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Auszug - Apothekenversorgung Horsthausen - Anfrage des Bezirksverordneten Fischer vom 28.08.2012 -  

der Bezirksvertretung des Stadtbezirks Sodingen
TOP: Ö 8
Gremium: Bezirksvertretung Sodingen Beschlussart: zur Kenntnis genommen
Datum: Mi, 12.09.2012 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 16:00 - 18:02 Anlass: Sitzung
Raum: Bürgersaal der Akademie Mont Cenis
Ort:
2012/0555 Apothekenversorgung Horsthausen
- Anfrage des Bezirksverordneten Fischer vom 28.08.2012 -
   
 
Status:öffentlichVorlage-Art:Anfrage Die Linke
Verfasser:BVO Fischer, Rudolf
Federführend:FB 22 - Immobilien und Wahlen Bearbeiter/-in: Lübeck-Messmacher, Elke
 
Beschluss

Mit der Schließung der Rosen-Apotheke in der Blückerstraße 19 gibt es seit dem 30

Mit der Schließung der Rosen-Apotheke in der Blückerstraße 19 gibt es seit dem 30.06.2012 keine wohnortnahe Apothekenversorgung mehr in den Stadtteilen Pantringshof, Elpeshof und Horsthausen mit dem Ergebnis, das ca. 10.000 EinwohnerInnen bis in das Herner Stadtzentrum fahren müssen, um Apothekerdienstleistungen in Anspruch nehmen zu können.

 

In diesem Zusammenhang bitten wir um die Beantwortung folgender Fragen:

 

1. Welche Möglichkeiten hat die Stadt Herne, gerade mit dem Blick auf den demografi-              schen Wandel und der damit einhergehenden Mobilitätseinschränkung, dem Abhilfe zu               leisten?     

2. Gibt es sogenannte „zumutbare Entfernungen“ zur nächstgelegenen Notdienstapothe-              ke?

 

 

Herr Bleikamp antwortet wie folgt:

 

Der Strukturwandel im Gesundheitswesen sowie langjährig stagnierende Honorare stellen auch die Apotheker vor steigende betriebswirtschaftliche Herausforderungen. Nach Auskunft der Apothekerkammer Westfalen-Lippe drückt sich dies aktuell in einer besonders hohen Zahl von Schließungen aus. Der Kreisvertrauensapotheker erwartet in diesem Jahr einen Rückgang um vier Apotheken in Herne.

 

Entscheidend für den Bestand einer Apotheke – erst recht für den seltenen Fall einer neuen Niederlassung - ist immer mehr vor allem die Nachbarschaft zu Ärzten, im Einzelfall auch zu Krankenhäusern oder Geschäftszentren. Die Stadt Herne ist zwar für die Erteilung der Betriebserlaubnisse zuständig; ihre Möglichkeiten, auf die Schließung von Lücken in der Apothekenversorgung hinzuwirken, beschränken sich jedoch letztlich darauf, im Rahmen von Vorhaben wie der Planung eines neuen Nahversorgungsstandorts auf Defizite hinzuweisen und bei Interesse die Realisierung zu ermöglichen. Da es sowohl in Horsthausen als auch Pantringshof nur je eine Arztpraxis gibt, in Elpeshof gar keine, ist hier mit einer Resonanz aber wohl kaum zu rechnen. 

 

Die Regelung der Dienstbereitschaft außerhalb der allgemeinen Öffnungszeiten erfolgt zentral durch die  zuständige Apothekerkammer.  In Westfalen-Lippe wurde im Jahr 2011 ein System eingeführt, mit dem eine bedarfsgerechte flächendeckende Versorgung gesichert, zugleich aber auch die vorher sehr ungleiche Belastung der Apotheken besser verteilt werden kann. Für städtische Bereiche geht das Programm von einer maximal zulässigen Entfernung von 10 km aus; eine Bindung ans Gemeindegebiet ist dabei nicht zwingend. Nach Auskunft der Kammer gab bzw. gibt es für Herne in laufenden Jahr 15 Sonn- und Feiertage, an denen diese Notversorgung von Apotheken außerhalb des Stadtgebietes gewährleistet wurde; im kommenden Jahr wird an allen Tagen ein Notdienst innerhalb des Stadtgebietes gewährleistet sein.