Ratsinformationssystem

Auszug - Baumaßnahmen am Rhein-Herne-Kanal - Anfrage des Bezirksverordneten Kensy vom 03.05.2012 -  

der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Wanne
TOP: Ö 6
Gremium: Bezirksvertretung Wanne Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Di, 15.05.2012 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 17:11 Anlass: Sitzung
Raum: großer Sitzungssaal (Raum Nr. 30)
Ort: Rathaus Wanne
2012/0328 Baumaßnahmen am Rhein-Herne-Kanal
- Anfrage des Bezirksverordneten Kensy vom 03.05.2012 -
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Anfrage CDU
Verfasser:BVO Kensy, Dirk
Federführend:FB 54 - Umwelt Bearbeiter/-in: Lübeck-Messmacher, Elke
 
Beschluss

Zur Sitzung der Bezirksvertretung Wanne vom 31

Zur Sitzung der Bezirksvertretung Wanne vom 31.05.2011 hatte ich zu o. g. Thema bereits umfassend nachgefragt. Die Antwort des Wasser- und Schifffahrtsamt  Duisburg lautete seinerzeit: - „Der derzeitige Bauzeitenplan sieht eine Fertigstellung der Gesamtmaßnahme für Ende Juli 2011 vor. Dabei ist beabsichtigt, die öffentliche Bootseinsatzbucht bereits im Juni dieses Jahres zur Nutzung durch die Öffentlichkeit (Wassersportler und Sportbootführer) sowie für Rettungseinsatzkräfte wie Feuerwehr, Polizei, THW und DLRG frei zu geben.“

 

Leider ist keine der Zusagen auch nur annähernd eingehalten. Weder die Bootsanlage des DLRG’s, noch die Wegegestaltung des nördlichen Kanalufers, sind fertig gestellt.

Ich bitte die Verwaltung nochmals um Kontaktaufnahme mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt Duisburg-Meiderich, zur Nachfrage, wann die o. g. Baumaßnahmen durchgeführt werden und wann mit einer Fertigstellung zu rechnen ist.

Des Weiteren bitte ich um Aufklärung, ob eine Bodenkontaminierung, im Bereich der DLRG Wache, die Baumaßnahmen verzögert hat und wenn ja, um was für eine Kontaminierung es sich handelte.

  

 

Herr Werner antwortet wie folgt:

 

Der Abschluss der Baumaßnahme Ausbau – des Rhein-Herne Kanals von km 28,2 (Hafen Grimberg) bis km 30,3 (Recklinghäuser Straßenbrücke) wird sich noch bis Ende 2012 hinauszögern. Zum Einen geschuldet den angetroffenen Bodenbelastungen im Bereich der geplanten öffentlichen Bootseinsatzbucht, zum Anderen den erheblichen bautechnischen Problemen im Bereich des Nord- und Südufers.

Im Bereich des Nordufers des Bauabschnittes wurden durch die dort tätige Baufirma Verankerungen erstellt die, nach Prüfung durch die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, mithilfe von Zugversuchen, teilweise nicht die statisch notwendigen Zugkräfte aufnehmen können. Derzeit sind verschiedene Gutachter, unter anderem die Bundesanstalt für Wasserbau Karlsruhe, damit befasst zu ermitteln, warum ein Teil (ca. 50 %) der Verankerungen die notwendigen Kräfte nicht aufnehmen kann. Diese Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen.

Die fehlende Tragfähigkeit der erstellten Verankerungen führt dazu, dass die Baggerarbeiten innerhalb des noch nicht fertig gestellten Gewässerprofiles zurzeit nicht weiter geführt werden können. Es wird davon ausgegangen, dass die Ursachenforschung bis Juni abgeschlossen sein wird, danach müssen zunächst  die bereits erstellten Verankerungen ergänzt werden.

Im Bereich des Südufers verlangte der reliefartig anstehende sehr harte Mergelstein im Untergrund immer wieder eine Anpassung des gewählten Bauverfahrens – insbesondere der Methodik beim Rammen der Stahlspundwände östlich der Alleestraßen Brücke.

Die noch ausstehenden Baggerarbeiten erstrecken sich auf das gesamte Gewässerprofil: Vertiefung im Bereich des Nordufers, Ausgleich von Vertiefungen im vorhandenen Profil und Anpassung an das neu erstellte Profil des Südufers. Erst nach Ergänzung der statisch notwendigen Verankerung im Bereich des Nordufers, Abschluss der Arbeiten an der Bootseinsatzbucht, Entfernung der alten Spundwand und Ergänzung der Sicherung des Brückenwiderlagers im Bereich der Alleestraßenbrücke kann die Ausbaggerung des Gewässerprofiles zum Abschluss gebracht und die Betriebswegeflächen, beiderseits des Kanals, fertig gestellt werden.

Des Weiteren bitte ich um Aufklärung, ob eine Bodenkontaminierung, im Bereich der DLRG Wache, die Baumaßnahmen verzögert hat und wenn ja, um was für eine Kontaminierung es sich handelte.

Bei dem Aushub des Bodens außerhalb der erstellten Einfassung der zukünftigen Bootseinsatzbucht (Herstellung von Arbeitsraum für die Schweißarbeiten) im November 2011 wurde teerbelastetes Bodenmaterial angetroffen. Die Arbeiten mussten unterbrochen und zunächst durch einen Bodengutachter die quantitative und qualitative Art der Belastung ermittelt werden.

Die sich im Deichmaterial befindlichen Teerlinsen stellten nach Auswertung des Gutachtens eine erhebliche Bodenbelastung-, und Grundwassergefährdung dar. Durch den Gutachter wurde ein Volumen von 160 m³ kontaminierten Bodenmaterials ermittelt. Die Teerbelastung wurde vermutlich im Rahmen des Deichbaus in den 1980’er Jahren mit dem verwendeten Bergematerial dort eingebaut.

Vor der Weiterführung der Ausbauarbeiten am Kanal war es zunächst notwendig, nach Abstimmung mit der Unteren Bodenschutzbehörde Herne, den belasteten Boden auszubauen und zu entsorgen. Dazu wurde durch einen Gutachter ein Sanierungsplan aufgestellt.

Die Arbeiten innerhalb des Dammes, bei einer Wasserspiegellage des Kanals von ca. 3,00 m über Gelände, setzten umfangreiche Sicherungsmaßnahmen voraus. Dazu wurde eine Grundwasserabsenkung im Schadensbereich durchgeführt. Zu diesem Zwecke wurden zwei Brunnen auf dem Gelände der DLRG errichtet und zwei Brunnen im Bereich des vorhandenen Betriebsweges. Das abgepumpte Wasser war belastet und musste zunächst mit Hilfe einer Filteranlage behandelt werden bevor es dann in den Rhein-Herne Kanal eingeleitet werden konnte.

Die notwendige Technik mit Arbeitsgeräten, Grundwasserabsenkung, Wasserbehandlung, Schwarz-Weiß-Anlage und Containerstellfläche war immens und stellte bei den beengten Verhältnissen an dieser Stelle eine Herausforderung dar.

Die Arbeiten konnten in der 16. KW 2012 abgeschlossen und die Erreichung des Sanierungsziels – Ausbau der Belastung -, analytisch nachgewiesen werden. Insgesamt wurden 250 t teerbelastetes Material unter gutachterlicher Begleitung ausgebaut und entsorgt. Die Gesamtkosten dieser Sanierung beziffern sich auf ca. 270.000,- EUR.