrszeiten erhöhen?

 

Wenn ja: Ist dann mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen auf den Umgehungsstraßen, wie z.B. Wiescherstr. zu rechnen?

 

g) Ist die geplante Verbindung für Radfahrer zum jetzigen Zeitpunkt attraktiv und wird verstärkt genutzt, da auf Bochumer Seite zwischen der A 40 und dem Ausbauende der Herner Str. in Bochum-Riemke kein Radweg vorhanden ist?

 

h) Wird durch den anstehenden Ausbau der A 43 während der Bauzeit mit einem erhöhten KfZ-Aufkommen gerechnet?

 

Wenn ja: Reicht jeweils eine Fahrspur aus, um den Verkehr staufrei verlaufen zu lassen?

 

i) Wie beurteilt die Verwaltung die Sicherheit nach Anlage eines Radfahrstreifens im genannten Straßenabschnitt zur jetzigen Situation (ohne Radverkehrsanlage):

- aus Sicht der Fahrradfahrer?

- aus Sicht des Autofahrer?

 

j) Wie schätzt die Verwaltung die zukünftige Entwicklung des Radverkehrs im genannten Straßenabschnitt im Rahmen des Modal-Splits ein?

 

k) Wann wurde die letzte verlässliche Verkehrszählung durch den Fachbereich durchgeführt?

 

Wenn ja: Wie viele Radfahrer wurden dabei gezählt?

l) Wie viele Radfahrer werden nach Einrichtung eines Radfahrstreifens erwartet?

m) Gibt es Zählungen die nachweisen, dass nach Einrichtung eines Radfahrstreifens wie z.B. auf der  Forellstr. und Rathausstr.,  der Anteil des Radverkehrs wesentlich gestiegen ist?

n) Sollen auf der Bochumer Str. die vorhandenen Parkstreifen erhalten bleiben?

o) Kann die Walter-Bälz-Str. als alternativer Radweg ausgewiesen werden?

p) Besteht die Möglichkeit, einen mehrwöchigen Streckenversuch mit Aufstellung mobiler Barken vorzunehmen, um Erfahrungen zu sammeln?

 

Die Anfrage wird von Herrn Becker wie folgt beantwortet:

 

1. Komplex: Krzg. Bochumer Str./Westring/Hölkeskampring

Das Linksabbiegen vom Hölkeskampring in die Bochumer Straße wird künftig zweispurig verlaufen.

Der derzeitige Verlauf des Radwegs an der Ecke Bochumer Straße östlich wie westlich des Westrings wird beibehalten; das Verkehrszeichen ist entfernt.

 

2. Komplex: Verlauf des Radwegs in Fahrtrichtung Bochum

a) Es darf auf dem Parkstreifen gehalten werden. Er ist für Ladetätigkeiten mit VZ 286 (Parkverbot) ausgeschildert. Dadurch ergibt sich keine Veränderung zum jetzigen Zustand (Das Parken in 2. Reihe ist grundsätzlich nicht gestattet).

 

b) Entfällt siehe a).

 

c)              Da die Radfahrer auch jetzt am rechten Fahrbahnrand fahren (müssen), wird deren Fahrspur durch ein- und ausfahrende Fahrzeuge zum Parkstreifen gekreuzt.

Die gleiche Situation ist im Stadtgebiet vielfach vorhanden. Der Verwaltung liegen keine negativen Erfahrungen in Form von Unfällen oder Beschwerden vor.

 

3. Komplex: Verlauf des Radwegs in Fahrtrichtung Herne

a)              Die derzeitige Situation (vor Einrichtung des Radfahrstreifens) wird beibehalten. Die Radfahrer fädeln sich in den Linksabbieger für den motorisierten Individualverkehr (MIV) ein und werden dort geführt. Am Regenkamp kann ausnahmsweise als Zusatzangebot der Radfahrer über den anzulegenden Radweg zur Ampel fahren und dort mit dem Fußgänger die Fahrbahn der Bochumer Straße queren.

 

b) Ja, da jedoch keine Bautätigkeiten stattfinden, ist mit Staus nicht zu rechnen.

 

4. Komplex: Allgemeine Fragen

a)              Auf Grund der schmalen Gehwege und den damit verbundenen Konfliktflächen zwischen Fußgängern und Radfahrern ist die Einrichtung eines Bordsteinradwegs nicht möglich. Die Einrichtung wurde durch die Verwaltung mehrfach ausgiebig untersucht und im Ergebnis verworfen (Gefahr durch Hauseingänge, Einfahrten, Engstellen, etc.).

 

b  ja

 

c)              Die BOGESTRA würde die Gleise im Rahmen einer Kompromisslösung, ohne vollständigen Ausbau der Bochumer Straße entfernen, wenn die Stadt Herne auf eigene Kosten die Oberfläche wieder herstellt. Vom Ingenieurbüro wurden nur die Kosten für das Aufnehmen des Pflasters bis zur Markierung des zukünftigen Fahrstreifens und das Asphaltieren dieser kleinen Fläche mit ca. 100.000 € beziffert.

 

d)              Mit dem Projekt Bochumer Straße (Radwegeplanung) beschäftigt sich die Politik und Verwaltung bereits seit mehreren Jahren. In der Projektgruppe Radverkehr war die Radwegplanung immer von Anfang an eine Forderung des ADFC’s und wurde mehrfach diskutiert. Zum Anderen war in der BV Herne-Mitte die Radwegplanung mehrfach seit Jahren schon Thema von Anfang an. Im letzten Jahr hat hierzu die Verwaltung in der Sitzung vom 12.3.2009 einen umfangreichen Sachstandsbericht dargestellt.

In der Folge davon hat die Verwaltung ein Ingenieurbüro mit der Erstellung einer Radwegeplanung beauftragt.

 

Ablauf des Planungsauftrags Bochumer Straße:

Mitte 2009                             Auftrag             

August 2009               erste Besprechung Projektgruppe

Okt./Nov. 2009               Stellungnahme Polizei

Mai 2010                             Planungsausschuss und Bezirksvertretung

 

e)              Durch das Aufbringen der Doppelmarkierung rückt der MIV von der vorhandenen Gleistrasse ab. Allenfalls im Bereich von ca. 300 m kann es in ungünstigen Situationen zur Tangierung der Pflasterfläche kommen.

 

f)              Durch die Reduzierung um eine Fahrspur wird die Leistungsfähigkeit der Straße nicht so eingeschränkt, dass dies zu Hauptverkehrszeiten zwangsläufig zu Fahrtzeiterhöhungen führt. Rechtsabbiegevorgänge können je nach Art und Dauer gegebenenfalls zu kurzzeitigen Verzögerungen des Verkehrsflusses führen.

 

g)              Die geplante Verbindung ist schon vom Grundsatz attraktiv, da hier eine direkte Nord-Süd-Verbindung mit ortsverbindender Funktion existiert und somit ein Lückenschluss im Radwegenetz auf Herner Seite erfolgt.

 

h)              Der Durchgangsverkehr ist trotz Baustelle auf der Autobahn besser aufgehoben.

Es ist überall im umgebenden Straßennetz mit einer Zunahme der Verkehrsstärke durch Zielverkehr zu rechnen. Die Bochumer Straße bildet hier keine Ausnahme. Wie sich später die Verkehre verteilen werden und an welchem Zwangspunkt dann Verkehrsstaus entstehen könnten, ist derzeit nicht einzuschätzen.

 

i)              Aus Sicht der Radfahrer wird die Angebotsplanung sicher zu einem verstärkten Sicherheitsempfinden führen.

Die Sichtweise der Autofahrer ist hier nicht zu qualifizieren, da sie in dieser Frage keine Sicherheitsrelevanz hat.

 

j)              Durch die Angebotsplanung wird mit Sicherheit der Anteil an Radfahrern am Gesamtaufkommen steigen. Eine Einschätzung zur Entwicklung des Modal-Split wäre jedoch in höchstem Maße unseriös.

 

k)              Die letzte Verkehrszählung im Rahmen der bundesweiten Verkehrszählung im Jahre 2005 ergab werktags 15.300 Kfz und ca. 420 Radfahrer pro Tag.

Bei der Untersuchung von sechs Knotenpunkten in Herne-Mitte im Okt. 2004 wurde an der Kreuzung Bochumer Straße/Regenkamp die nachmittägliche Spitzenstunde mit 1.544 Kfz/h ermittelt.

Zusätzlich hat das Ingenieurbüro für seine Planung im Juni 2009 gezählt. Es ergaben sich folgende Werte: 13.200 Kfz/d bzw. 1.081 Kfz/h und im Mittel 15 Radfahrer bei max. 21 Radfahrern/h.

 

l)              Da es sich hier um eine Angebotsplanung und nicht um eine Bedarfsplanung handelt, sind keine aussagefähigen Schätzungen möglich.

 

m)              Bis heute gibt es keine Forderungen oder Verpflichtungen ein Monitoring für abgeschlossene Baumassnahmen durchzuführen. Die Verwaltung hat bislang auf Grund des enormen Kostenaufwands diese freiwilligen Kontrollen nicht durchgeführt.

 

n)              ja

 

o)              Grundsätzlich ja, wenn auch wirklich nur in der Funktion einer weiteren Radwegführung. Wie vor bereits angemerkt, ist die geplante Radwegeverbindung die direkte Nord-Süd-Verbindung und bildet hier einen schon immer geforderten Lückenschluss zum Bochumer Stadtgebiet.

 

p)              Nein